Unparteiischer ohne Lizenz pfiff unter falschem Namen Werder-Spiel gegen Alkmaar / Allofs fordert Ausweispflicht

Schiri-Schwindel – erklärt das die Mega-Nachspielzeit?

Skandal-Schiri: Latschesar Jonow soll unter falschem Namen das Werder-Spiel gegen Alkmaar gepfiffen haben.

Werder-Bremen - DÜSSELDORF · Mittlerweile nimmt Klaus Allofs diese unglaubliche Geschichte mit Humor. „Auf keinen Fall darf diese Partie annulliert werden, das war schließlich unser erster Sieg in Belek seit vier Jahren“, flachste der Werder-Boss gestern Nachmittag beim Wintercup in Düsseldorf.

Der 2:1-Erfolg gegen AZ Alkmaar am Mittwoch dürfte aber in jedem Fall in die Geschichte eingehen, denn der inzwischen aufgedeckte Schiri-Schwindel ist ziemlich einmalig und bedenklich: Werden Testspiele manipuliert, um mit Sportwetten abzukassieren?

Der Verdacht liegt nahe. Der von seinem Verband ausgeschlossene bulgarische Zweitliga-Schiedsrichter Latschesar Jonow soll sich als sein Amtskollege Raitscho Raittchew ausgegeben haben. Mit einer umstrittenen Elfmeter-Entscheidung und einer zehnminütigen (!) Nachspielzeit inklusive zweier Freistöße brachte der Unparteiische die Bremer Verantwortlichen auf die Palme. Wollte der Schwindler etwa noch ein Unentschieden erzwingen? Wetten waren jedenfalls bei mehreren Anbietern im Internet möglich.

Die Bilder vom Spiel gegen Alkmaar

Werder gewinnt 2:1 gegen Alkmaar

Bulgarische Medien deckten den Schwindel nun auf. Raittchew hütete in der Heimat krank sein Bett. „Ich werde alle Maßnahmen ergreifen, um meinen Namen reinzuwaschen. Was das Schiedsrichtergespann getan hat, war heimtückisch“, schimpft Raittchew in der österreichischen Zeitung „Standard“.

Werder hat den DFB eingeschaltet. Der bulgarische Fußball-Verband ist ebenfalls alarmiert und will sich an die UEFA wenden. Welche Konsequenzen Jonow zu fürchten hat, ist unklar. Wegen unerlaubter Auslandseinsätze als Schiedsrichter ist er ohnehin von seinem Verband gesperrt.

Werder will künftig bei Testspielen noch genauer hinschauen, wer pfeifen soll. In besagtem Fall hatte der Veranstalter des Alkmaar-Trainingslagers den Unparteiischen organisiert. „Dann müssen wir uns beim nächsten Mal eben noch den Ausweis des Schiedsrichters zeigen lassen“, seufzte Allofs und gestand: „Eigentlich führt das alles doch zu weit. Aber anders geht es wohl nicht mehr.“ · kni

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