Allofs fordert realistische Einschätzung

Schindler schimpft, weil er weg soll

Kevin Schindler dreht fleißig seine Runden für Werder, aber wie lange noch? ·

Bremen - Bislang war das Verhältnis zwischen Kevin Schindler und Werder Bremen immer von Dankbarkeit geprägt. Der Angreifer ließ kaum eine Gelegenheit aus, auf die tolle Unterstützung des Clubs während seiner langen Verletzungspause hinzuweisen.

Jetzt ist der 23-Jährige nach über einem Jahr endlich wieder richtig fit, doch dafür gar nicht mehr gut auf seinen SV Werder zu sprechen – speziell nicht auf Sportchef Klaus Allofs. Der hatte ihm nahegelegt, sich einen neuen Club zu suchen.

„Ich bin sauer und enttäuscht“, sagt Schindler und legt erst einmal eine kurze Pause ein. Er will sich nicht um Kopf und Kragen reden, aber er will auch Dampf ablassen. „Zu sagen, dass ich weg soll, das finde ich absolut nicht okay“, schimpft der Stürmer und fügt mit einem tiefen Seufzer an: „Ich wollte jetzt richtig angreifen, es sollte endlich wieder aufwärts gehen. Dafür habe ich hart gearbeitet.“

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Und Schindler hat Werder stets vertraut. Schließlich kickt er schon sein halbes Leben für den Verein. Vor vier Jahren war der Delmenhorster sogar der Local Hero, weil er im UEFA-Cup groß aufspielte. Es durfte von der großen Werder-Karriere geträumt werden. Weil aber die Konkurrenz im Sturm zu stark war, wurde Schindler ausgeliehen, und das gleich drei Mal in zwei Jahren. Nach den Zweitliga-Stationen Rostock, Augsburg und Duisburg kehrte Schindler nach Bremen zurück – mit wenig Erfolg und einem Knorpelschaden im Knie. Im März feierte der 23-Jährige sein Comeback in der Dritten Liga und kam noch auf zehn Einsätze (ein Tor).

Nun fühlt sich der Angreifer, der noch ein Jahr bei Werder unter Vertrag steht, wieder bereit für die Profis: „Ich muss mich hier vor niemandem verstecken.“ Doch das sieht Allofs anders: „Für Kevin würde es sehr, sehr schwierig, sich bei uns ganz vorne reinzuspielen. Wir jagen hier niemanden vom Hof. Wir versuchen nur, die Dinge realistisch einzuschätzen.“ Als Alternative bliebe dann nur die U 23, „und noch ein Jahr dort würde Kevin nicht weiterbringen. Aber er muss jetzt in seiner Entwicklung vorankommen“, sagt Allofs und hat wenig Verständnis für Schindlers Kritik: „Empfindlichkeit ist da fehl am Platz. Jeder hat es selbst in der Hand, sich zu beweisen. Natürlich hatte Kevin Pech mit Verletzungen, aber das allein ist es nicht gewesen.“

Schindler glaubt aber noch an die Wende und will vor allem „nicht auf Teufel komm raus weg“. Nur bei einem passenden Angebot, mindestens von einem ambitionierten Zweitligisten, sei ein Wechsel ein Thema. Interessenten habe es schon gegeben, aber ein Volltreffer war noch nicht dabei. Deshalb kündigt er kämpferisch an: „Ich gebe hier nicht auf und werde meine Chance nutzen.“ · kni

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