Trainer Schaaf schickt den Brasilianer vorzeitig vom Trainingsplatz: „Er war übermotiviert“

Schallende Ohrfeige für Wesley

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Der Zweikampf des Tages: Sebastian Prödl stoppt Wesley.

Bremen - Jetzt ist Wesley bei Werder am Tiefpunkt angekommen! Der Brasilianer, der sich in Bremen bislang nicht durchsetzen konnte, musste gestern Vormittag vorzeitig den Trainingsplatz verlassen. Trainer Thomas Schaaf verwies den 24-Jährigen des Feldes und erklärte hinterher: „Ich habe ihn reingeschickt, weil er übermotiviert war.“

Wesley hatte sich im intensiven Eins-gegen-Eins reihenweise knackige Zweikämpfe mit Sebastian Prödl geliefert, ein Mal zerriss der Österreicher dem Brasilianer sogar das gelbe Leibchen. Schaafs Bannstrahl traf den hart einsteigenden Wesley aber erst später – während des Abschluss-Spiels, in dem er erneut nur in der vermeintlichen B-Elf auflaufen durfte. Wesley trottete vom Platz, verschwand kurz in der Kabine und brauste nur etwa zehn Minuten später mit seinem Dienstwagen davon.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Die erzieherische Maßnahme beziehe sich laut Schaaf nur auf diese eine Einheit – heute Nachmittag dürfe Wesley wieder mitwirken. Aber sie zeigt auch: Der Trainer ist mit dem, was der Mittelfeldspieler derzeit anbietet, ganz und gar nicht zufrieden. Gerade erst hat er ihn kritisiert und gleichzeitig angespornt: „Er ist gefordert, noch ein Stück zuzulegen. Er schwankt zu sehr in seinen Trainingsleistungen und braucht noch mehr Klarheit in seinen Aktionen. Daran arbeiten wir – und das werden wir erreichen.“

Sebastian Prödl stoppt Wesley, indem er an dessen Leibchen und den Brasilianer damit zu Boden reißt.

Die Frage ist nur: Wann? Wesley, im Sommer 2010 nach langem Hin und Her für 7,5 Millionen Euro vom brasilianischen Erstligisten FC Santos losgeeist, würde am liebsten in der defensiven Mittelfeldzentrale spielen. Doch dort hat der Südamerikaner, dem es offensichtlich noch immer besonders an taktischer Disziplin mangelt, momentan richtig schlechte Karten. Als der bislang als „Sechser“ gesetzte Philipp Bargfrede vergangenes Wochenende in Augsburg auf der harten Ersatzbank landete, bekam nicht etwa Wesley seine Chance, sondern Neuzugang Aleksandar Ignjovski. Das heißt: Der Brasilianer ist nur noch die Nummer drei für diesen Job. Sportchef Klaus Allofs hat zwar betont, dass Wesley auf den Halbpositionen spielen kann, doch hier sieht es nicht viel besser aus. Kapitän Clemens Fritz (rechts) und Aaron Hunt (links) haben ihre Sache insgesamt gut bis ordentlich gemacht.

Wesley steht zwar auf und macht weiter – aber nicht mehr lange.

„Wesley ist sauer und enttäuscht, dass er momentan keine Chance hat“, sagte Landsmann Naldo kürzlich. Allerdings drängt sich „Wes“ auch nicht wirklich auf – so ist der Eindruck in den Trainingseinheiten. Gespielt hat er schon lange nicht mehr. Nur ein Mal (beim 0:1 in Leverkusen) stand er in der Startelf. Sein letzter Einsatz datiert vom 20. August, beim 5:3-Heimsieg gegen Freiburg traf er als „Joker“ sogar. Doch das ist über zwei Monate her. Seither macht Wesley fußballerisch nicht mehr auf sich aufmerksam. Er spricht ganz wenig (mit Journalisten gar nicht) – und sein strahlendes Lächeln und die Daumen-hoch-Geste zeigt er nur noch, wenn eine Kamera in der Nähe ist. · mr

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