(Un)Schöne Bescherung für die Fans:

Di Santo trägt in Zukunft königsblau

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Ausgerechnet am Tag der Fans verabschiedete sich Torjäger und Publikumsliebling Franco Di Santo von Werder Bremen.

Bremen - Von Malte Rehnert. Es sollte so ein schöner Tag werden – und dann das! Ausgerechnet am „Tag der Fans“ wurde  am Samstag bekannt, dass Franco Di Santo Werder Bremen nach zwei Jahren verlassen wird.

Der 26-jährige Argentinier, schon der dritte Sturm-Abgang nach Davie Selke und Nils Petersen, nutzt die bis Ende Juli gültige Ausstiegsklausel in seinem Vertrag, Werder bekommt die festgeschriebenen sechs Millionen Euro Ablöse – und das vom FC Schalke 04, der Werder 2004 schon Ailton und Mladen Krstajic in Aufsehen erregenden Transfers weggeschnappt hatte.

Samstagmittag machte sich Di Santo, der das finale Bremer Angebot mit einem Gehalt von über drei Millionen Euro ausgeschlagen hatte, auf den Weg nach Gelsenkirchen, um bei den „Königsblauen“ den Medizincheck zu absolvieren und einen Vertrag zu unterschreiben. Für Werder ist der Verlust des besten Torschützen der Vorsaison (13 Treffer) ein knüppelharter Schlag in die Magengrube – für die Fans, die dann auch noch einen teilweise stark verregneten Tag am Weserstadion erlebten, sowieso. Der größte Star des Teams ist trotz häufiger Sympathiebekundungen für Bremen nun weg (auch, wenn er mit Schalke gleich am ersten Bundesliga-Spieltag wiederkommt). Sportchef Thomas Eichin sucht jetzt mit Hochdruck einen Nachfolger: „Ich bin schon im Umschaltmodus, wir müssen einen neuen Stürmer holen.“

Franco Di Santo verlässt Werder

Der Abgang im Zeitraffer

Freitagabend: Eichin, von seinem Managerkollegen Horst Heldt schon seit längerem über das starke Schalker Interesse informiert, erfährt, dass es nun ernst wird. „Die Nacht war schon etwas unruhig. Wir wussten, was uns blüht“, sagte Eichin.

Samstag, 10.27 Uhr: Di Santo kommt am Weserstadion vorgefahren, macht gut gelaunt Fotos mit Fans und gibt Autogramme. Dann verschwindet er in der Kabine. Vorbereitung auf das Training um 11 Uhr? Nein! Er nimmt kurz Abschied!

11.09 Uhr:  Di Santo kommt wieder raus und fährt mit seinem Dienstwagen weg. Mit im Wagen und am Steuer: Sein Berater, der ihn direkt ins Ruhrgebiet kutschiert.

11.55 Uhr: Nun ist es raus. Werder twittert: „Di Santo macht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und verlässt Werder.“

12.00 Uhr: Sportdirektor Rouven Schröder betritt die Bühne auf dem Veranstaltungsgelände und hört ein paar Buhrufe. „Wir sind enttäuscht“, sagt Schröder. Passend zur Stimmung bei den Fans fängt es an wie aus Kübeln zu schütten und zu gewittern. Die Veranstaltung wird wenig später aus Sicherheitsgründen für rund eine Stunde unterbrochen.

Franco Di Santo: Seine Werder-Zeit in Bildern

14.00 Uhr: Geschäftsführer-Talk mit Eichin sowie seinen Kollegen Hubertus Hess-Grunewald und Klaus Filbry. „Es ist schon ein bisschen kurios, dass so eine Sache an einem solchen Tag passiert“, meint Eichin und ergänzt: „Wir haben seit sieben, acht Monaten versucht, den Vertrag mit Franco zu verlängern. Er hat sich schwer getan, aber nun eben von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht. Das ist schade, aber so ist das Geschäft, Schalke hat uns frühzeitig informiert, sich sauber verhalten. Und ich mache auch Franco keinen Vorwurf. Ab heute kümmern wir uns um einen neuen Stürmer.“ Vor der Bühne wird gegrölt, lautstark eine Rückkehr von Claudio Pizarro gefordert. „Ich habe es vernommen“, sagt Eichin. Später ergänzt er: „Claudio ist ein Klasse-Typ und eine Legende hier. Aber er ist auch schon 36 Jahre alt.“ Total ausschließen mag er ein Bremer Comeback des Peruaners nicht, sagt nur: „Ich kommentiere keine Namen.“ Auch zu den Gerüchten, dass Stuttgarts Vedad Ibisevic ein Kandidat sein soll, sagte Eichin nichts.

14.27 Uhr: Der erste Spieler meldet sich zu Wort. Der Spanier Alejandro Galvez twittert: „Es war ein Vergnügen, mit dir zusammengespielt zu haben, mein Freund.“

14.30 Uhr: Eichin erscheint zu einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz und sagt, dass „die Mannschaft geschockt ist. Sie hatten eher den Eindruck, dass Franco bleibt.“ Er gibt sich aber auch kämpferisch: „Trübsal blasen hilft uns jetzt nichts. Natürlich ist das alles bitter, aber wir haben auch ohne Franco Spiele gewonnen. Das Wohl und Wehe des Vereins hängt nicht von ihm ab.“ Es gebe bereits mehrere Nachfolgekandidaten, bestätigt Eichin: „Bisher haben wir das wegen Franco alles ein bisschen geblockt. Das müssen wir jetzt nicht mehr tun.“ Das Anforderungsprofil an den Neuen. „Er muss gut sein und Tore schießen“, betont Eichin: „Es kann ein Mann mit Entwicklungspotenzial sein – aber auch ein Erfahrener, der die Bundesliga kennt.“ Die Di-Santo-Millionen werden voraussichtlich aber nicht komplett reinvestiert. 60, 70 Spieler seien ihm in den vergangenen Stunden angeboten worden, erklärt der Bremer Sportchef noch.

"Tag der Fans" am Weserstadion

19.00 Uhr: Trainer Viktor Skripnik äußert sich zur Sache: „Für mich ist das schon Schnee von gestern. Ich wünsche Franco alles Gute. So etwas ist legitim – nur schade, dass es so kurzfristig passierte.“

19.07 Uhr: Der FC Schalke twittert: Di Santo hat den Medizincheck bestanden, dem Transfer steht nichts mehr im Wege.

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