Torwart Tim Wiese geht mit breiter Brust ins Heimspiel gegen die „Knappen“

„Schalke ist auch nicht das Maß aller Dinge“

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Befindet sich seit Wochen in einer ausgezeichneten Verfassung: Werder-Torwart Tim Wiese.

Von Arne Flügge · Den Halbfinaleinzug von Schalke 04 in der Champions League hat Tim Wiese am Mittwochabend nur mit einem Auge verfolgt. „Ich hab’s nebenbei geschaut. Das haben sie gut gemacht“, urteilte der Torwart von Werder Bremen gestern.

Doch in Ehrfurcht erstarrte der 29-Jährige vor dem Heimspiel gegen die „Knappen“ morgen (18.30 Uhr) deshalb nicht. „Inter hatte sich doch schon nach dem Hinspiel aufgegeben. Natürlich habe ich Respekt vor Schalke wie vor jeder anderen Mannschaft auch“, meinte der Nationaltorwart: „Aber Schalke ist nicht das Maß aller Dinge. Sie haben in der Liga nur ein paar Punkte mehr als wir – und wir haben jetzt sechs Spiele in Folge nicht verloren. Wir gehen ebenfalls mit sehr viel Selbstvertrauen in die Partie.“

Der ganz große Befreiungsschlag ist Werder im Abstiegskampf bislang aber noch nicht gelungen. Und daher fordert Wiese morgen endlich mal wieder einen Heimsieg. „Es ist an der Zeit, dass wir zu Hause vor unseren Fans gewinnen. Wir müssen von der ersten Minute an Gas geben, dann werden wir das auch schaffen und können einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen.“

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Wichtig ist für Wiese, dass seine Mannschaft die Chancen auch endlich nutzt. „Wir haben uns in letzter Zeit wieder viele Möglichkeiten erarbeitet. Das ist sehr positiv. Aber die Dinger müssen jetzt auch rein“, forderte der Keeper: „Innenpfosten, Pfosten – auf der Linien geklärt. Das ist doch nicht mehr normal.“

Auf der anderen Seite hatten die Bremer zuletzt beim 1:1 in Frankfurt erhebliche Lücken in der Defensive offenbart. Nur dank einer Weltklasseleistung von Wiese, der gleich viermal gegen den freistehenden Theofanis Gekas gerettet hatte, nahmen die Bremer am Ende den einen Punkt mit. „Es läuft ganz gut für mich“, zeigte sich Wiese gestern bescheiden: „Ich versuche, alles zu geben und der Mannschaft zu helfen.“ Doch der Einzelne, so der Bremer Torwart, zähle nicht: „Es geht nur mit elf Spielern und mehr – und da sind wir auf einem guten Weg.“

An das Hinspiel gegen Schalke hat der Bremer keine guten Erinnerungen. Am liebsten würde er die 0:4-Klatsche aus seinem Gedächtnis gänzlich verbannen. „Das war zu einer Zeit, in der bei uns überhaupt nichts lief. Das war zum Vergessen“, blickte Wiese zurück. Der Torwart hatte damals mit einer Superleistung ein noch höheres Debakel verhindert. Und die Werder-Fans hatten erstmals lautstark ihrem Unmut Luft gemacht. „Außer Wiese könnt ihr alle gehen“, schallte es aus tausend Kehlen.

Obwohl die Partie für Wiese „längst abgehakt“ ist, hätte der Torwart freilich nichts gegen eine entsprechende Wiedergutmachung morgen im Weserstadion: „Wir wollen unseren Fans ein tolles Spiel liefern.“

Dass es gleichzeitig zum Aufeinandertreffen mit Manuel Neuer und damit zum Duell der wohl derzeit beiden besten deutschen Torhüter kommt, ist für Wiese nur eine Randerscheinung. Der Bremer hat zum Schalker Nationalmannschafts-Kollegen, anders als zu seinem Intimfeind Jens Lehmann (Arsenal), ein entspanntes Verhältnis. „Es ist eine gesunde Rivalität auf einem angenehmen Niveau des gegenseitigen Respekts“, beschrieb es Wiese.

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