Schaafs Schonzeit für Ekici – aber wie lange noch?

BGremen - Die Fans blicken ungeduldig auf Werders Fünf-Millionen-Euro-Mann – doch auf den Durchbruch von Mehmet Ekici müssen sie nach seinen zwei dürftigen Leistungen in den ersten beiden Bundesliga-Partien weiter warten.

Zum Auftakt gegen Kaiserslautern durfte der 22-Jährige erst zur zweiten Halbzeit ran – und geizte mit Akzenten. Am Sonntag in Leverkusen legte er ein schwaches Startelf-Debüt nach. Startet er nun endlich morgen im Heimspiel gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr) voll durch?

Das sehnt wohl niemand mehr herbei als er selbst. Aber Ekici, während der Vorbereitung durch Adduktorenprobleme ausgebremst, warnt: „Es geht nicht von heute auf morgen, wieder zur Top-Form zurückzufinden.“

Werders Neuzugang bittet sich also noch Zeit aus – und Trainer Thomas Schaaf gibt sie ihm: „Außer Frage steht, dass Memo sehr ehrgeizig ist und vorankommen will. Aber während seiner Verletzungsphase ging es viel um die Abstimmung – und die hat er eben verpasst. Er hat deshalb noch nicht die Bindung zum Spiel, die wir erreichen wollen.“

Das Training am Donnerstag

Ohne Naldo gegen Freiburg

Damit nennt Schaaf die Wurzel der Startschwierigkeiten bei Ekici und damit auch bei Werder. Denn die vergangene Saison hat gezeigt, dass das Bremer System maßgeblich von einem Spielmacher abhängt. Aber der als Erbe von Mesut Özil, Diego & Co. eingekaufte 22-Jährige läuft noch den Rückständen hinterher, die sich in seiner unfreiwilligen „Sommerpause“ angesammelt haben. Nach seinem ersten Testspiel-Einsatz am 8. Juli in Leer verpasste er die Freundschaftsspiel-Reise nach Thüringen, verbrachte das anschließende Trainingslager in Donaueschingen nur als Reha-Patient und kam erst beim peinlichen Pokal-Aus am 30. Juli in Heidenheim wieder zum Einsatz.

Immerhin: Am Dienstag während des Tests beim FC St. Pauli durfte der Ex-Nürnberger wenigstens zur zweiten Halbzeit ran – und freute sich: „Jeder Einsatz tut gut. Da kann man sich die Sicherheit holen, die man braucht.“

Aber ganz klar: Den Weg zurück hatte er sich einfacher vorgestellt. Doch Schaaf gewährt weitere Schonzeit: „Die Pause in der Vorbereitung ist der entscheidende Grund – den dürfen wir nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen.“

Weil die Situation ist, wie sie ist, lässt sich noch nicht mal mit Gewissheit sagen, dass Ekici morgen wieder von Beginn an aufläuft. Oder ob Marko Marin den Vorzug auf der Spielmacherposition erhält. „Memo“, sagt Schaaf und meint den türkischen Nationalspieler, „ist nicht der einzige Kreative bei uns – das können andere auch“. Wenngleich Ekici die Rolle des Regisseurs am ehesten ausfüllen kann. Das sei seine „besondere Qualität“, so Schaaf, dafür wurde er geholt.

Jetzt muss Mehmet Ekici zeigen, dass Werder mit ihm richtig liegt. Schaafs Überzeugung ist folgende: Mit Einsätzen kommen bei ihm auch die Erfolgserlebnisse, mit den Erfolgserlebnissen die Sicherheit. Vielleicht schon gegen Freiburg. 

ck/csa

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