Schaafs Schnupperkurs für einen 17-Jährigen

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Cimo Röcker feierte am Dienstagabend beim 5:4-Sieg auf St. Pauli sein Debüt bei den Profis.

BREMEN . Rasselbande statt Stars hatte Werder-Aufsichtsrats-Boss Willi Lemke aufgrund der angespannten Finanzlage unlängst gefordert.

Ein bisschen davon ist schon jetzt bei den Bremern zu sehen. Lennart Thy hat es mit 19 Jahren in die Startelf geschafft, Florian Trinks (ebenfalls 19) steht zumindest regelmäßig im 18er-Kader – und nun durfte sich sogar schon ein 17-Jähriger in einem Testspiel präsentieren. Cimo Röcker feierte am Dienstagabend beim 5:4-Sieg auf St. Pauli sein Debüt bei den Profis.

Ein ganz besonderes sogar. „Es war das erste Spiel für mich im Herren-Bereich überhaupt“, berichtet Röcker von einem „tollen Erlebnis“. Bislang hatte der Linksverteidiger aus Schneverdingen doch nur gefühlte tausend Etagen tiefer in der U 17 von Werder gekickt, lediglich ein Mal in der U 19 ausgeholfen. Aber das ist eben das Röcker-Jahr. Vor einigen Wochen wurde er mit der deutschen U 17 in Mexiko WM-Dritter, nun lud ihn Profi-Coach Thomas Schaaf erst zum Training ein, dann nahm er ihn gleich mit zum Freundschaftsspiel und brachte ihn nach der Pause. „Natürlich war ich überrascht, dass das so schnell ging“, sagt Röcker: „Für mein erstes Herren-Spiel war es, glaube ich, ganz in Ordnung. Auch wenn das vom Tempo und vom Körperlichen her was ganz anderes ist als in der U 17.“

Werder Bremen im Testspiel gegen St. Pauli

Werder Bremen - St. Pauli

Röcker braucht sicher noch etwas Zeit. Das weiß er auch. „Ich denke, dass ich jetzt erst mal in der U 19 spiele“, sagt der angehende Abiturient und dürfte mit folgender Aussage für zufriedene Gesichter im Club sorgen: „Ich vertraue den Verantwortlichen. Sie werden schon wissen, was das Richtige für mich ist.“

Schaaf setzt auf weitere Schnupperkurse bei den Profis – nicht nur für Röcker, sondern auch für Werders zweitem WM-Dritten Levent Aycicek. „Ihm ist auch viel zuzutrauen. Beide haben sich bei der WM hervorgetan. Sie werden immer mal wieder bei uns mitmachen“, kündigt der Chefcoach an. Ihm ist natürlich auch nicht entgangen, dass in der Bundesliga ein Jugendwahn ausgebrochen ist und immer mehr ganz junge Talente auf dem Platz stehen. Doch das betrachtet Schaaf ganz nüchtern: „Wenn einer gut ist und die Qualität hat, um in der Bundesliga zu spielen, ist es egal, wie alt er ist. Das haben wir von jeher so gehalten.“ Aaron Hunt und Philipp Bargfrede seien dabei die jüngsten Beispiele. Doch Schaaf fordert auch Nachhaltigkeit: „Nur einmal ’was zu zeigen und dann wieder zu versinken, macht keinen Sinn. Es muss auch die Qualität da sein.“

Ob Röcker die tatsächlich hat, wird sich zeigen. Das erste Spiel mit den Profis sieht er jedenfalls als große Hilfe an: „Das steigert die Motivation und man legt ihm Training noch mal eine Schippe drauf.“ n kni/csa

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