Coach nimmt sich Profis zur Brust – und fordert gegen Wien 90 Minuten Konzentration

Schaafs Kampf gegen den Bremer Schlendrian

Führt die Bremer heute Abend für den verletzten Torsten Frings als Kapitän aufs Feld: Abwehrspieler Per Mertesacker.

Bremen - Von Arne Flüggeund Björn Knips · Gute Laune ist bei Werder nicht verboten. Wenn aber daraus im Training Kasperei wird, versteht Thomas Schaaf keinen Spaß mehr. Das mussten die Spieler in den vergangenen Tagen häufiger erleben.

Der Werder-Trainer unterbrach die Einheiten und stauchte die Mannschaft lauthals zusammen. Nach 17 Spielen in Folge ohne Niederlage erstickte Schaaf aufkommende Selbstzufriedenheit seiner Profis im Keim. Denn mit einem Sieg heute (21.05 Uhr) im Europa-League-Heimspiel gegen Austria Wien können die Bremer, vorausgesetzt Athletic Bilbao verliert nicht auf Madeira, den Einzug in die K.o.-Runde vorzeitig perfekt machen. Und dafür, das fordert der Coach, muss sein Team von der ersten Minute an hellwach sein.

„So eine Serie ist sicherlich ein Maßstab dafür, dass wir vieles richtig gemacht haben. Wenn sie aber dazu führt, sich selbst zu benebeln und zu glauben, dass es einfach so weitergeht, dann ist das schlecht“, begründete der Coach gestern Abend seine harte Hand.

Und die Spieler haben es kapiert. „Der Trainer hat uns darauf hingewiesen, dass der Schlendrian nicht einziehen darf. Deswegen ist er sofort dazwischen gegangen, wenn ihm etwas nicht gepasst hat“, erklärte Rechtsverteidiger Clemens Fritz. Und Abwehrchef Per Mertesacker, der die Bremer heute für den verletzten Torsten Frings als Kapitän aufs Feld führt, fügte hinzu: „Wir wurden angehalten, auch im Training von Anfang an dagegenzuhalten und das Tempo hochzuhalten.“

Die Spiele in Wien und zuletzt in Nürnberg, in denen Werder durchaus am Rande einer Niederlage stand, waren Warnung genug. „Wir haben diese tolle Serie gestartet. Die dürfen wir nicht leichtsinnig, leichtfertig herschenken. Das hat uns der Trainer klargemacht“, sagte Fritz und ergänzte: „Natürlich gehen wir mit breiter Brust in das Spiel, aber wir müssen richtig aufpassen.“

Eine Frage wird auch sein, wie die Bremer heute die Ausfälle ihrer beiden Schlüsselspieler Torsten Frings und Claudio Pizarro verkraften. „Das sind unsere ältesten und erfahrensten Profis. Diese Erfahrungswerte kann man nicht 1:1 ersetzen“, weiß Mertesacker: „Wir müssen eine Menge investieren, um das zu kompensieren.“

Vor allem aber müssen die Bremer über die gesamten 90 Minuten die Konzentration hochhalten. Das Hinspiel gegen Wien hat gezeigt, wie schnell sich eine Partie drehen kann, wenn sich Bruder Leichtfuß einschleicht. Werder vergab beim 2:2 eine 2:0-Führung und damit einen sicher geglaubten Sieg. In Nürnberg lieferten die Hanseaten zuletzt eine katastrophale erste Halbzeit ab. „Wir haben daraus gelernt“, verspricht Mittelfeldstar Aaron Hunt.

Hoffentlich. Schließlich würden sich die Bremer mit einer Blamage im eigenen Stadion ausgerechnet gegen ein österreichisches Team zum Gespött der Fußball-Nation machen. Doch so weit, da ist sich Hunt sicher, wird es nicht kommen: „So wie in Nürnberg werden wir nicht noch einmal auflaufen. Erst recht nicht zu Hause.“

Auf der anderen Seite ist es für die Bremer Ansporn genug, mit drei Punkten so gut wie eine Runde weiter zu sein. „Das wäre schon ein Vorteil. Dann könnten wir uns noch mehr auf die Bundesliga konzentrieren“, sagte Stürmer Marko Marin.

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