Werder-Coach über das Österreich-Länderspiel: „Es gab genügend Gründe, da hinzuschauen“

Schaafs interessanter Wien-Besuch

+
Wenn man sich länger nicht gesehen hat, dann begrüßt man sich auf dem Platz schon mal per Handschlag – so wie gestern Vormittag Werder-Trainer Thomas Schaaf (links) und Stürmer Nils Petersen.

Bremen - Der Chef ist zurück! Gestern Vormittag stand Werder-Coach Thomas Schaaf nach fast einwöchiger Abwesenheit wieder in Bremen auf dem Trainingsplatz und bat nachmittags gleich zur nächsten Einheit. Der 51-Jährige hatte, unter anderem in Österreich, intensiv Spiele und Spieler beobachtet – und dabei auch ein bisschen Ablenkung vom Werder-Alltag im Abstiegskampf bekommen.

Ob es ihm tatsächlich gut getan hat, mal ein bisschen rauszukommen (wie seine Spieler und auch Co-Trainer Wolfgang Rolff gemutmaßt hatten), ließ Schaaf sich gestern Mittag nicht so recht entlocken. „Die Gedanken sind immer hier, bei der Mannschaft und unserer Situation. Aber wenn man unterwegs ist, erblickt man eben auch das eine oder andere. Da kann man sich mal auf andere Dinge konzentrieren – das ist nicht verkehrt“, meinte der Coach. Dass er recht lange weg war, findet Schaaf nicht ungewöhnlich – er erklärte total nüchtern: „Jetzt war die Möglichkeit da, weil viele Spieler hier nicht vor Ort sind. Und diese Gelegenheit habe ich genutzt.“

Details seiner Beobachtungs-Tour nannte der Bremer Trainer nicht („Ich war unterwegs – und damit ist es gut“). Sicher ist aber, dass er sich am Freitag in Wien das WM-Qualifikationsspiel des österreichischen Nationalteams gegen die Färöer (6:0) angesehen hat – und dass er nicht nur im Ernst-Happel-Stadion war, um seine eigenen Profis Marko Arnautovic, Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl zu begutachten. „Wenn keine interessanten Spieler dabei wären, würde ich es nicht gucken“, sagte Schaaf und fügte an: „Es gab genügend Gründe, da hinzuschauen. Wenn man die eigenen Spieler in der Nationalmannschaft sehen kann, ist das zum Beispiel eine gute Geschichte.“

Das Hauptinteresse galt aber anderen – vermutlich auch dem offensiven Mittelfeldmann Andreas Ivanschitz vom Bundesliga-Konkurrenten FSV Mainz 05, wo Werder am Samstag (15.30 Uhr) antritt. Der 29-Jährige ist erfahren (und das suchen die Bremer), torgefährlich und im Sommer ablösefrei. Doch wie vor ihm schon Sportchef Thomas Eichin blockte auch Schaaf bei diesem Thema gleich ab: „Wir fangen nicht an, Namen oder Spekulationen zu kommentieren. Das haben wir nicht gemacht, und das machen wir weiterhin nicht.“

Angenommen, Werder würde Ivanschitz verpflichten, und Arnautovic, Junuzovic, Prödl sowie Ersatztorwart Richard Strebinger bleiben alle. Dann hätten die Bremer in der kommenden Saison fünf Österreicher im Kader. Für Österreich-Fan Schaaf („ein wunderschönes Land“) wäre das allerdings eher ein Zufall: „Wir haben keine Vorliebe für Österreicher, sondern für gute Spieler – und sind nicht auf eine Zahl begrenzt. Wenn es hervorragende Spieler sind, warum soll man sich dagegen wehren? Generell braucht man eine gute Mischung, sollte sich aber hauptsächlich um die Qualität kümmern.“

Sieben oder acht Profis aus einer Nation wären Schaaf jedoch zu viel: „Das macht keinen Sinn. Wenn dann gewisse Termine wie Länderspiele anstehen, kann es schwierig werden. Stellen Sie sich vor, Sie haben acht Afrikaner im Team und dann ist Afrika Cup – was machen Sie dann?“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Kommentare