Schaafs Anti-Reus-Rezept: Keine Bälle, keine Gefahr

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Gladbachs Marco Reus (Mitte) ist extrem schwer zu stoppen – das wissen die beiden Werder-Markos Marin (links) und Arnautovic schon seit der letzten Saison. Derzeit ist der Borussen-Torjäger richtig gut drauf.

Bremen - Lukas Podolski war eine echte Herausforderung – und Claudio Pizarro hat sie bravourös gemeistert, den Kölner im Duell der Torjäger vor zwei Wochen mit seinem Hattrick zum 3:2 klar besiegt.

Doch morgen (15.30 Uhr) wartet auf Werders Peruaner, der nach seiner Länderspielreise gestern Abend zurückerwartet wurde, schon das nächste Aufeinandertreffen der Alleinunterhalter - und wieder geht’s gegen einen deutschen Nationalspieler: Gladbachs Marco Reus, der ebenfalls in bestechender Form ist und allen Bremern gehörigen Respekt einflößt.

Das hört sich dann so an. „Reus ist außergewöhnlich gut drauf“, findet Werder-Sportchef Klaus Allofs. „Die Offensive ist Gladbachs Prunkstück – und Reus ragt da heraus“, urteilt Linksverteidiger Lukas Schmitz. „Er ist ein Schlüsselspieler, sehr torgefährlich, das ist bekannt“, sagt Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede. Kapitän Clemens Fritz meint kurz und treffend: „Ein sehr gefährlicher Stürmer, auf den wir aufpassen müssen.“

Werder-Training am Freitag

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Kurzum: Was Pizarro derzeit für Werder ist, ist Reus für Gladbach. Zuletzt gelangen ihm zwei Doppelpacks, mit denen er die 2:1-Siege gegen Hannover und in Berlin ganz alleine eintütete. Zu seinen insgesamt sieben Saisontoren kommen noch drei Vorlagen. Damit war Reus an zehn von 15 Gladbach-Treffern beteiligt – das ist eine Wahnsinns-Quote von 66,7 Prozent. Pizarro bringt es bei elf Toren und vier Assists „nur“ auf 65,2, weil die anderen Bremer eben öfter treffen als die Gladbacher und die Abhängigkeit damit nicht ganz so riesig ist wie die der Borussia von Top-Scorer Reus.

Doch wie will Werder so einen stoppen? „Wir müssen versuchen, ihn gar nicht erst an den Ball kommen zu lassen, die Zuspiele verhindern“, lautet das Anti-Reus-Rezept von Trainer Thomas Schaaf. Klingt ziemlich einfach, dürfte aber richtig schwer werden. „Marco ist sehr schnell, geht super in die Räume – und Juan Arango spielt die Bälle klasse rein“, analysiert Werders Mittelfeldmann Marko Marin.

In Gladbach tragen sie Reus wegen seiner „Super-Saison“ (Marin) schon auf Händen. Und wie das ist, weiß der Bremer ganz genau. Vor seinem Wechsel zu Werder im Sommer 2009 war der zweieinhalb Monate ältere Marin der Publikumsliebling des Traditionsvereins vom Niederrhein. „Es war super da. Gladbach ist ein Verein, in dem man gut reifen kann. Da gibt es noch genügend andere Beispiele“, sagt Marin: „Ich hoffe, dass sie mal oben mitspielen und nicht nur gute, junge Spieler rausbringen, die dann gehen.“

Werder-Training am Donnerstag

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So wie er damals. Marin wählte mit Werder einen Club, der ein Abonnement auf das internationale Geschäft hatte und den Ruf genoss, Top-Talente weiterzuentwickeln und an ganz große Aufgaben heranzuführen. „Hierher zu kommen, war absolut richtig – ein guter Schritt“, meint Marin rückblickend. Das vorzügliche Werder-Image hat in der katastrophalen vergangenen Saison allerdings gelitten. Clubs wie der deutsche Meister Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen haben Werder – auch dank des großen Reizes Champions League, den die Bremer derzeit nicht bieten können – den Rang abgelaufen. Der BVB soll nun auch Interesse an dem gebürtigen Dortmunder Reus haben – allerdings keine guten Karten. Die hält offensichtlich der FC Bayern. Der laut Reus „beste deutsche Club“ soll ganz heiß darauf sein, den 22-Jährigen im nächsten Sommer aus seinem bis 2015 laufenden Vertrag bei der Borussia herauszukaufen. Und angeblich hat Reus eine Ausstiegsklausel, kann 2012 für 18 Millionen Euro gehen. Allerdings hat auch der FC Arsenal schon sein Interesse hinterlegt.

Einen Rat, wie der nächste Karriereschritt aussehen kann, gibt Marin seinem Nachfolger bei der Borussia nicht: „Ich weiß doch gar nicht, wie er zu Gladbach steht – und wie sich der Club entwickelt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ · mr

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