Werder-Coach stellt sich nach dem Pokalaus vor seine Mannschaft: „Ich habe viele gute Dinge gesehen“

Schaaf: „Wir gehen unseren Weg weiter“

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Es brennt bei Werder, doch Thomas Schaaf bleibt nach dem Pokalaus ganz ruhig.

Bremen - 15 Minuten lang dauerte die Ansprache auf dem Trainingsplatz. Zu hören war aus der Distanz kaum etwas. Denn Werder-Coach Thomas Schaaf verzichtete gestern Morgen nach dem peinlichen Pokal-aus in Münster auf eine öffentliche Wutrede.

Ganz ruhig sprach der 51-Jährige zu seinen Profis. Auch nach dem Training demonstrierte Schaaf Gelassenheit. Im Gespräch mit den Journalisten nahm er sich viel Zeit und sagte . . .

zum Pokalaus

„Natürlich sind wir immer noch enttäuscht. Wir hatten uns viel vorgenommen. Ich denke, dass wir das gar nicht so schlecht gemacht haben. Wir haben es halt verpasst, den zweiten, dritten Treffer zu setzen. Wenn das nicht gelingt, muss man wenigstens in der Defensive so konsequent sein, das Ergebnis durchzubringen. Wir hatten das Spiel über weite Strecken im Griff. Bis zum 2:2 wäre die Schlagzeile doch gewesen: Werder Bremen ist souverän weitergekommen. Dann geraten wir in Rückstand, kriegen den Platzverweis, da werden die Möglichkeiten bei dieser Hitze noch geringer. Da hat man auch gesehen, dass der Gegner schon fünf, sechs Pflichtspiele gemacht hat.“

zur Hitze

Das soll keine Ausrede sein, aber man darf nicht vergessen: Diese Hitze ist nicht für jeden etwas. Der eine ist auf Kälte empfindlich, der eine mag‘s nicht, wenn es nass ist. Das ist einfach so. Man darf nicht immer die Formel machen: Wenn einer etwas nicht anbietet, dann will er auch nicht. Das ist falsch. Fakt ist: Die Jungs waren total enttäuscht, sie wollten unbedingt in die nächste Runde.“

zur Defensive

„Wir haben bei den Toren große Fehler gemacht. Aber ich habe auch viele gute Dinge gesehen. Das fällt in der Defensive nur weniger auf als in der Offensive. Sicher gab es auch individuelle Fehler, dass jemand falsch gestanden oder den Pass nicht unterbunden hat. Es ist immer eine ganz einfache Nummer, sich das letzte Bild vor einem Gegentor anzuschauen und sich dann den herauszunehmen, der am nächsten dran ist. Was davor passiert ist, wird gerne übersehen.“

zum neuen System

„Wir können noch nicht alles perfekt. Da ist auch nicht verwunderlich. Wir müssen über die Wettkampfpraxis noch reifen. Wir haben vorher gesagt, dass wir ins Stolpern kommen werden und wir dann unseren Weg weitergehen müssen. Und wir gehen jetzt unseren Weg weiter. Ohne Wenn und Aber.“

zu Alternativen

„Wir überprüfen die Mannschaft immer. Jeden! Aber wir müssen jetzt nicht beigehen, eins zu eins zu wechseln. Wir müssen eine Linie drin haben, damit die Spieler das Vertrauen spüren. Man muss doch auch hinterfragen, warum jemand draußen gesessen hat. Wahrscheinlich hat er nicht genug nachgewiesen. Deshalb muss er jetzt nicht spielen, weil bei einem anderen nicht alles funktioniert hat. Das wäre falsch. Wir vergessen doch nach einem Spiel nicht, was in der Vorbereitung war. Wir nemen die Erkenntnisse aus diesem Spiel und aus dem Training, danach entscheiden wir.“

zu Zukunftssorgen

„Wenn ich sehe, dass die Mannschaft weiter so arbeitet, dann werde ich mit ihr den Weg so weitergehen. Ich habe der Mannschaft gesagt: Wir müssen jetzt dran bleiben, wir müssen uns gegenseitig fordern.“

zum Dortmund-Spiel

„Wir brauchen jetzt diese Wettkämpfe. Wir wollen Ergebnisse haben, auch wenn die mal nicht gut sind. Damit wir aufzeigen können, was uns noch fehlt, woran wir arbeiten müssen. Wir haben eine junge Truppe, das ist schwierig. Plötzlich funktionieren Dinge nicht mehr, die vorher gut geklappt haben. Eine Konstanz herzustellen, das ist unsere größte Aufgabe. Wir wollen den Fußball aus der Vorbereitung zeigen. Ob uns das in Dortmund gelingen wird – ich hoffe das. Es ist ein wunderschöner Rahmen. Ich freue mich riesig. Es gibt nichts Schöneres: 83 000 Zuschauer, Hütte voll, 76 000 pfeifen gegen dich. Was weiß ich wieviele Kameras sind da. Es wird alles hell erleuchtet sein. Viel mehr Aufmerksamkeit kannst du nicht kriegen. Da musst du einfach nur zusehen, dass du irgendwie die Kugel triffst.“ · kni

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