Werder-Coach hält Lobeshymne auf sein Team und hat kein Verständnis für schlechte Noten

Schaaf sieht wunderbare Dinge

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Thomas Schaaf

Bremen - Trainer Thomas Schaaf hat sich schon festgelegt: Er findet den SV Werder im Jahr 2012 gut, sogar sehr gut – mit „wunderbaren Dingen“, wie er schwärmt. Schon das 0:0 in Kaiserslautern hatte Schaaf positiv bewertet, das 1:1 gegen Leverkusen ordnete er sogar in die Kategorie „hervorragendes Spiel“ ein.

Dass dieses Urteil im krassen Gegensatz zur Berichterstattung in vielen Medien steht, ist dem Ex-Profi nicht entgangen – und es ärgert ihn, wie er auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel morgen in Freiburg (15.30 Uhr) deutlich machte.

„Wir haben gegen Leverkusen ein hervorragendes Spiel abgeliefert – wenn man allein die Bereitschaft sieht, und das gegen eine Mannschaft, die in der Champions League spielt. Ich weiß nicht, ob man dann in der Benotung der Spieler so negativ kritisch sein muss“, meinte Schaaf und fügte noch süffisant an: „Ich weiß nicht, wie wir dann bewertet werden, wenn wir mal richtig schlecht sind.“

Schaaf unterfütterte seinen Eindruck mit Daten. Die Partie sei die laufintensivste der Bundesliga-Saison gewesen, betonte der Coach. Die Werder-Profis waren 125,1 Kilometer unterwegs, die Leverkusener nur 400 Meter weniger. Doch bedeutet viel laufen auch gut spielen? Am Samstag nicht unbedingt. Beide Teams hatten große Mühe, Struktur in ihre Aktionen zu bekommen, von einem Spielfluss konnte keine Rede sein. So ganz ist das auch Schaaf nicht entgangen, und er gestand: „Natürlich muss man Abstriche machen, dass nicht jeder Pass ankommt, dass die Automatismen nicht greifen – dafür ist zu viel neu besetzt worden, zu viel neu angesprochen worden. Das wird auch in den nächsten Spielen noch so sein.“

Doch damit müsse Werder nach der verkorksten Vorsaison, den zuletzt zahlreichen Ausfällen und den Neuverpflichtungen leben. „Natürlich weiß ich, dass nicht alles perfekt ist, natürlich weiß ich, dass wir einen ganz anderen Stellenwert hier haben, dass wir alle davon träumen, in der Champions League und überall dabei zu sein. Aber es gibt eben auch Phasen, wo man darauf hinarbeiten muss“, wirbt Schaaf für Nachsicht und Geduld.

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Genauso wie sein Chef Klaus Allofs, der den Grund für die allgemeine Unzufriedenheit zu kennen glaubt. „Man ist hier in den letzten Jahren verwöhnt worden – von der Art, wie gespielt worden ist und vom Erfolg. Wir tun alles dafür, dass wieder darüber berichtet werden kann, aber in der Zwischenzeit ist nicht alles schlecht.“

Aber auch nicht alles gut. Doch Schaaf stellt sich schützend vor seine Mannschaft, lässt kaum Kritik zu, stellt lieber das vermeintlich Positive in den Vordergrund, lobt so Grundvoraussetzungen wie Einsatzwille und Laufbereitschaft. Aber wer weiß, vielleicht hat ihn diese Mannschaft tatsächlich so überzeugt, dass er eine wahre Lobeshymne lieferte: „Da sind so viele wunderbare Dinge da gewesen, die mich einfach erfreuen und die mir Spaß machen, mit dieser Mannschaft zu arbeiten und den Weg zu verfolgen.“ Möglichst schon morgen beim Tabellenletzten in Freiburg, aber davon geht der Coach fest aus: „So, wie die Mannschaft in dieser Woche trainiert hat, will sie sich auch in Freiburg beweisen.“ · kni

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