Däne gestern nach Kritik freigestellt / „Ich stehe zu meiner Meinung“

Jensen offiziell zur "Orientierung freigestellt"

Das Tischtuch zwischen Daniel Jensen (re.) und Trainer Thomas Schaaf ist zerschnitten. ·

Bremen - Die fast siebenjährige Dienstzeit bei Werder Bremen hat für Daniel Jensen gestern ein jähes Ende gefunden.

Weil sich der Mittelfeldspieler unter anderem in einem Interview mit dieser Zeitung kritisch geäußert, fehlenden Respekt beklagt und sich tief enttäuscht über die Art und Weise seines Abschieds gezeigt hatte („Das war ein Schlag ins Gesicht“), wurde der 31-Jährige gestern Morgen von Trainer Thomas Schaaf rausgeschmissen. Nach einem Gespräch mit dem Coach konnte der Spieler gleich wieder nach Hause fahren. Jensen wurde bis zum Ablauf seines Vertrages Ende Juni vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen.

Offiziell hieß es, Jensen sei „freigestellt, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich schnell anders zu orientieren“, wie es der Bremer Coach formulierte. Und das, so Schaaf, bedeute daher nicht automatisch, dass es sich dabei um eine disziplinarische Maßnahme handelt. Wohlgemerkt nicht automatisch. Schlussendlich aber dürfte für die abrupte Trennung aber doch die Kritik des Dänen am Verhalten von Schaaf ausschlaggebend gewesen sein.

Das glaubt zumindest Jensen: „Der Trainer hat mich zu sich bestellt und mir gesagt, dass ihm meine Äußerungen in der Zeitung nicht passen. Ich habe ihm gesagt, dass es meine Meinung ist und ich auch dazu stehe. Daraufhin konnte ich gehen.“

Von der Entscheidung sei er überrascht gewesen, wie Jensen einräumt. „Jede Geschichte hat zwei Seiten. Der Trainer hat seine Meinung, ich habe meine. Ich muss das jetzt schlucken und werde nun für mich allein trainieren.“ Nachkarten wollte Jensen aber nicht: „Dann gibt doch nur wieder ein Wort das andere. Das bringt nichts. Ich habe einmal meine Meinung gesagt, und dabei bleibe ich. Ich bin auch nicht der Typ Mensch, der jetzt unbedingt zurückschießen muss.“ Allerdings mache er sich ein wenig Sorgen, „dass die Geschichte jetzt ein schlechtes Licht auf mich werfen könnte. Doch die Leute, die mich kennen, wissen, wie ich bin.“

Während Schaaf zwischen der Freistellung und den Äußerungen seines Spielers keinen Zusammenhang eingestehen wollte, räumte Sportchef Klaus Allofs zumindest ein, „dass es sicherlich etwas damit zu tun hat. Daniels Aussagen haben noch einmal verdeutlicht, dass wir ganz unterschiedliche Standpunkte vertreten.“

Allofs trägt die Entscheidung von Schaaf im vollen Umfang mit und lieferte auch den Grund, warum Jensen nicht für das Dortmund-Spiel nominiert worden war. „Daniel hat in unseren Planungen keine Rolle mehr gespielt, und da ist es doch klar, dass wir schon nach vorn schauen und Spieler einsetzen, die in Zukunft hoffentlich zu tragenden Figuren bei uns werden“, sagte der Werder-Boss und zählte Dominik Schmidt, Florian Trinks sowie Predrag Stevanovic auf.

Jensen, der beklagt hatte, im letzten Heimspiel gegen Dortmund zum Abschied nicht einmal im Kader gewesen zu sein, habe erklärt, dass er fit sei, meinte Allofs. Das aber sei nicht richtig. „Er ist nicht fit. Und es macht keinen Sinn, einen Spieler, der nicht fit ist, zu berufen. Es ging um unsere Existenz. Das war keine Jux-Veranstaltung. Deshalb kann sich hier niemand beschweren, dass er schlecht behandelt wurde. Wir sind immer fair mit Daniel umgegangen.“ · flü

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