„Widme meine ganze Kraft der Aufgabe“ / Allofs verschiebt Vertragsgespräche

Schaaf schließt Rücktritt weiter kategorisch aus

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Thomas Schaaf

Von Arne Flügge · Acht Mal hat Werder Bremen in dieser Saison drei Tore und mehr in einem Spiel kassiert. Zuletzt gab’s eine 0:4-Klatsche beim HSV. Und morgen (17.30 Uhr) kommt in Bayer Leverkusen der Tabellenzweite ins Weserstadion, der genauso viele Tore geschossen (48) wie Werder eingefangen hat. Droht den Bremern das nächste Debakel?

Immerhin eines steht fest: Thomas Schaaf wird auch im Falle einer weiteren peinlichen Schmach Trainer an der Weser bleiben. „Natürlich ziehen wir nach jedem Spiel unsere Schlussfolgerungen, das hat aber nichts mit unserer Einstellung zum Trainer zu tun“, sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs gestern: „Thomas Schaaf ist der richtige Trainer für Werder. Und es gibt keinen Grund, Veränderungen vorzunehmen.“ Allofs will das zwar nicht als eine automatische Jobgarantie oder einen Kündigungsschutz für Schaaf verstanden wissen – im Grunde genommen ist es aber genau das.

Schaaf jedenfalls hat gestern für den Fall einer neuerlichen klaren Niederlage einen freiwilligen Rücktritt erneut kategorisch ausgeschlossen. „Ich habe eine Aufgabe, die ich verfolge, sehr ernst nehme und der ich meine ganze Kraft und meinen Einsatz widme – das wird auch weiter so sein“, erklärte der Bremer Trainer, der am Donnerstagabend in der „Harald-Schmidt-Show“ veräppelt worden und sogar mit Lybiens Staatschef Gaddafi verglichen worden war. Seit längerem, so hieß es, falle der Diktator durch zunehmend unkontrollierte Wutausbrüche auf und will nicht zurücktreten. Man nenne Gaddafi daher schon den Thomas Schaaf Nordafrikas.

Schaaf konnte darüber gestern freilich nicht lachen. „Ich habe die Sendung nicht gesehen und beschäftige mich auch nicht damit, sondern nur mit meiner Arbeit. Wenn andere denken, sie müssen mir Dinge nachsagen, sie müssen so etwas tun, dann müssen sie diese Meinung haben und mich ja sehr gut kennen . . .“

Sportchef Klaus Allofs nahm die Läster-Attacke via TV gegen seinen Trainer nur mit einem missbilligenden Kopfschütteln zur Kenntnis und richtete den Fokus lieber auf die Partie morgen gegen Leverkusen und die Bewältigung der Krise insgesamt. Vorwürfe, dass Werder mit der momentanen Situation nicht umgehen könne, „lassen mich kalt“, knurrte der 54-Jährige: „Das ist Gerede, dass Werder keinen Abstiegskampf bestreiten kann. Zu jedem Spiel gehören Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Zusammenhalt. Und wir fühlen uns mit dieser Mannschaft gerüstet, um in der Liga zu bleiben.“

Dazu bedürfe es aber einer 100-prozentigen Konzentration auf die Sache, meinte Allofs. Und der Werder-Sportdirektor geht da mit gutem Beispiel voran. Nach einem längeren Verwirrspiel hat der Aufsichtsrat dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung seines 2012 auslaufenden Vertrages angeboten. „Es ist richtig, dass der Aufsichtsrat auf mich zugekommen ist und Gespräche in Aussicht gestellt hat“, bestätigte Allofs gestern. Doch die will der 54-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt nicht führen. „Es gibt keinen Fahrplan für die Verhandlungen. Ich habe dem Aufsichtsrat gesagt, dass wir momentan andere Probleme haben. Darauf sollten wir uns konzentrieren“, berichtete Allofs: „Dies gilt für mich genauso wie für die Spieler.“ Angesichts der Krise hatte der Sportchef bereits vor Monaten Vertragsverhandlungen mit seinen Profis auf Eis gelegt.

Seine Haltung will Allofs aber nicht als generelle Absage an Werder verstanden wissen. „Ich fühle mich sehr wohl in Bremen. Das habe ich immer wieder betont. Im Moment ist aber nicht der Zeitpunkt, um darüber zu reden.“

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