Tor aberkannt, Fehler gemacht, Fehler geleugnet: „Das finde ich traurig und schlimm“

Schaaf sauer auf Schiri Aytekin

Bremen - Es gibt ein paar feste Regeln im Trainerleben des Thomas Schaaf. Eine davon lautet: Bloß nichts über den Schiedsrichter sagen! Eigentlich hält sich der Coach von Werder Bremen auch eisern daran. Gestern jedoch nicht.

Am Tag nach der 2:3 (1:2)-Niederlage bei Hannover 96 nahm er Deniz Aytekin ins Visier und kritisierte dessen Verhalten nach einer offenkundigen und für Werder weitreichenden Fehlentscheidung als „schlimm“ und „traurig“.

Aytekin hatte in der 83. Minute ein Tor von Assani Lukimya zur Bremer Führung nicht anerkannt. Sokratis habe zuvor im Kopfballduell mit Hannovers Karim Haggui gedrückt – und zwar mit der Hand auf die Schulter. So begründete jedenfalls der 34 Jahre alte Referee seine Entscheidung, bei der er auch blieb, nachdem er die Szene rauf und runter vorgespielt bekommen hatte. Schaafs Problem damit: Er hatte kein Foul gesehen und wünschte sich von Aytekin Einsicht samt Entschuldigung. „Es können durchaus Fehler vorkommen, auch wir haben in dem Spiel Fehler gemacht. Aber dann muss man auch dazu stehen.“

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Tatsächlich bewiesen die TV-Bilder nicht, dass Aytekin richtig entschieden hatte. Der Kontakt zwischen Sokratis’ Hand und Hagguis Schulter war – wenn überhaupt vorhanden – minimal, ein Schieben oder Drücken nicht zu erkennen. Doch Aytekin blieb dabei: „Ich habe das sehr gut gesehen. Der Arm lag drauf.“ Schaafs Reaktion lässt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: „Wenn ich das höre, finde ich es nur traurig. Da fehlt mir jegliches Verständnis. Ich finde es schlimm, solche Aussagen zu erleben.“ Ein direkter Meinungsaustausch noch in der AWD-Arena fand nicht statt. „Ich hatte auch nicht das Bedürfnis“, sagte Schaaf, der die betreffende Szene in ihrer Bedeutung für das Spiel erstaunlich vorsichtig einordnete: „Es war ein kleiner Teil, aber ein wichtiger.“ · csa

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