Werder holt einen Eishockey-Manager / Bis April nur eine Teilzeitkraft

Schaaf sagt Ja zum Hai: Eichin wird der neue Allofs

+
Thomas Eichin hat mit der Werder-Raute schon Bekanntschaft gemacht. ·

Bremen - Von Björn Knips. Gestern wurde bei Werder gefeiert. Wie immer am 27. Dezember. An seinem Geburtstag gibt Klaus-Dieter Fischer in der kleinen Gaststätte in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße in Bremen einen aus.

Das größte Geschenk hat sich der Vereinspräsident und Geschäftsführer diesmal zum 72. Geburtstag selbst mitgebracht: Thomas Eichin – Werders neuen Geschäftsführer Sport, den neuen Klaus Allofs also. „ Da haben die Leute nicht schlecht gestaunt“, feixte Fischer – wohl wissend, dass die Verpflichtung eines Eishockey-Managers eine faustdicke Überraschung ist.

Fast genau sechs Wochen hat es gedauert, bis Werder nach dem ebenso überraschenden Wechsel von Klaus Allofs zum Ligarivalen VfL Wolfsburg einen Nachfolger gefunden hat. Dazwischen gab es die Absagen von Ex-HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer und Trainerberater Marc Kosicke sowie das Zögern von Ehrenspielführer Marco Bode. Dass er nun womöglich nur vierte Wahl ist, ließ Eichin gestern Nachmittag bei seiner Vorstellungspressekonferenz im Weserstadion kalt: „Auch wenn ich Lösung Z wäre, wäre mir das total egal. Ich bin froh, dass ich hier sitze.“

Der 46-Jährige hat sich mit dem Vertrag bei Werder (bis 30. Juni 2016) einen Traum erfüllt: „Ich musste nicht lange überlegen, als mich Werder kontaktiert hat. Ich wollte immer in den Fußball zurück.“ Seine Karriere als Fußball-Profi hatte er 1999 nach 180 Bundesliga-Spielen für Borussia Mönchengladbach beendet. Es folgte der Wechsel als Marketingleiter zu den Kölner Haien, bei denen er seit 2001 Geschäftsführer ist. Und auch noch einige Monate sein wird. Denn erst wenn die Saison der Haie in der Deutschen Eishockey Liga beendet ist, steigt Eichin, der seinen Vertrag in Köln gerade erst bis 2016 verlängert hatte, voll bei Werder ein. Bis dahin steht er nur sporadisch zur Verfügung. Auf diese „einvernehmliche Lösung ohne Ablöse“ haben sich die Haie, Eichin und der Bundesligist geeinigt, wie Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke betonte und noch höflich anfügte: „Wir hoffen, dass es im April in Köln eine Meisterfeier mit unserem neuen Kollegen geben wird.“ Da die Haie als Tabellenzweite voll auf Playoff-Kurs steuern, ist für sie frühestens Ende März Schluss.

Werder Bremens neuer Sportchef Thomas Eichin

Für Lemke kein Problem. Er sieht Werder auch ohne die volle Kraft von Eichin gut gerüstet – durch die Beförderung von Frank Baumann zum Direktor Profifußball sowie die Kompetenz der Geschäftsführer Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer und natürlich Thomas Schaaf. Der Trainer hatte in seinem Urlaub in der Personalie Eichin sogar das letzte Wort. Nachdem Aufsichtsrat und Geschäftsführung den Daumen nach oben gereckt hatten, „haben wir Thomas Eichin nach Österreich gejagt, um sich mit Thomas Schaaf zu treffen“, berichtete Aufsichtsratsmitglied Hubertus Hess-Grunewald. Als dann am zweiten Weihnachtstag in Salzburg „weißer Rauch aufstieg“, wie sich Lemke etwas pathetisch erinnerte, sei die Eichin-Verpflichtung perfekt gewesen.

Lesen Sie auch:

-Wie Thomas Eichin zu den Kölner Haien kam

- Interview mit Thomas Eichin

„Die Chemie muss passen, denn ich habe immer einen sehr engen Kontakt zu meinen Trainern gehabt. Ich will mit dem Trainer immer als Einheit auftreten“, meinte Eichin: „Dieses Treffen mit Thomas war ein ganz wichtiger Schritt, aber eigentlich war mir schon vorher klar, dass es passen wird.“ Bislang kannten sich die beiden Ex-Profis nur flüchtig. Mit Frank Baumann teilte Eichin dagegen sogar das Zimmer bei seiner kurzen Ausleihe an den 1. FC Nürnberg. Das war sie dann aber auch schon – die Affinität zu Werder. Von Stallgeruch, der den Verantwortlichen immer so wichtig war, kann bei Eichin keine Rede sein. „Man bekommt eben nie 100 Prozent“, gestand Lemke, der aber dennoch sehr zufrieden ist: „Wir haben die angestrebte smarte Lösung gefunden. Wir wollten nicht den normalem Pfad der anderen Clubs gehen.“ Und Hess-Grunewald ergänzte: „Thomas Eichin ist als innovativer und hoch motivierter Kandidat aufgetreten, ohne sich aufzudrängen. Er ist sturmerprobt, hat Krisen gemanagt – und er ist ein Teamplayer.“

Das könnte Sie auch interessieren

Party im Hansezelt mit Jürgen Drews, Klaus & Klaus und „Malle-Jens“

Party im Hansezelt mit Jürgen Drews, Klaus & Klaus und „Malle-Jens“

Party im Hansezelt mit Jürgen Drews, Klaus & Klaus und „Malle-Jens“

Party im Hansezelt mit Jürgen Drews, Klaus & Klaus und „Malle-Jens“

Ein Hoch auf den "Hundeknochen": 50 Jahre Ford Escort

Ein Hoch auf den "Hundeknochen": 50 Jahre Ford Escort

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Meistgelesene Artikel

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Kommentare