Werder holt gegen Bochum 1:2 auf und gewinnt mit 3:2

Schaaf rotiert – und das geht fast daneben

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Werder setzte sich vor 36 197 Zuschauern knapp mit 3:2 (0:1) durch und fährt somit weiter auf Europa-League-Kurs.

Aufholjagden sind bei Werder Bremen groß in Mode gekommen. Zwei Tage nach dem 4:4 in der Europa League gegen den FC Valencia mussten die Hanseaten auch gestern in der Bundesliga gegen den VfL Bochum zweimal einem Rückstand hinterherlaufen – diesmal allerdings mit Happy End:

Werder setzte sich vor 36 197 Zuschauern knapp mit 3:2 (0:1) durch und fährt somit weiter auf Europa-League-Kurs. „Ich hätte auch gern mal einen ruhigen Sieg“, schmunzelte Bremens Marko Marin, der nicht nur wegen seines wichtigen Tores zum 2:2-Ausgleich (65.) der beste Bremer auf dem Platz war. Den Siegtreffer erzielte Torsten Frings mit einem abgefälschten Gewaltschuss in der 81. Minute. „Ich bin zwar nicht für die Tore zuständig, aber manchmal muss man auch mal Glück haben“, grinste der 33-Jährige.

Werder gewinnt 3:2

Werder Bremen - Vfl Bochum

Werder hat sich vom Europa-League-Aus schnell erholt und mit einer fulminanten Aufholjagd drei Bundesliga-Punkte gesichert.Knapp 44 Stunden nach dem 4:4 gegen den FCValencia gewann der norddeutschen Fußball-Bundesligist am Samstag das Punktspiel gegen den VfL Bochum mit einer „rotierten Mannschaft“ noch 3:2 (0:1). © dpa
Werder hat sich vom Europa-League-Aus schnell erholt und mit einer fulminanten Aufholjagd drei Bundesliga-Punkte gesichert.Knapp 44 Stunden nach dem 4:4 gegen den FCValencia gewann der norddeutschen Fußball-Bundesligist am Samstag das Punktspiel gegen den VfL Bochum mit einer „rotierten Mannschaft“ noch 3:2 (0:1). © Nordphoto
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Stanislav Sestak hatte die Gäste in der 14. Minute früh in Front geschossen, nach Pizarros Ausgleich (58.) schloss Bochum einen Konter durch Zlatko Dedic zur erneuten Führung ab (63.). „Wir müssen einfach daran arbeiten, nicht mehr so leichte Tore zu kriegen“, forderte Frings.

Vielleicht lag’s aber auch daran, dass gestern eine völlig umgekrempelte Bremer Mannschaft auf dem Platz stand. Trainer Thomas Schaaf hatte in Fritz, Pizarro, Frings, Mertesacker und Özil gleich fünf Stammspielern eine Verschnaufpause gegönnt und sie für das DFB-Pokalhalbfinale am Dienstag gegen den FC Augsburgs geschont.

Und Schaafs Maßnahme wäre fast in die Hose gegangen. Markus Rosenberg war als offensiver Mittelfeldspieler hinter Stürmer Hugo Almeida völlig überfordert, Daniel Jensen gelang auf der Sechserposition neben Philipp Bargfrede überhaupt nichts. Linksverteidiger Sebastian Boenisch feierte nach fast dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback, Sebastian Prödl rutschte für Mertesacker in die Innenverteidigung – und patzte vor dem 0:1. „Es ist doch klar, dass sich eine Mannschaft bei so viel Umstellungen erstmal finden und in den Rhythmus kommen muss“, sagte Marin, der die Maßnahme von Schaaf für die richtige hielt. „Einige Spieler waren doch sehr müde.“

Doch die, die als Ersatz auf dem Platz standen, waren nicht viel wacher. Ohne Esprit, ohne Druck und Torgefahr lieferte Werder eine erste Halbzeit ab, die von den Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert beendet wurde.

Schaaf reagierte, rotierte zurück und brachte für die desolaten Rosenberg und Jensen die Stammkräfte Özil und Pizarro. „Als die beiden reingekommen sind, und Claudio dann sein Supertor gemacht hat, lief es für uns“, freute sich Marin. Pizarros Treffer zum 1:1 war in der Tat sehenswert. Einen herrlichen Pass von Naldo nahm der Peruaner volley und jagte die Kugel in die Maschen. Dass die Bochumer nur fünf Minuten später durch Dedic zur erneuten Führung kamen, war wieder einmal dem schlampigen Bremer Abwehrverhalten geschuldet. „Wir haben schon wieder nach einer eigenen Ecke einen Konter und ein Gegentor gekriegt. Genau wie gegen Valencia“, ärgerte sich Naldo.

Positiv: Wie am Donnerstag bewiesen die Bremer eine starke Moral und drehten den Spieß nach Toren von Marin und Frings noch um. Und dass es ein Happy End blieb, verdankte Werder Torwart Tim Wiese, der in der 90. Minute unmittelbar hintereinander mit zwei Glanzparaden gegen Mergim Mavraj und Paul Freier den wichtigen Sieg festhielt.

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