Keine Erklärung für die Pokalpleite – keine Zeit, bis zum Ligastart viel zu bewegen

Schaaf rätselt und sieht die Zeit verrinnen

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„Die Situation ist nicht gut“, gibt Werder-Trainer Thomas Schaaf zu. Das Pokalaus hat Werder schwer getroffen, und die Vorzeichen für den Liga-Start am Samstag sind denkbar schlecht

Von Carsten Sander - Willi Lemke will nicht reden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat sich selbst Schweigen verordnet, weil er nach der Pokalpleite beim 1. FC Heidenheim und vor dem Bundesliga-Start gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 15.30 Uhr) Ruhe im Club und dessen Umfeld haben möchte.

Thomas Schaaf verfolgt dasselbe Ziel. Allerdings nicht mit Schweigen, sondern mit Reden.

Lange nahm sich der Werder-Trainer gestern Nachmittag nach der Trainingseinheit Zeit, um die unfassbare Erstrunden-Niederlage zu diskutieren. Dabei ging es ihm nicht darum, die Kritik wegzuschieben oder zu vertuschen“. Aufarbeitung war angesagt – wenngleich ihm die enorm schwerfällt. Schaaf: „Ich frage mich: Warum ist das passiert? Wieso sind wir nach dem verschossenen Elfmeter von unserem Weg abgekommen und haben unser Ziel nicht weiter verfolgt?“ Die Antwort: „Ich kann es nicht erklären.“ Nur Vermutungen anstellen: „Vielleicht hatten wir auf einmal andere Dinge im Kopf. Vielleicht war da auf einmal die Angst, dass wir verlieren könnten und das Negative wieder los gehen würde.“

Training am Montag

Werder-Training am Montag

Wenn dem so war, dann war die Angst berechtigt. Denn Werder steht nach der Rumpel-Saison 2010/11 vor einem ganz schweren Start in die Hoffentlich-geht-es-diesmal-nicht-richtig-schief-Saison 2011/12. Heidenheim hat eben dies aufgezeigt, und Schaaf weiß es auch. Er sagt: „Im Moment müssen wir damit leben, dass wir unsere Leistung nicht zu hundert Prozent abrufen können. Die Mannschaft hat in der Vorbereitung schon gute Ansätze gezeigt, kann die Leistung aber nicht konstant rüberbringen.“

Das klingt ein bisschen nach sachter Vorbereitung auf noch mehr schlechte Ergebnisse und taugt als Erklärung für eine Niederlage bei einem zwei Spielklassen beheimateten Gegner ebenso wenig wie der Hinweis auf noch verletzte Stammkräfte wie Per Mertesacker und Claudio Pizarro. Aber für Schaaf sind es stichhaltige Gründe. Das Mannschaftsgebilde sei eben noch instabil, trotz der vier Wochen langen Vorlaufphase. „Wir sind nicht so weit, dass wir völlig befreit aufspielen können. Dafür fehlen uns zu viele Leute. Wir brauchen noch Zeit“, fordert der Chefcoach – wissend, dass ihm niemand diesen Wunsch erfüllen wird. In vier Tagen geht‘s in der Liga los. „Dann müssen Ergebnisse her, klar“, meint Schaaf.

Die Vorzeichen sind schlecht, die Situation „nicht gut“, gibt der Trainer zu. Natürlich will er keine Krisenstimmung nach einer Vorbereitung, die er und auch neutrale Beobachter als gut bewertet hatten. Natürlich will er keine Jugendlichen, die vor „unserem Bus rumtoben“. Wie in Heidenheim geschehen. Der Trainer muss jetzt entgegensteuern. Mit offensiver Öffentlichkeitsarbeit, vor allem jedoch auf dem Trainingsplatz. „Mit System und Struktur“, sagt Schaaf, will er die zur Verfügung stehenden Spieler – und das werden bis Samstag vielleicht noch ein paar mehr (siehe Text rechts) – fit machen für den Auftakt gegen Kaiserslautern. Dazu gehört erstmal, die Last der Pokal-enttäuschung abzuwerfen. „Wenn wir immer daran denken, sind wir nur negativ beladen“, sagt Schaaf. Gleichwohl muss an den Fehlern und Defiziten intensiv gearbeitet werden. „Dazu gehört, die guten Dinge zu stärken und den Rest kritisch zu bewerten.“ Den großen Rest, sozusagen. · csa

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