1:2 – müde Bremer verlieren Test in Paderborn / Gegen Bayern gibt es einen anderen „Frischegrad“

Schaaf nimmt Pleite auf seine Kappe

Zlatko Junuzovic setzt sich gegen Paderborns Deniz Yilmaz (re.) durch. Der Österreicher im Werder-Trikot sorgte gestern für das einzige Bremer Erfolgserlebnis. ·

Werder-Bremen - PADERBORN · Grundsätzlich zahlt sich hartes Training ja aus, aber manchmal gibt es dafür auch die Quittung – so wie gestern für den SV Werder in Paderborn: Die müden Bremer verloren beim Zweitligisten mit 1:2 (0:1) und kassierten damit die erste Pleite im sechsten Testspiel dieser Vorbereitung. Trainer Thomas Schaaf nahm die Niederlage zum Teil auf seine Kappe.

„Keine Frage, wir können besser spielen. Aber wir haben in den letzten Tagen auch gut gearbeitet und es in Kauf genommen, dass die Spieler nun müde sind“, erklärte der Coach. Noch am Freitag hatte er seine Spieler den Trainingsplatz rauf und runter geschickt – und das bei Temperaturen über 30 Grad. Das ging in die Knochen. Doch als alleinigen Grund für die Niederlage wollte Schaaf das nicht gelten lassen: „Wenn man schwere Beine hat, muss man noch mehr die Ordnung halten und die richtigen Wege machen.“

Werder Bremen verliert Testspiel in Paderborn

Zu Beginn hatte das noch ganz gut ausgesehen. Bereits nach sieben Minuten hämmerte Nils Petersen die Kugel aufs Tor, scheiterte jedoch an Keeper Lukas Kruse. Danach tat sich Werder schwer, der Vorwärtsgang sprang immer wieder raus. „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, gestand Aaron Hunt. Er hatte trotzdem die Führung auf dem Fuß (18.), vergab aber genauso wie wenige Sekunden später Zlatko Junuzovic.

Nun wachten die Gastgeber, die bereits am Freitag in Berlin in die Zweitliga-Saison starten, auf und hatten gleiche mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Das 1:0 durch Deniz Yilmaz (35.) war daher keine Überraschung mehr. Der Gastspieler vom FSV Mainz, der nach diesem Treffer wohl verpflichtet wird, nutzte die Schläfrigkeit von Florian Hartherz und Sokratis aus, um dann noch Werder-Keeper Rapahel Wolf alt aussehen zu lassen. Der Flachschuss schien absolut haltbar. Ohnehin machte der vermeintliche Konkurrent der neuen Nummer eins Sebastian Mielitz eine unglückliche Figur, wirkte unsicher und konnte sich nur selten auszeichnen.

Das galt übrigens auch für die anderen vier Spieler, die im Vergleich zur Startelf am Mittwochabend gegen Aber deen ins Team gerückt waren. Assani Lukimya leistete sich als Innenverteidiger einige Patzer, Hartherz machte es auf der linken Abwehrseite nicht viel besser, und Tom Trybull kam als Sechser nicht richtig in Schwung. Den hatte Niklas Füllkrug zwar, aber Schaaf antwortete auf die Anmerkung eines Journalisten, der junge Angreifer sei doch sehr engagiert gewesen, mit einer eindeutigen Gegenfrage: „Hat er ein Tor gemacht?“

Hatte er nicht, weder als Außenstürmer noch später als einzige Spitze. Schaaf nahm die Neuen in der Startelf zwar in Schutz („Wir dürfen jetzt nicht ungerecht sein, auch für sie war es schwer“), sagte aber zugleich: „Es hat sich gezeigt, dass der eine oder andere noch Nachholbedarf hat.“

Für Junuzovic gilt das nicht. Der Österreicher war erneut viel unterwegs und belohnte sich dafür: Nach einer Hunt-Hereingabe spitzelte er die Kugel zum 1:1 ins Netz (58.). Doch anschließend brachten sich die Gäste selbst aus dem Konzept. Erst Eljero Elia mit seiner Rangelei mit Daniel Brückner (62./siehe Text unten). Dann Schaaf mit vier Auswechslungen (63.).

Das warf Werder aus der Bahn. Nachdem Füllkrug die Riesenchance zum 2:1 nach Vorarbeit von Aleksandar Ignjovski vergeben hatte (73.), lud der eingewechselte Aleksandar Stevanovic den Gegner einfach mal zum Siegtreffer ein. Erst köpfte der Rechtsverteidiger einen Befreiungsschlag nach einer Werder-Ecke direkt zum Gegner, dann konnte er Thomas Bertels nicht mehr am 2:1 hindern (75.).

Für eine Schlussoffensive waren die Bremer zu müde. Und so sangen die Paderborner Fans in der mit 7 424 Zuschauern halb gefüllten Benteler-Arena voller Häme: „Erste Liga, keiner weiß, warum!“ Ein natürlich viel zu hartes Urteil.

„Die Niederlage wirft uns nicht um“, behauptete Aaron Hunt. Wohl wissend, dass bis Samstag eine Steigerung her muss. Dann geht‘s in Hamburg im Liga-Total-Cup gegen den FC Bayern. Schaaf versprach schon einmal: „Dann werden wir einen anderen Frischegrad haben.“

Werder: Wolf - Gebre Selassie (46. A. Stevanovic), Lukimya, Sokratis, Hartherz - Trybull (63. Kroos) - Elia (63. Trinks), Junuzovic (63. Ignjovski), Hunt (63. Ekici), Füllkrug - Petersen (46. Arnautovic). · kni

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