Werders Verletztenmisere immer schlimmer / Nur mit 15 Spielern nach Leverkusen?

Schaaf muss den dritten Anzug auspacken

Thomas Schaaf musste extra seine Brille aufsetzen, um beim Vorlesen der vielen Ausfälle keinen zu übersehen.

Bremen - Von Björn Knips · Diese Frage kennt Thomas Schaaf nur zu gut. Sie eröffnet fast immer die obligatorische Pressekonferenz vor einem Spiel von Werder Bremen.

So auch gestern vor der Bundesliga-Partie bei Bayer Leverkusen (morgen, 17.30 Uhr/Sky live). Doch diesmal musste der Coach beim Thema „Ausfälle“ erst einmal kurz innehalten: „Dafür brauche ich meine Brille, das muss ich ablesen, denn unsere Personalsituation ist wirklich nicht gut.“ Schaaf hätte auch sagen können: Ich muss den dritten Anzug rausholen. Denn das ohnehin schon rappelvolle Werder-Lazarett hat noch einmal Zuwachs bekommen. Ausgerechnet jetzt – nach dem 0:4-Debakel in Mailand und in einer der schwierigsten Phasen des Clubs seit Jahren.

Die neuesten Ausfälle heißen Sandro Wagner und Dominik Schmidt. Beide hat’s am Knie erwischt – und das offenbar ziemlich böse. Wagner muss sogar den Arzt aufsuchen, der vor fast genau einem Jahr seinen Kreuzbandriss operiert hat. „Ich mache mir aber noch keine allzu großen Sorgen“, meinte der 22-Jährige gestern Abend kurz vor seiner Abreise nach Straubing zu Prof. Dr. Michael Strobel. Auch Schmidt muss zum Spezialisten, weil das Wadenbeinköpfchen und ein Außenband etwas abbekommen haben.

Nun sind zwar beide keine Stammspieler, aber in der aktuell angespannten Personalsituation nicht ganz unwichtige Ersatzleute – Wagner für den Sturm und U 23-Mann Schmidt für die Abwehr. Schaaf hat schon reagiert und Leon-Aderemi Balogun aus der Zweiten hochgeholt. Ob weitere folgen werden, ließ Schaaf gestern offen. „Es kann auch sein, dass wir nur mit den 15 Spielern, die wir jetzt haben, nach Leverkusen fahren“, sagte der 49-Jährige.

Es hängt auch vom Genesungsverlauf bei Tim Borowski ab. Der Mittelfeldspieler hat eine Leistenzerrung aus Mailand mitgebracht. Gestern absolvierte er ein kurzes Lauftraining und meinte anschließend: „Wir müssen schauen, welche Reaktion kommt. Ich hoffe noch, dass ich in Leverkusen dabei sein kann.“

Aber was ist da nur los? Warum sind so viele Bremer verletzt? Aktuell sind es mit Naldo, Claudia Pizarro, Torsten Frings, Christian Vander, Clemens Fritz, Sebastian Boenisch, Wagner und Schmidt acht. Einige Kandidaten aus der U 23 wie zum Beispiel Pascal Testroet sind ebenfalls angeschlagen. „Natürlich analysieren wir, warum, wie und wo eine Verletzung passiert ist“, versicherte Schaaf: „Aber es gibt keine Erklärung dafür und auch kein Anzeichen, dass man Dinge falsch angepackt hätte.“

Nur bei einem Ausfall ist die Schuldfrage geklärt: Felix Kroos hatte sich wegen unsportlichen Verhaltens im Drittliga-Spiel gegen Burghausen eine Rote Karte eingehandelt und sich somit um einen Profi-Einsatz gebracht. „Ihn hätte ich gerne dabei gehabt“, seufzte Schaaf. Doch das war’s dann auch an Gejammere, wenn man das überhaupt so nennen darf. Denn Schaaf gab sich gestern auch kämpferisch: „Wir haben am Sonntag trotzdem noch eine gute Mannschaft auf dem Platz.“ Und die bereitet er behutsam auf die Aufgabe vor. Nach der Rückkehr aus Mailand bat er die Spieler zwar umgehend ins Stadion, eine große Ansprache blieb aber – anders als nach den Pleiten gegen Mainz (0:2) und Hannover (1:4) – aus. „So etwas darf man nicht überstrapazieren“, erklärte der Trainer: „Natürlich werden wir noch reden. Allerdings werden wir die Dinge sachlich ansprechen.“

Ob das reichen wird? Verliert Werder in Leverkusen, sieht’s auch in der Bundesliga ganz düster aus. Doch Werder-Boss Klaus Allofs verbietet, „jetzt alles in Frage zu stellen“, und verspricht: „Wir werden auch diese Phase überstehen.“

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