Gleiche Aufstellung wie gegen Hannover

Schaaf macht es wie Ramsey und lässt die Sieger ran

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Was soll das, scheint Marko Arnautovic (li.) zu fragen. Er sitzt heute nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre vermutlich nur auf der Bank.

Bremen - Sir Alfred Ernest Ramsey ist eine Legende in England. Er war der Mann, der dem Land 1966 den ersten und bislang einzigen WM-Titel schenkte. Dieser Titel, gewonnen dank des Wembley-Tors im Finale gegen Deutschland, ist das große Vermächtnis des 1999 im Alter von 79 Jahren gestorbenen Trainers an sein Land.

Der Fußball-Welt schenkte Alf Ramsey der Überlieferung nach aber noch etwas: den Satz „never change a winning team“. Er ist zu etwas wie einem Gesetz im Fußball geworden. Offenbar auch für Thomas Schaaf. Der Werder-Coach schickt heute beim VfB Stuttgart vermutlich jene elf Spieler auf den Platz, die vor acht Tagen mit dem 2:0 gegen Hannover 96 für große Erleichterung gesorgt hatten.

Erfolg schafft Vertrauen – also scharte Schaaf gestern im Abschlusstraining ausschließlich die Sieger des vergangenen Spieltages um sich. Mehmet Ekici war dabei – er wird wohl wieder auf der linken Angriffsseite beginnen. Eljero Elia, der kleine Matchwinner gegen 96, soll wieder über rechts kommen. Und Marko Arnautovic? Und Clemens Fritz? Beide erhielten gestern die Reservisten-Leibchen, machten lange Gesichter.

Sie werden wohl zu jenen „Härtefällen“, von denen Mittelstürmer Nils Petersen sprach: „Wir sind selbst gespannt, wie der Trainer sich entscheidet. Auf der einen Seite sind Clemens und Marko Typen, die wir brauchen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein Verfechter davon, nichts zu ändern, wenn es vorher gut gelaufen ist.“ Er denkt eben auch wie Sir Alf Ramsey.

Werder-Abschlusstraining vor dem Stuttgart-Spiel

Petersen zeigt aber auch die Schwierigkeit auf, die Schaaf zu bewältigen hat. Clemens Fritz ist immerhin der Kapitän. Und Marko Arnautovic der nach Noten zweitbeste Werder-Akteur der Hinrunde. Nun könnte er draußen bleiben, weil seinem Kumpel Elia nach 18 Spielen Anlauf eine gute Partie gelungen ist – noch dazu auf der ungewohnten rechten Seite. „Ich freue mich für Elli und hoffe, dass er jetzt richtig in Schwung kommt. Er kann uns eine große Hilfe sein. Gegen Hannover hat er gut gespielt, jetzt wird sich zeigen, ob er das gegen Stuttgart bestätigen kann. Mal sehen“, hatte Arnautovic vor dem Abschlusstraining Lob und Skepsis zu einer Aussage verrührt – und im nächsten Atemzug Werbung in eigener Sache betrieben: „Ich glaube, der Trainer war mit mir auf rechts bisher auch ganz zufrieden.“

Möglich aber, dass Schaaf dem Österreicher dessen mit Gelb-Rot bestrafte Unbeherrschtheit im Nordderby gegen den HSV nachträgt. Möglich aber auch, dass der 51-Jährige einfach nur auf Elia und dessen Formanstieg setzt. Die Diskussion, ob die rechte Seite für den 25-Jährigen tatsächlich der optimale Arbeitsplatz ist, hält Schaaf bewusst klein. „Elli ist gar nicht so festgelegt auf eine Seite. Mit seinen Fähigkeiten kann er überall spielen, auch in der Zentrale. Da ist eine Freiheit da. Ich mache mir keine Gedanken, dass es mit ihm nur auf einer Seite geht.“

Das könnte auch für Ar-nautovic gelten. Sprich: Nach Elia könnte er ebenfalls den Seitensprung vollziehen, statt Ekici (Schaaf: „Die Ansätze sind bei ihm jetzt da – und das ist ganz gut“) links stürmen. Das wäre die Flügelzange mal spiegelverkehrt. Eine gute Idee? „Ich kann vorne alles spielen“, behauptete Arnautovic, „aber wenn der Trainer sagt, er will nichts verändern, kann ich nichts machen. Dann sitze ich draußen.“ Als Opfer des Alf-Ramsey-Gesetzes. · csa

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