„Ich wäre doch bescheuert, wenn ich so einen Spieler nicht behalten wollte“

Schaaf kämpft um De Bruyne – und das täglich

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Reden hilft: Thomas Schaaf will Kevin De Bruyne davon überzeugen, dass er auch in der nächsten Saison bei Werder Bremen am besten aufgehoben ist.

Bremen - Nächste Woche sind sie wieder vereint – Thomas Schaaf und Klaus Allofs. Sowohl der SV Werder als auch der VfL Wolfsburg bereiten sich in Belek auf die Rückrunde vor.

Schaaf glaubt zwar nicht, dass die Zeit in der Türkei für ein gemeinsames Abend essen reichen wird, aber ein „Glas Wein oder Bier“, so der Werder-Coach, sei durchaus drin. Dabei dürfte auch die Personalie Kevin De Bruyne eine Rolle spielen. Denn Allofs hat bereits öffentlich um die Dienste des Leihspielers vom FC Chelsea geworben. Gestern folgte Schaafs Konter – und was für einer!

„Ich wäre doch bescheuert, wenn ich so einen Spieler nicht behalten wollte“, stellte Schaaf in selten da gewesener Deutlichkeit klar: „Alle sind sich doch einig, dass wir ein großes Talent dazugewonnen haben.“ Und das möchte Schaaf nach einem Jahr – so wie es vertraglich vorgesehen ist – nicht schon wieder verlieren. Dabei denkt der 51-Jährige nicht nur an das eigene Wohl. „Auf der einen Seite profitieren wir natürlich von seiner Qualität, auf der anderen Seite geben wir ihm hier aber auch die Möglichkeit, sein Potenzial voll auszuschöpfen, sich zu entwickeln, sich ausbilden zu lassen.“ Deshalb rät Schaaf dem erst 21-Jährigen: „Kevin geht hier einen sehr gut Weg. Ich bin der Meinung, diesen Weg sollte er hier weitergehen, bevor er dann zu Chelsea zurückkehrt oder andere Dinge macht.“

Noch ist völlig offen, ob der FC Chelsea den Belgier nach dieser Spielzeit wirklich zurückhaben will. Vor einem Jahr haben die Engländer 8,5 Millionen Euro an den KRC Genk überwiesen, den Belgier aber in der Rückrunde weiter in dessen belgischer Heimat spielen lassen. Im Sommer folgte die Ausleihe nach Bremen. Das sei alles so geplant gewesen, berichtete De Bruyne später. Zum Plan gehöre auch, dass der Nationalspieler im Sommer auf jeden Fall die Vorbereitung mit Chelsea absolviert. Danach soll dann entschieden werden, ob er bei den Londonern bleibt oder erneut ausgeliehen oder sogar verkauft wird.

Das alles weiß natürlich auch Klaus Allofs ganz genau. Schließlich hat er De Bruyne im Sommer als Werder-Boss nach Bremen geholt. Nun nutzt er dieses Wissen für seinen neuen Arbeitgeber VfL Wolfsburg und verkündete kürzlich ganz offen, dass er De Bruyne unbedingt haben will: „Wenn die Möglichkeit besteht, werden wir das angehen, weil Kevin ein sehr Guter ist.“ Worte, die in Bremen natürlich die Alarmglocken schrillen lassen. Denn mit VW im Rücken könnte Allofs im Poker um das Riesentalent ganz andere finanzielle Geschütze auffahren. Dem begegnete Schaaf gestern zunächst noch scherzhaft. Allofs hätte das so sagen müssen, „sonst würde er von sich ein Urteil abgeben, dass er keine Ahnung vom Fußball hat“. Doch indirekt redete er seinem einstigen Kompagnon danach auch ins Gewissen: „Klaus weiß, wo Qualität vorhanden ist. Er weiß aber auch, dass wir mit Kevin einen erfolgreichen Weg gegangen sind.“

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Will heißen: Allofs soll die Finger von De Bruyne lassen, um Werder und dem Spieler nicht zu schaden. Der fühle sich nämlich in Bremen ziemlich wohl. „Das hat Kevin mir in einem Gespräch vor der Winterpause noch einmal bestätigt“, betonte Schaaf: „Kevin schaut sehr genau auf seine Situation. Das hat er schon im Sommer gemacht, als er gesehen hat, Werder ist eine gute Geschichte für ihn.“ Und Schaaf sieht sich für weitere Gespräche mit dem jungen Mittelfeldspieler bestens gerüstet: „Es gibt sehr, sehr viele Argumente, die für uns sprechen. Wir haben sehr viele Spieler hervorragend entwickelt – und die sind bei uns einen phantastischen Weg gegangen. Das weiß auch Kevin.“

Doch damit will Schaaf seinen Spieler nun nicht ständig belästigen. Trotzdem setzt der Coach auf eine tägliche Taktik. „Wir müssen es mit Kevin so gut machen, wie wir nur können“, fordert der Coach: „Das ist die Grundvoraussetzung, damit sich ein Spieler Gedanken darüber macht, wie seine Zukunft weitergeht.“ Diesen Vorteil gegenüber Chelsea – aber auch gegenüber Wolfsburg und allen anderen Interessenten – will Schaaf in den nächsten Monaten nutzen. · kni

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