Spielmacher tief im Leistungsloch – und der Trainer will ihn mit Spielen therapieren

Schaaf hält tapfer zu Özil

Was ist bloß mit Mesut Özil los? Der Werder-Spielmacher hat alles verloren, was ihn in der Hinrunde stark gemacht hatte. Dennoch hält Coach Schaaf an ihm fest.

Werder-Bremen - Von Carsten SanderBREMEN · Sein Abgang war der eines zutiefst frustrierten Fußballers. Als Mesut Özil nach 67 Minuten von Trainer Thomas Schaaf per Auswechslung von seinem Leiden erlöst wurde, empfand er das als Bestrafung. Wortlos stapfte der Spielmacher, der derzeit keiner ist, an Coach und Kollegen vorbei in die Kabine. Auch Journalisten ließ er später stehen – kein Kommentar zu einer erneut schwachen Vorstellung im Europa-League-Match bei Twente Enschede. Özil, der Überflieger der Hinrunde, ist längst gelandet – und sein persönliches Tief wird für Werder Bremen zu einem immer größeren Problem.

Dass die Bremer das Hinspiel in der Runde der letzten 32 Teams mit 0:1 (0:1) in Enschede verloren, war gewiss das Resultat einer insgesamt nicht überzeugenden Bremer Leistung. Und nicht allein Özils Schuld. Darauf wies Schaaf nachdrücklich hin: „Wir sind nicht von einem Spieler abhängig.“ Aber wenn von einer der wichtigsten Positionen im Team keine Impulse mehr kommen,

nAllofs: „Keine

nÜberraschung“

wenn der zentrale Mittelfeldspieler fast jeden Ball verliert und kaum einen Zweikampf gewinnt, dann ist das natürlich ein Mangel, der in engen Spielen den Ausschlag geben kann – gegen Werder.

Die Partie in Twente war so ein enges Spiel, und Özil konnte es nicht prägen. Seit Wochen geht das schon so. Die Krise nahm bereits vor der Winterpause ihren Anfang, sie hält bis jetzt an. Sein Notenschnitt im Jahr 2010: 4,5 – also miserabel.

Gründe? Der naheliegendste ist die ungeklärte Vertragssituation des 21-Jährigen. Wie einst bei Miroslav Klose scheint auch Özil Opfer der eigenen hochfliegenden Träume zu werden. Sportchef Klaus Allofs würde gerne beweisen, dass es nicht so ist, doch seine Argumente sind dünn. „Es kann mit dem Vertrag zu tun haben, es kann aber auch ganz simpel an fehlender Kraft liegen“, sagt er. Denn nach der U 21-EM im vergangenen Sommer mit einem nur kurzen Urlaub sowie der intensiven Hinrunde sei es nicht verwunderlich, dass der Einbruch da ist, so Allofs: „Es ist doch eine Realität, dass ein 21-Jähriger nicht beständig auf hohem Niveau spielt. Für uns ist es keine Überraschung, dass Mesut mal eine schlechte Phase hat.“

Schlussfolgerung: Özil braucht eine Pause. Muss er also morgen gegen Spitzenreiter Bayer Leverkusen (17.30 Uhr, Weserstadion) auf die Bank? Nein, antwortet Trainer Schaaf: „Es wäre einfach, ihn jetzt rauszunehmen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, ihm Hilfe zu geben, indem wir ihn weiter spielen lassen und ihm sagen: Probier’s immer wieder, finde deine Sicherheit!“

Die Kollegen warten sehnsüchtig darauf, dass Mesut Özil selbige zurückgewinnt. Marko Marin sagt offen: „Natürlich ist Mesut auch innerhalb der Mannschaft ein Thema. Es ist für uns alle wichtig, dass er zur Form der Hinrunde zurückfindet, denn da waren wir erfolgreich. Wir brauchen einen starken Mesut.“

Doch im Moment ist Özil nur in einem stark – in seiner Verunsicherung. Wann sich das endlich ändert? Niemand weiß es. Und Allofs kann nur bitten: „Wir müssen alle Geduld haben mit Mesut.“

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