Der Werder-Coach und die unglückliche Vorbereitung / „Ich erwarte von allen mehr“

Schaaf ist genervt und pickt sich Vranjes raus

Werder-Bremen - BAD WALTERSDORF n Werder kommt nicht in Tritt – und das nervt Thomas Schaaf. Nach dem 0:0 im Testspiel am Samstag bei Sturm Graz ging der Werder-Coach mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. Einer hatte den Zorn des Trainers schon während des Spiels zu spüren bekommen. Nach nur 30 Minuten wurde Jurica Vranjes nach einem Wortgefecht mit Schaaf ausgewechselt. Klarer Fall von abgestraft, auch wenn Schaaf den Vorfall später herunterspielte. Doch es wurde deutlich: Wegen der bislang unbefriedigenden Vorbereitung ist der Trainer ziemlich dünnhäutig geworden.

Schon bei der Planung des Sommer-Programms war einiges schief gegangen. Schaaf wollte zwar zwei Trainingslager, aber nicht in direkter Folge. Doch durch die Zusage bei der Jubiläumspartie in Graz und weiterer Testspielverpflichtungen gab’s keine andere Möglichkeit. Das Problem: Anders als früher stehen Schaaf auch im zweiten Trainingscamp nicht alle Stammkräfte zur Verfügung. Mesut Özil und Sebastian Boenisch sind noch im Urlaub, Marko Marin stößt erst heute zum Team. Außerdem wartet Schaaf sehnsüchtig auf weitere Neuzugänge. „Es ist notwendig und wichtig, dass noch jemand kommt“, hatte er erst vor wenigen Tagen gesagt. Aber das Warten auf die vermeintlichen Rückkehrer Tim Borowski und Claudio Pizarro geht weiter. Nach dem dürftigen Remis gegen Graz seufzte Schaaf mit Blick auf das vorhandene Personal: „Das war nicht die Mannschaft, mit der wir die Saison angehen wollen.“ Weil auch Torsten Frings (gesperrt), Naldo (angeschlagen) und Per Mertesacker (noch nicht ganz fit) fehlten, mussten mehr U 23-Spieler ran als geplant – und das senkte das Niveau ganz deutlich.

Schaafs Kritik richtete sich natürlich an die komplette Mannschaft: „Da hat mir einiges nicht gefallen. Wir haben keine schnellen Aktionen gefahren, waren nicht aktiv genug und haben zu viele Fehlpässe gespielt. Ich erwarte von allen mehr.“ Ganz speziell auch von Vranjes. „Ich war mit seiner Leistung nicht zufrieden“, sagte Schaaf, wollte aber von einem Disput nichts wissen. Dabei hatte Vranjes nach einem Kommando des Trainers deutlich sichtbar zurückgebrüllt. Prompt ließ der Coach zwei Spieler warm laufen und wechselte den Kroaten wenige Minuten später aus. „Ich war vorher schon unzufrieden. Dann habe ich eine Anweisung gegeben. Und weil sich die Situation nicht geändert hat, habe ich reagiert“, behauptete Schaaf. Und Vranjes? „Ich weiß schon, warum ich ausgewechselt worden bin. Aber was soll ich das kommentieren? Der Trainer hat doch immer Recht“, grummelte der 29-Jährige und wirkte dabei auch gestern noch angefressen. Am Abend wollte er Schaaf zum Gespräch bitten, doch der hielt das nicht für notwendig: „Es gibt nichts zu besprechen, weil da nichts Besonderes war.“

Die ganze Geschichte, so wirkte es, war dem Coach irgendwie unangenehm. Weil er vielleicht – gefrustet durch die holprige Vorbereitung – zu hart reagiert und Vranjes auf dem Platz zum Bauernopfer gemacht hatte? Möglich. Eine Aussage von Schaaf deutete darauf hin. „Natürlich sind wir ungeduldig“, gestand er gestern, „aber ich sehe das alles nicht so dramatisch“. Da war er, der alte Schaaf, den nichts aus der Ruhe bringt. Mit dieser Art hat er Werder schon häufig wieder in Tritt gebracht. Ob’s auch diesmal gelingt?

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