Allofs-Nachfolge: Aufsichtsrat arbeitet mit „Hochdruck“, Lemke für Zweier-Lösung

Schaaf darf sich seinen neuen Chef selbst aussuchen

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Wer sein neuer Chef wird? Werder-Coach Thomas Schaaf darf (mit)bestimmen. ·

Bremen - Was nun, Werder? Nach dem Abschied von Klaus Allofs hat gestern Abend die Suche nach einer Nachfolgeregelung begonnen – und zwar „mit Hochdruck“, wie Willi Lemke betonte: „Damit beschäftigen wir uns jetzt sehr intensiv.“

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates trommelte am Abend die Mitglieder des höchsten Club-Gremiums zusammen, um das Anforderungsprofil und eine erste Kandidatenliste zu erstellen. Als Top-Favorit gilt Ex-HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer (48). Kommissarisch übernimmt Werder-Ehrenspielführer Frank Baumann (37) die Aufgaben eines Sportdirektors.

„Er wird Trainer Thomas Schaaf an die Seite gestellt“, erklärte Lemke, der beteuerte, „noch mit keinem Kandidaten“ gesprochen zu haben. Erstmal muss geklärt werden, wie Werder das „Riesenloch“ (Lemke) in der Führungsetage stopfen will: mit einem oder mit zwei neuen Leuten in der Geschäftsführung? Lemke ließ auf der Pressekonferenz gestern Nachmittag schon eine Richtung erkennen. „Ich tendiere zu einer Zweier-Lösung“, sagte er. Demnach könnten die Aufgaben Sportliche Leitung, Öffentlichkeitsarbeit und Vorsitz der Geschäftsführung künftig auf mehrere Schultern verteilt werden. „Klaus Allofs hinterlässt riesige Fußspuren, die nicht einfach so zu füllen sind“, so Lemke, der die verlangten Fähigkeiten des oder der Kandidaten grob skizzierte: „Fußballerischen Sachverstand, kaufmännisches Geschick und Geschick im Umgang mit Beratern, was nicht immer ganz einfach ist.“

Das alles bringt Dietmar Beiersdorfer, derzeit beim finanzstarken russischen Spitzenclub Zenit St. Petersburg unter Vertrag, mit. Er könnte die Führung übernehmen, Frank Baumann an seiner Seite agieren und lernen. Doch das ist vorerst nur ein Gedankenspiel. Im sechsköpfigen Aufsichtsrat muss vor einer Entscheidung erstmal viel diskutiert werden. Eine zentrale Frage laut Lemke: „Wollen wir jemanden mit Stallgeruch oder jemanden von extern? Das werden wir abwägen.“

Die Kombination Beiersdorfer/Baumann hätte gewissermaßen beides. Denn Beiersdorfer hat anders als Baumann bislang nicht nur Bremer Luft geatmet. Er hat in Hamburg und Salzburg (Red Bull) gearbeitet, bevor er im vergangenen August nach St. Petersburg ging.

Eines ist bei der Suche klar: Ohne die Einwilligung von Thomas Schaaf wird niemand angeheuert. Der Cheftrainer wird „von Anfang an in die Debatte einbezogen“, versprach Lemke. Schaaf kann sich seinen neuen Allofs also quasi selbst aussuchen. Das lässt die Aktien von Beiersdorfer steigen – wenn der überhaupt will. Denn der ehemalige Werder-Profi galt schon 1999, bevor Allofs kam, als Schaafs Wunschkandidat. Nur war damals der Einfluss des gerade erst auf den Chefposten gerückten Trainers noch gering. Mittlerweile ist er groß. Der Aufsichtsrat ist gewillt, auf ihn zu hören.

Erstmal muss sich der 51-Jährige aber sammeln. Eine Reaktion auf den Verlust seines langjährigen Job-Partners Allofs gab es von Schaaf gestern nicht. Nach einer Fahrrad-Tour mit der Mannschaft verschwand der Coach wortlos in der Kabine.

Doch ab heute muss der Blick nach vorne gehen. Der vakante Allofs-Posten muss schnell, aber nicht überhastet besetzt werden, betonte Lemke: „Ich kann nicht versprechen, dass wir in ein oder zwei Wochen den neuen Mann gefunden haben. Wir reden hier über eine ganz wichtige Drehschraube in unserem Club.“

Klaus Allofs hat keine Ratschläge gegeben, wer diese neue Schraube sein könnte. Dass Frank Baumann, zwei Jahre lang sein Assistent in der Geschäftsführung, ein Kandidat ist, nickte Allofs ab. Sein Urteil über den M;anager-Schüler: „Er ist total auf Werder fixiert, superfleißig und loyal.“ · csa

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