Die Fans werden unruhig, aber Werder rückt nicht vom Führungsduo ab

In Schaaf und Allofs „brennt noch das Feuer“

Plakate wie dieses am Samstag in der Westkurve gab es im Bremer Weserstadion lange nicht mehr. ·

Bremen - Das erste Plakat ist da! „Allofs raus“ war am Samstag in der Westkurve zu lesen. Es ist extrem selten, dass die Werder-Fans zu solchen Mitteln greifen. Und es beweist, wie unruhig sie geworden sind. Der Geduldsfaden droht zu reißen, die Stimmung zu kippen.

Trotz der 1:2 (0:0)-Pleite im Duell der B-Teams gegen den FC Bayern und der katastrophalen Rückrunde mit 13 Punkten aus 15 Partien hat Werder aber immer noch Chancen auf Platz sieben und damit die Europa-League-Qualifikation. Hannover 96 spielte gestern nur 0:0 gegen Freiburg, der Bremer Rückstand beträgt bei noch zwei Spielen drei Punkte.

Dass das Umfeld immer nervöser und ungehaltener wird, sei „normal. Das ist so, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Natürlich sind die Fans enttäuscht, aber das sind wir alle“, betonte Allofs.

Bei all dem Frust glaubt der 55-Jährige allerdings fest daran, dass die grün-weiße Anhängerschaft den eingeschlagenen Kurs des Vereins nachvollziehen kann: „Die Fans sind sehr feinfühlig. Sie haben verstanden, welchen Weg wir gehen müssen.“ Werder befinde sich mitten im Umbruch, Werder werde „aus sportlichen Gründen und wirtschaftlichen Zwängen“ Veränderungen vornehmen und „einige Positionen neu besetzen“ – und Werder werde wieder besser. Davon ist Allofs trotz der eher trüben Aussichten überzeugt: „So eine Saison mit so vielen Verletzten und Unwägbarkeiten werden wir nicht noch mal haben.“

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Moment: Genau so eine Saison hatte Werder gerade erst – und wäre als 13. vor einem Jahr beinahe abgestiegen. Doch Allofs scheint die Vergangenheit verdrängt zu haben. Er schaut lieber in die Zukunft und prophezeit: „Wir werden in der nächsten Saison einen Schritt nach vorne machen. Ich bin nicht der Meinung, dass unser Niveau sinkt.“ Eine gewagte Aussage angesichts des Abgangs von Nationalkeeper Tim Wiese und des drohenden Verlusts von Torjäger Claudio Pizarro. Zudem haben Naldo und Sokratis ihre Zukunft in Bremen indirekt mit der Europa-League-Teilnahme verknüpft.

Allofs ist nicht der einzige Zuversichtliche bei Werder. Auch Geschäftsführer-Kollege und Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer klingt optimistisch: „Ich glaube nicht, dass wir in der nächsten Saison weiter unten landen. Unser Anspruch ist mindestens die Europa League – und davon rücken wir auch nicht ab.“

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Genausowenig wie von den sportlich Verantwortlichen Allofs und Trainer Thomas Schaaf. Aufsichtsratschef Willi Lemke hat dem Duo gerade erst sein Vertrauen ausgesprochen. Und auch Fischer ist sich sicher, dass die beiden die Kurve kriegen und an erfolgreiche Zeiten anknüpfen können: „Ich merke, dass das Feuer in ihnen noch brennt, wie bei allen anderen im Verein. Von Resignation ist bei keinem etwas zu sehen.“

Auch Allofs brach erneut eine Lanze für Schaaf. „Es ist ein großes Glück, dass wir diesen Trainer haben. Er hat absolut die Fähigkeit, es hier bestens hinzubekommen. Natürlich machen wir uns Gedanken und überprüfen uns, aber wir kommen immer wieder zu dieser Überzeugung.“ · mr

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