Wenig Talent, viel Willen

Die personifizierte Hoffnung

+
Mit Pflaster und Mikro feierte Sascha Mölders den Sieg über Hoffenheim.

Bremen / Augsburg - Ohne ihn wäre der FC Augsburg wahrscheinlich schon längst mausetot. Mit neun Toren in 13 Einsätzen ist Sascha Mölders so etwas wie das Lebenselixier des Clubs im harten Bundesliga-Abstiegskampf.

Und man könnte sich vorstellen, dass der Stürmer für die Zukunft nach exquisiteren Arbeitsplätzen als dem beim FCA strebt. Aber falsch. Mölders hat Augsburg gerade sein Ja-Wort für zwei weitere Jahre gegeben – egal, ob das Betätigungsfeld erst- oder zweitklassig sein wird. „Ich habe bis 2015 verlängert und fühle mich rundum wohl“, sagte Mölders der „Sport Bild“: „Ich bleibe auf jeden Fall.“

Dass es ihn nicht wegzieht, hat vermutlich etwas mit mangelnden Alternativen zu tun. Denn trotz seiner beeindruckenden Trefferquote ist Mölders kein Star im herkömmlichen Sinne. Er ist der Prototyp des arbeitenden Fußballers. „Wenig Talent, viel Einsatzwillen“, schrieb einst die „Frankfurter Allgemeine“ über den Torjäger. Und selbst die „Augsburger Allgemeine“ schätzt Mölders’ fußballerische Künste nicht besonders hoch ein. „Der Lauf eines Limitierten“ titelte die Zeitung, als der wuchtige Angreifer zu Rückrundenbeginn seine Tor-Produktion anwarf.

Die Hinrunde hatte Mölders wegen eines Knöchelbruchs zum Großteil verpasst. Als er am 11. Spieltag sein Comeback feierte, hatte der FC Augsburg nur mickrige sechs Punkte auf dem Konto. Dank seiner Treffer sind in den folgenden 13 Partien zwölf Zähler dazugekommen – das reicht, um vor dem Duell mit Werder Bremen am Samstag vom Klassenerhalt träumen zu können. „Wir bleiben in der Liga! Wie, das ist eigentlich egal“, erklärte Mölders: „Wir stehen nun auf dem Relegationsplatz, den wollen wir nicht mehr hergeben. Aber vielleicht schaffen wir auch noch Platz 15.“

Es sind die Worte eines Mannes, der weiß, was es heißt zu kämpfen. Mölders ist vierfacher Vater, das erste Kind kam, als er gerade 15 Jahre alt war. Vier Jahre später spielte er noch in der Bezirksliga, dann kam der Aufstieg, der ihn tatsächlich bis in die erste Liga führte.

Logisch, dass Sascha Mölders dort bleiben will. Er hat eine Plattform, wird gesehen, wird geachtet. Seine Mentalität, stets alles zu geben, hat ihm sogar zu bescheidenem Ruhm verholfen. Auch dank Spielen wie dem gegen 1899 Hoffenheim am vergangenen Wochenende. Mit schwer demolierter Nase kämpfte Mölders die TSG Hoffenheim nieder, erzielte beim 2:1-Sieg das wichtige 2:0. Ob er nicht daran gedacht habe, sich wegen der blutenden Wunde auswechseln zu lassen, wurde er nach dem Kellerduell gefragt. Nein, wieso?, fragte Mölders zurück: „Ich hatte doch was an der Nase, nicht am Fuß.“ · csa

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

Weitere Überlebende aus verschüttetem Hotel gerettet

Weitere Überlebende aus verschüttetem Hotel gerettet

Promi-Auflauf in Kitzbühel: Die Bilder

Promi-Auflauf in Kitzbühel: Die Bilder

Meistgelesene Artikel

Das große Pizarro-Rätsel: Startet er noch mal durch?

Das große Pizarro-Rätsel: Startet er noch mal durch?

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kleinheisler wechselt nach Budapest

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Kommentare