Ohrpikser überrascht den Argentinier

Di Santo – für 75 Minuten soll es reichen

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Überraschung: Den Laktattest lernte Franco Di Santo (r.) am Donnerstag kennen.

Bremen - Ein bisschen gewundert hat sich Franco Di Santo gestern Morgen schon. Denn das in Deutschland so beliebte Rundendrehen mit regelmäßigem Ohrpikser zur Blutentnahme – auch Laktattest genannt – kannte der Argentinier in Diensten des SV Werder nicht.

Weder aus der Heimat noch aus seiner Zeit aus der Premier League. Unangenehm sei es zwar nicht gewesen, aber auf die Frage, ob es Schöneres gebe, kam ein schnelles: „Si!“

Doch dieser etwas schmerzhafte Morgen könnte noch von großer Bedeutung werden. Denn Werder-Coach Robin Dutt ist ganz gespannt auf die Testergebnisse seines Neuzugangs. Wie weit ist der Angreifer nach seiner Rotsperre und dem anschließenden Muskelfaserriss schon? „Wenn alles normal läuft, wird er gegen Mainz im Kader stehen“, prophezeit Dutt und wagt auch ohne Leistungsdaten eine weitere Prognose für das Heimspiel in neun Tagen: „Ich denke, gegen Mainz ist er bei 75 Minuten.“ Klingt nach einer Stammplatzgarantie, doch diesen Hinweis kontert Dutt humorvoll: „Ich wechsele ihn nach 15 Minuten ein.“

Fakt ist: Die Rückkehr eines echten Mittelstürmers wird sehnlichst erwartet. Ohne Di Santo und Nils Petersen (braucht noch etwa drei Wochen) war der Bremer Angriff ein reines Provisorium. Die Ersatzstürmer Eljero Elia und Zlatko Junuzovic gingen leer aus. Von Di Santo wird mehr Treffsicherheit erwartet, und der 24-Jährige meint ganz keck: „Ich glaube nicht, dass es mehrere Spiele dauert.“ Es wäre sein erstes Tor für Werder. Seine bisherigen drei Einsätze waren nicht von Erfolg gekrönt – der letzte endete wegen einer Kung-Fu-Einlage sogar vorzeitig mit Platzverweis.

Fotos vom Laktattest am Donnerstag

Laktattest ohne Assani Lukimya

Von Spielpraxis kann also keine Rede sein, zumal Di Santo im Sommer vereinslos war und erst Mitte August nach Bremen kam. Ihm fehlt die komplette Sommer-Vorbereitung und jede Menge Wettkampfpraxis. Trotzdem verzichtet Dutt darauf, den Angreifer morgen in der Regionalliga-Truppe gegen Goslar einzusetzen. Der Coach will die Trainingsbelastung hoch halten und ihn nicht müde zur U 23 schicken, um keinen schwachen Auftritt zu provozieren: „Ich weiß doch, wie das ist. Dann sitzen die Leute da und fragen: Der soll in einer Woche gegen Mainz die Tore schießen?“ Ja soll er – und deshalb gibt es für Di Santo ein freies Wochenende, um für den Endspurt Richtung Mainz noch ein Mal Kraft zu tanken. kni

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