Di Santo, Eggestein und Grillitsch treffen beim 3:1 gegen 1860 München

Schon unheimlich gut drauf

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Gut gemacht! Werders Anthony Ujah (Mitte) tätschelt Florian Grillitsch für sein Tor zum 3:1. 1860-Mittelfeldmann Richard Neudecker (rechts) hat dafür verständlicherweise nur ein gequältes Lächeln übrig.

Aus Zell am Ziller berichtet Björn Knips - Marco Bode strahlte, denn am Ende war alles bestens aufgegangen. Dabei hatte der Werder-Aufsichtsratsvorsitzende mit einer Gruppe von Sponsoren einen kleinen Fehlstart hingelegt. Bode und Co. waren etwas zu spät im Stadion in Zell am Ziller eingetroffen – und deshalb auch vergeblich auf der Suche nach Plätzen. Alles voll!

Doch Bode besorgte kurzerhand Bänke, stellte sie an den Spielfeldrand – und erlebte dort mit Werders Geldgebern einen schon unheimlich guten Test der Profis. Zweitligist 1860 München wurde verdient mit 3:1 (2:0) besiegt. „Wir haben gut gespielt“, urteilte Bode und freute sich: „Man sieht schon ein bisschen die Veränderungen. Wir spielen ruhig von hinten raus, aber wir machen auch immer wieder richtig Druck.“ So wie zu Beginn. Die Münchner, die bereits in zehn Tagen in die Saison starten, ließen es ruhig angehen und sich prompt überrumpeln. Balleroberung Philipp Bargfrede, Fernschuss Franco Di Santo aus 23 Metern – 1:0 (3.).

Dieser Di Santo sprühte nur so vor Spielfreude. Und er suchte immer wieder seinen neuen Sturmpartner Anthony Ujah. Das sah schon richtig gut aus. Auch im Zusammenspiel mit den Mittelfeldmännern Zlatko Junuzovic und Maximilian Eggestein. Letzterer erhöhte dann spektakulär auf 2:0. Nach einer Flanke von Theodor Gebre Selassie zwang der erst 18-Jährige 1860-Keeper Stefan Ortega per Kopf zu einer Glanzparade, um dann den Nachschuss fast schon artistisch zu nutzen (34.).

Werder war klar überlegen und machte richtig Spaß. Clemens Fritz wirkte für einen 34-Jährigen fast schon unerhört fit. Und hinten nutzte vor allem Oliver Hüsing seine Chance. Trainer Viktor Skripnik hatte nämlich Hüsing und Mateo Pavlovic und nicht seine aktuell beste Innenverteidigung mit Alejandro Galvez und Assani Lukimya aufgeboten. Pavlovic machte seine Sache auch nicht schlecht, aber der Kroate wirkte immer ein bisschen verunsichert. Und das könnte durchaus Folgen haben, denn wenn nächste Woche Stammverteidiger Jannik Vestergaard aus dem Urlaub ins Mannschaftstraining zurückkehrt, muss wohl Pavlovic weichen.

Zlatko Junuzovic ist dagegen unantastbar. Obwohl es mit den Freistößen noch nicht so klappt. Dabei gab es in der 74. Minute lautstarke Unterstützung von einem Großteil der 1400 Zuschauer, doch der Österreicher verfehlte das Tor deutlich. Immerhin war das mal wieder etwas Unterhaltsames, denn ansonsten lief nicht viel zusammen. Aus Münchner Sicht mit Blick auf den Saisonstart erschreckend. Den „Löwen“ steht mit diesem Kader eine weitere ganz schwierige Saison bevor.

Werder hatte dagegen eine gute Ausrede: die harte Arbeit in den letzten Tagen. „Die Kraft war weg“, meinte Theodor Gebre Selassie, der mal wieder auf sich sauer war: „Eigentlich war es ja ein gutes Spiel, aber dann so ein Scheiß.“ Dem Tschechen war ein Rückpass auf Hüsing misslungen, Münchens Stephan Hain der Nutznießer (83.).

Doch Werder wollte dieses Spiel gewinnen. Der starke Gebre Selassie passte in den Strafraum, Eggestein und Ujah ließen die Kugel durch, so dass Florian Grillitsch zum 3:1 vollstrecken durfte (88.). „Das war schon schön“, lobte Bode, warnte aber vor zu viel Euphorie: „Es war nur ein Test. Wir sind noch am Anfang der Vorbereitung.“

kni

Werder: Wiedwald - Gebre Selassie, Hüsing, Pavlovic, Sternberg - Bargfrede (46. Grillitsch), Fritz, Junuzovic, Eggestein - Ujah, Di Santo.

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