…und Werder ist voll dabei / Schwächen zeigen? Das sollen gefälligst die anderen machen

„Rush Hour“ an der Spitze…

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16 Bremer jubeln über das 15. Spiel ohne Niederlage in Folge. Werder sei so stabil, dass bald vom Titel geredet werden dürfe, meint Marko Marin.

Bremen - Von Carsten Sander · Bitte lächeln! Die Werder-Profis wechselten gestern das Fach und wandelten sich vom Fußballer in kurzen Hosen zum Fotomodell im feinen Zwirn.

Für Advents- und Weihnachtsartikel ließ die Marketing-Abteilung des Clubs besondere Bilder von den Spielern schießen – die Feiertage werfen ihre Schatten voraus. Die derzeit herrschende Vorfreude gilt aber nicht dem doch noch in reichlich ferner Zukunft liegendem Weihnachtsfest, sondern einer anderen, nicht mehr ganz unwahrscheinlichen Bescherung. Das Zauberwort heißt Tabellenführung.

Werder ist so nah dran wie seit langem nicht mehr. Nur ein Punkt liegt der Bundesliga-Dritte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen – Schlagdistanz nennt sich das. „Wir können bald ganz oben stehen“, orakelt gar Marko Marin, der keinen Grund sieht, übermäßig skeptisch zu sein. Das Selbstvertrauen regiert. „Wir sind stabil und können uns da oben festsetzen“, meint Marin und verweist auf die Serie von mittlerweile 15 Pflichtspielen ohne Niederlage: „Das kommt doch nicht einfach so.“

Nein, die Punkte hat nicht der Klapperstorch gebracht. 21 Zähler sind natürlich Ausdruck einer Qualität, die im Jahr eins nach Diego nicht zu erwarten war. Doch das Team funktioniert dermaßen gut, dass der junge und wilde Marin „bald sogar vom Titel reden“ möchte.

Die Betonung liegt auf bald. Aktuell – also nach nur zehn von 34 Spieltagen – darf über die Meisterschaft zwar nachgedacht, aber nicht zu laut gesprochen werden. „Das ist jetzt noch Unsinn“, mahnt Kapitän Torsten Frings zur Zurückhaltung. Gleichwohl sind auch seine Prognosen verheißungsvoll: „Wir arbeiten sehr konzentriert. Behalten wir das bei, können wir viel erreichen.“

Die Zwischenbilanz ist bereits beeindruckend. Der 4:1-Sieg beim VfL Bochum lieferte am Sonntag die Auswärtspunkte neun bis elf – das sind schon exakt so viele wie in der gesamten Vorsaison. Zudem sind sieben Gegentore nach zehn Spieltagen nicht mal ein Drittel des Vergleichszeitraumes 2008 (22).

Aber – und das gibt Trainer Thomas Schaaf zu denken – reicht das alles nicht zur Spitze. Sondern „nur“ zu Rang drei. „Das heißt doch, dass auch die anderen ihre Ergebnisse liefern. Selbst eine komplette Serie wie unsere reicht nicht“, sagt Schaaf und zieht den Umkehrschluss: „Wir dürfen uns keine Schwächen erlauben.“

Das sollen gefälligst die anderen machen, die sich derzeit mit Werder „dicht gedrängt“ (Schaaf) an der Spitze tummeln. Leverkusen und der Hamburger SV mit 22 Punkten, Werder mit 21, Schalke mit 20 und Bayern München mit 18 in Lauerstellung – es ist so eng wie in der U-Bahn von Manhattan zur Rush Hour.

Aber Station für Station – sprich: Spieltag für Spieltag – können welche aussteigen. Hofft Schaaf jedenfalls. Wenn am kommenden Wochenende Leverkusen auf Schalke gastiert oder sieben Tage später Bayern den FC Schalke empfängt, könnte es erste Opfer geben. Schaaf: „In den nächsten Partien besteht die Möglichkeit, dass sich eine Gruppe absetzt. Da müssen wir starke Ergebnisse abliefern.“ Also voll da sein. Dass das der Fall sein wird, daran hat Optimismus-Beauftragter Marin „keinen Zweifel“.

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