Werder-Legende Rune Bratseth glaubt an Europa

Bratseths Analyse: Werder wird wachsen – auch ohne Max Kruse

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Werder-Legende Rune Bratseth verfolgt noch immer ganz genau, was bei seinem Ex-Club Werder Bremen passiert.

Bremen - Von Hans-Günter Klemm. Endlich, sagt Rune Bratseth, gefalle ihm wieder, was sich in seiner einstigen Wahlheimat abspiele. „Bei Werder läuft es wieder“, freut sich der ehemalige Klassespieler in Grün-Weiß, der seinen Ex-Club immer noch genauestens verfolgt.

„Ich musste in der letzten Saison zum Glück nicht nervös werden.“ Das Ganze könne von Dauer sein, ist der Norweger Rune Bratseth zuversichtlich, „dass der Aufschwung auch in der nächsten Spielzeit bestätigt und fortgesetzt werden kann.“

Der 58-Jährige traut dem Team um Manager Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt zu, im nächsten Jahr die Qualifikation für Europa zu schaffen. „Warum denn nicht?“ fragt Bratseth rhetorisch. „Der Glaube daran ist wichtig, dann ist es auch möglich, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen.“ Die neu aufgebaute Elf von Werder Bremen solle mit viel Selbstvertrauen in die eigenen Stärken in die Saison gehen. Sollte ein guter Start gelingen, so Rune Brathseth, der 230 Bundesligapartien von 1986 bis 1995 für Werder absolvierte, so sei der Mannschaft alles zuzutrauen.

Werder Bremen- Legende Rune Bratseth setzt auf Milot Rashica und die Eggesteins

Dabei könnte dieser Punkt aus Bratseths Sicht durchaus hilfreich sein: Trotz des Verlustes eines so wichtigen Spielers wie Max Kruse wird die Elf an Erfahrung gewinnen. Speziell die hoffnungsvollenEggestein-Brüder, die sich aktuell mit Deutschlands U21 auf die EM vorbereiten,  wie auch Milot Rashica, dessen Marktwert bei Werder zuletzt explodiert ist, werden sich immer besser in der höchsten deutschen Spielklasse zurechtfinden. Auch Rückkehrer Niclas Füllkrug, den Bratseth als wertvollen und passenden Kauf einstuft, gilt noch als ein Talent, das sehr entwicklungsfähig ist. 

Mit ihm sowie Johannes Eggestein und dem Kosovo-Albaner Rashica hätten die Bremer das entsprechende Personal, um den Sturmlauf auf Europa zu starten. „Ich hoffe, es klappt“, sagt der in Trondheim lebende frühere Legionär, der sich an die „schönen Abende im Europacup“ im Weserstadion erinnert. „Für uns damals waren es die schönsten Spiele, eine tolle Extratime im Liga-Alltag, eine ganz besondere Herausforderung und wunderbare Erlebnisse.“

Dass die Erfolgsserie der neuen Werder-Elf anhalten mag, das wünscht Rune Bratseth auch dem Bremer Boss Marco Bode, mit dem er weiterhin eng befreundet ist. In den letzten Jahren hat er seinem Kumpel immer die Daumen gedrückt, wenn mal wieder Abstiegsangst angesagt war. In den persönlichen Gesprächen hat Bratseth keine Anspannung bei dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats bemerkt: „Marco ist nun mal ein ruhiger Typ, der sich auch nichts anmerken lässt.“ 

Doch wie es innerlich bei Bode ausgesehen hat, kann sich der Skandinavier schon vorstellen. Rune Bratseth, Mitglied im Vorstand bei seinem Stammverein Rosenborg, durchlebt momentan ein ähnliches Martyrium. Die Mannschaft hat einen miserablen Start erwischt. „Ich kann damit nicht so gut umgehen.“

Werder Bremen: Rune Bratseth schwärmt von Trainer Florian Kohfeldt

Werder Bremen steht dagegen gut da. Ein Verdienst des Trainers, den Bratseth mit Lob überschüttet. Florian Kohfeldt, so sein Kompliment, sei eine Autorität, er werde respektiert und ihn zeichne eine hohe Fachkompetenz aus. „Er kennt den Verein sehr gut und er hat schnell Fuß gefasst.“ Dabei schätze er vor allem, dass der junge Fußballlehrer authentisch sei, wie Bratseth beobachtet hat. „Er spielt keine Rolle, er ist echt, er gibt sich, wie er ist.“

Vor dem Gespräch mit der Deichstube war Rune Bratseth in seinem Heimatland unterwegs. Der TV-Experte, der hauptsächlich bei Spielen der Champions League im Einsatz ist, ist noch in einem zweiten Job aktiv. Als Vortragsreisender, der seine Botschaft verkündet in kleinen Gemeinden in Norwegen: Rune, als Spieler ein vorbildlicher Teamplayer, referiert über Führung und Leitung von Einheiten in allen Lebensbereichen, in Familie und Beruf, in Vereinen, Freundschaftszirkeln und in der Kommunalpolitik. 

Mit seinen Worten: „Der Mannschaftsgedanke ist überall wichtig, im Sport wie auch in der Gesellschaft.“ Bei Werder Bremen sieht er dies momentan bestens umgesetzt: Werder als vorbildliches Kollektiv.

Wann Rune Bratseth mal wieder in Bremen vorbeischauen und Werder vor Ort erleben kann, steht noch nicht fest. In diesem Jahr jährt sich der Werder-Pokalsieg von 1994 zum 25.Mal. „Ich hatte gehofft, dass wir dies feiern“, meint Bratseth, der im letzten Jahr bei der Wiedersehensparty zur Meisterschaft 1993 nicht kommen konnte. „Wir feiern so viel, normalerweise jedes Jahr.“

Quelle: DeichStube

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