Rund eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im Pokal sind nur noch wenige Positionen offen

Werders Startelf steht – fast

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Trainer Robin Dutt gestern im Gespräch mit dem Mannschaftsrat – aus diesem Gremium haben alle (bis auf den verletzten Sebastian Prödl) ihren Startplatz so gut wie sicher. Zlatko Junuzovic, Assani Lukimya, Nils Petersen und Kapitän Clemens Fritz (von links) gehören aktuell zur Stammelf.

Bremen - Morgen gibt’s die Generalprobe – so hat Werder-Trainer Robin Dutt das letzte Testspiel der Vorbereitung beim englischen Erstliga-Aufsteiger Leicester City selbst bezeichnet. Und in solchen Partien probt man gerne mal den Ernstfall, sprich: Die beste Mannschaft spielt. Wohl auch bei den Bremern, bei denen sich gut eine Woche vor dem DFB-Pokalauftritt bei Regionalligist FV Illertissen (17. August) ein Team für den Pflichtspielauftakt herauskristallisiert hat. Lediglich „auf zwei, drei, vier Positionen“ ist sich Dutt in seinem System mit der Mittelfeldraute noch nicht sicher. Wer gesetzt ist, wer zittern muss – der Startelf-Check:

Raphael Wolf hat in der Vorbereitung ein bisschen gebraucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Im Trainingslager im Zillertal leistete sich der 26-Jährige den einen oder anderen Wackler. Doch mit zunehmender Spielpraxis wurde Wolf sicherer, zeigte zuletzt in den Härtetests gegen Chelsea (3:0) und vor allem gegen Hannover 96 (0:2) starke Auftritte. Und: Die Nummer eins durfte den Großteil der Tests absolvieren, konnte sich warmspielen. Seine Stellvertreter Richard Strebinger und Neuzugang Raif Husic schnupperten lediglich mal rein, drängten sich jedoch nicht in den Vordergrund. An Wolfs Status als unumstrittener Stammkeeper ist in keinster Weise zu rütteln.

Offene Positionen: keine

Die Außenpositionen der Viererkette sind fest vergeben – rechts an Clemens Fritz, links an Santiago Garcia. Ernsthafte Konkurrenten? Gibt es nicht. Hinter Kapitän Fritz sollen die Talente Luca Zander und Marnon Busch reifen – und das dauert noch. Zander (Knieprobleme) ist seit dem Zillertal-Trainingslager verletzt, Busch muss sich im Kreis der Profis erst mal zurechtfinden. Für die linke Seite hat Dutt nicht mal eine richtige Alternative. Die bisherigen Optionen Lukas Schmitz (Düsseldorf) und Aleksandar Ignjovski (Frankfurt) sind weg, ein neuer Linksverteidiger wurde nicht geholt. Fällt der Argentinier Garcia mal aus (das sollte er besser nicht), muss wieder Luca Caldirola aus der Mitte nach außen rücken. Das kennt der Italiener aus der vergangenen Saison, er selbst sieht sich aber als zentralen Abwehrmann. In der Vorbereitung testete Dutt zudem Oliver Hüsing. Der kantige 21-Jährige ist aber nur ein absoluter Notnagel – auch in der Innenverteidigung.

Werder-Training am Donnerstag

Dort besetzt Caldirola einen Platz, den linken. Sein Nebenmann wäre eigentlich Abwehrchef Sebastian Prödl, doch der Österreicher verpasst den Pflichtspielstart wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Das ist die Chance für Assani Lukimya. Der Kongolese, der bisher einen ordentlichen Eindruck macht, rückt rein. Es sei denn, Dutt will Neuzugang Alejandro Galvez (25) oder sogar Felix Kroos (23) als Verteidiger sehen. Dann wird’s eng für Lukimya.

Offene Positionen: vielleicht eine

Zlatko Junuzovic scheint das geschafft zu haben, was er immer wollte – eine zentrale Figur im Werder-Spiel zu sein. Und das auch noch auf der geliebten „Zehn“, die er regelmäßig in der österreichischen Nationalmannschaft bekleidet. „Ich darf mich da zeigen – und deshalb fühle ich mich derzeit sehr wohl“, hat der 26-Jährige, der mit der Verlängerung seines 2015 auslaufenden Vertrags noch zögert, kürzlich erklärt. Junuzovic ist nicht der klassische, sondern eher ein defensiver Gestalter. Er spielt keine tödlichen Pässe en masse, leistet aber – dank seines immensen Laufpensums – wertvolle Defensivarbeit. Im Vergleich mit Ludovic Obraniak und Izet Hajrovic, die ebenfalls auf der „Zehn“ spielen können oder wollen (Obraniak), hat Junuzovic die Nase vorn.

Die beiden anderen haben sehr gute Karten auf den Halbpositionen. Hajrovic kennt die Rolle rechts bestens, kann von dort nach innen ziehen und mit seinem starken linken Fuß abschließen. Obraniak hat als Halblinker (etwa gegen Chelsea) besser gespielt als auf der „Zehn“ (gegen Hannover). Erste Alternativen sind rechts Fin Bartels (offensive Variante) und Theodor Gebre Selassie (defensive Variante) sowie links Cedric Makiadi, dessen Empfehlungsschreiben für die Stammelf bisher aber dürftig ausfiel.

Als einzigen „Sechser“ hat Dutt mehrfach Alejandro Galvez ausprobiert und für gut befunden. Der Coach hob besonders die spielerische Stärke des Spaniers hervor, der eigentlich als Innenverteidiger von Rayo Valecano verpflichtet worden war. Nun wird er wohl als defensiver Mittelfeldmann starten. Felix Kroos bliebe dann nur der Platz auf der Bank. Dritte „Sechser“-Option ist Philipp Bargfrede, der nach seiner Meniskus-OP aber noch nicht mal mit der Mannschaft trainiert und noch längere Zeit fehlen wird.

Offene Positionen: drei

Franco Di Santo und Eljero Elia – diese Doppelspitze beendete die vergangene Saison und hätte vermutlich auch die neue eröffnet. Doch der Argentinier Di Santo fällt mit einer Innenbandzerrung im Knie rund zehn Tage aus. Wahrscheinlich zu lange, um bis zum DFB-Pokalspiel wieder richtig fit zu sein. Nutznießer ist Nils Petersen, der an der Seite Elias stürmen wird. Izet Hajrovic hat zwar auch Testspiel-Einsätze im Angriff gehabt, dort aber nicht überzeugt. Der bosnische Nationalspieler ist im offensiven Mittelfeld besser aufgehoben. Martin Kobylanski und U19-Europameister Davie Selke stehen als Sturm-„Joker“ bereit.

Offene Positionen: keine

mr

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