Werder-Profi nur Joker gegen Italien

Rücksichtsvoller Löw: Gnabry sollte nicht verheizt werden

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Zweites Länderspiel für Serge Gnabry: Gegen Italien (hier Marco Parolo) war es aber nicht so einfach wie in San Marino.

Bremen - Werders Flügelflitzer Serge Gnabry ist von der Länderspielreise zurückgekehrt und Trainer Alex Nouri hofft, dass sich Gnabrys positiver Schub auf das Team überträgt.

Seit Mittwoch ist Serge Gnabry wieder in Bremen. Mitgebracht hat er seine ersten zwei Einsätze für die deutsche A-Nationalmannschaft, seine ersten drei Tore, prägende Eindrücke beim Papstbesuch im Vatikan („Das war schon beeindruckend“) – und jede Menge Selbstvertrauen. Und davon wollen nun natürlich auch die Bremer in der Bundesliga profitieren. „Er nimmt ordentlich Rückenwind mit. Das überträgt sich bestimmt auch auf unsere Mannschaft“, hofft Trainer Alexander Nouri.

Am Donnerstag steigt Gnabry wieder ins Mannschaftstraining ein und beginnt damit seine persönliche Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt. Bei Werder ist der 21-Jährige mit vier Treffern der beste Torschütze der Saison, zudem war er in seinen neun Spielen fast immer einer der auffälligsten Bremer.

Ein Super-Start im neuen Club. Mit den guten Leistungen im Verein plus teilweise überragenden Auftritten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (sechs Tore und Silber) hat sich der Neuzugang von Arsenal London auch bei Bundestrainer Joachim Löw geradezu aufgedrängt. Die Einladung zum Länderspiel-Doppelpack gegen San Marino (WM-Qualifikation) und Italien (Test) kam deshalb nicht total überraschend.

Auftritt gegen San Marino „nicht überbewerten“

Nach dem ersten Reinschnuppern beim großen A-Team lässt sich sagen: Gnabry hat seine Chance genutzt und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, künftig öfter zum erlauchten Kreis des Weltmeisters zu gehören. Löw jedenfalls war total zufrieden mit dem Neu-Bremer und sagte in der ARD: „Serge hat sehr gute Möglichkeiten und Fähigkeiten und es gut gemacht. Er hat einen sehr starken Tordrang, ist technisch gut und hat viel Tempo in seinen Aktionen. All das hat er gezeigt.“

Die Drei-Tore-Premiere gegen San Marino (8:0) bezeichnete Löw als „sicherlich guten Einstand“, wollte die Partie aber „nicht überbewerten“. Schließlich sei der Gegner – nett ausgedrückt – „nicht auf ganz hohem Niveau“ gewesen. Anders als Italien. Im Duell mit dem Weltmeister von 2006 hatten nicht wenige Gnabry erneut in der Startformation erwartet. Doch der Bundestrainer entschied sich anders, brachte den schnellen Linksaußen erst nach einer Stunde. Gnabry schlug die einzigen beiden deutschen Ecken, war ansonsten aber kaum eingebunden.

Dass der Bremer zunächst auf der Bank gesessen hatte, erklärte Löw hinterher damit, dass er bei Gnabry äußerst vorsichtig sein will: „Ich habe ihn ganz bewusst erst draußen gelassen, er hatte ja in den letzten zwei Jahren viele Verletzungen und eigentlich nie englische Wochen gespielt. Wir müssen in dieser Phase sehr behutsam mit ihm umgehen.“ Gnabry brauche „mal einen Rhythmus über längere Zeit“, ergänzte Löw. Genau den erarbeitet sich der Ex-Londoner, der bei Arsenal keine Rolle mehr spielte, gerade bei Werder.

Die Bremer freuen sich, nach Aaron Hunt (letzter Einsatz 2013) endlich mal wieder einen deutschen A-Nationalspieler zu haben. „Eine schöne Sache“, findet Nouri, „Serge repräsentiert ja auch den Verein und vertritt dort unsere Farben“. Und Werder dürfte ebenfalls froh sein, dass ihr Top-Mann nicht allzu geschlaucht vom Länderspiel-Trip zurückgekehrt ist. Gnabry hat nun noch drei Tage Zeit, um sich perfekt auf Frankfurt vorzubereiten. Dann kann er zeigen, wie viel zusätzliche Power es ihm bringt, nun ein „echter“ Nationalspieler zu sein. mr

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