Rückkehrer Felix Wiedwald freut sich auf das Weserstadion / „Werder ist mein Verein“

Ein erfüllter Kindheitstraum

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Zurück im Weserstadion: Felix Wiedwald unterschrieb gestern bis 2017 bei Werder.

Bremen - Seit Winter ist Felix Wiedwald Werders Wunschtorwart. Schon da hätten die Bremer den 25-Jährigen am liebsten zurückgeholt. Er ist einer aus der Region (in Achim aufgewachsen), er ist Ex-Werderaner (1999 bis 2011), er ist ablösefrei – und er ist nach seinen Stationen beim MSV Duisburg und zuletzt bei Eintracht Frankfurt inzwischen ein guter Bundesliga-Torwart.

Alles gute Argumente für eine Verpflichtung. Gestern Mittag bestand Wiedwald, der in der U18 schon mal unter dem aktuellen Chefcoach Viktor Skripnik gespielt hatte, den Medizincheck und unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis 2017. Anschließend stellte er sich den Medienvertretern. Das Antritts-Interview:

Herr Wiedwald, Ihre Rückkehr ist jetzt perfekt. Wie fühlen Sie sich?

Felix Wiedwald: Es ist ein Super-Gefühl. Ich bin damals mit neun Jahren zu Werder gekommen, habe zwölf Jahre hier gespielt. Früher habe ich selbst in der Ostkurve gestanden. Es ist das große Ziel seit meiner Kindheit, im Weserstadion zu spielen. Einfach schön, dass es jetzt klappt. Ich hatte Werder immer im Hinterkopf.

Wie sehr sind Sie hier noch verwurzelt?

Wiedwald: Meine Mutter wohnt inzwischen in Bremen. Wir haben aber noch unser Elternhaus in Achim – da zieht jetzt mein Bruder ein. Meine Familie hat es auch ein bisschen mit beeinflusst, dass ich zurückkomme. Freunde und Familie sind hier, alle sind Bremen-Fans. Werder ist eben mein Verein. Und ich habe hier in der Schule meine Freundin kennengelernt. In der Freizeit sind wir häufiger mal hergekommen.

Wann gab es die ersten Gespräche über ein Comeback in Bremen?

Wiedwald: Der Kontakt ist über die Jahre nie abgerissen. Ich habe mich öfter mit Torwarttrainer Christian Vander, mit dem ich damals noch zusammengespielt habe, ausgetauscht. Im Dezember ist es dann richtig intensiv geworden.

Werder wollte Sie schon im Winter holen, Frankfurt lehnte ab. Wann war für Sie klar, dass Sie zurück wollen?

Wiedwald: Ganz schnell. Es gab auch andere Anfragen aus Deutschland und dem Ausland, aber mir war klar: Wenn es die Möglichkeit mit Werder gibt, will ich das machen. Das ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich wäre mit Werder notfalls auch in die 2. Liga gegangen.

Das Thema Abstiegskampf hat sich in der Rückrunde aber schnell erledigt. Nun orientiert sich Werder am fünftplatzierten FC Augsburg. Was sind Ihre Ziele?

Wiedwald: Ich denke, erst mal muss der Saisonstart glücken – nicht so wie in der Vorsaison, als man gleich unten reingerutscht ist. Das primäre Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.

Und Ihre persönlichen Wünsche?

Wiedwald: Ich hatte schöne Stationen in Duisburg und Frankfurt, habe da viel gelernt und mich weiterentwickelt. Und jetzt will ich die neue Nummer eins bei Werder werden, ganz klar. In den Spielen für Frankfurt habe ich gezeigt, dass ich das Zeug dazu habe. Ich bin sehr ehrgeizig und habe hier eine große Chance.

Wo sehen Sie selbst Ihre Vorzüge?

Wiedwald: Ich bin ein moderner Torwart, mit Stärken im Eins-gegen-Eins.

Hat Werder Ihnen einen Stammplatz versprochen?

Wiedwald: Nein. Im Fußballgeschäft ist es aber auch ganz normal, dass es solche Zusagen nicht gibt.

Es soll einen Zweikampf mit Raphael Wolf geben. Kennen Sie ihn schon?

Wiedwald: Nein. Wir sind aber beide Profis und werden mit der Situation umgehen können. Ich will mich anbieten und dem Trainer zeigen, dass er mich aufstellen sollte.

Inwieweit haben Sie Ihre Rückkehr schon vorbereitet?

Wiedwald: Gestern haben wir unseren Umzug nach Bremen erledigt. Jetzt fahre ich mit meiner Freundin in den Urlaub und kann hier dann Anfang Juli voller Tatendrang loslegen.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen und Bald-wieder-Mitspielern?

Wiedwald: Einige, zum Beispiel zu Felix Kroos. Während er jetzt auf Mallorca ist, passe ich auf seinen Hund auf.

Abschließend zu Ihrem Noch-Club Eintracht Frankfurt. Dort ist Trainer Thomas Schaaf zurückgetreten. Wie beurteilen Sie das?

Wiedwald: Es ist eine unschöne Situation, auf ihn ist medial einiges eingeprasselt. Ich habe das am Schluss alles aber gar nicht so mitbekommen, weil ich schon mit meinem Umzug beschäftigt war. Deshalb möchte ich mich dazu nicht weiter äußern.

mr

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