Ganz schwache Bremer verlieren in Freiburg mit 1:3 / Dutt verzockt sich im Abstiegskampf

Die Rückkehr der Sorgen

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Cedric Makiadi (links) versuchte viel, aber seine Ex-Kollegen, hier Felix Klaus, bekam der Bremer nicht in den Griff. ·

Freiburg · Am Ende der Wochen der Wahrheit steht fest: Werder Bremen ist noch nicht gerettet und in dieser Form ein Abstiegskandidat. Gestern Abend verloren extrem schwache Bremer beim SC Freiburg mit 1:3 (0:1) und verpassten damit die Möglichkeit, sich entscheidend von der gefährliche Zone abzusetzen.

Nach zuvor fünf Partien in Folge ohne Niederlage und acht Punkten aus vier Spielen gegen direkte Konkurrenten muss Werder doch noch zittern. Freiburg auch, aber die Breisgauer feierten nach dem 4:1 in Frankfurt den nächsten großen Mutmacher im Kampf um den Klassenerhalt.

Julian Schuster mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend (16.), Felix Klaus (53.) und Admir Mehmedi (59.) sorgten dafür, dass aus Werder kein sorgenfreier Club wurde. Im Gegenteil. Die Aussichten sind wieder düster. Denn nun kommen bei den Bremern zwei Faktoren zusammen, die nichts Gutes versprechen: Die Formkurve sinkt rapide, die Qualität der nächsten Gegner steigt. Sechs der kommenden acht Kontrahenten rangieren aktuell in der oberen Tabellenhälfte. Los geht der harte Endspurt mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Dienstag.

Gestern stand für zwei Bremer aber erstmal eine Reise in die Vergangenheit an. Coach Robin Dutt hatte von 2007 bis 2011 erfolgreich beim SC Freiburg gearbeitet. Gemeinsam mit Cedric Makiadi, der den Sport-Club vor Saisonbeginn Richtung Bremen verlassen hatte. Gestern stand er erstmals wieder auf dem Rasen, der vier Jahre lang sein Zuhause gewesen war.

Der Mittelfeldspieler kehrte nach drei Spielen als Reservist in die Startelf zurück. Möglicherweise als Geschenk von Dutt. Der Coach verkaufte die Maßnahme allerdings als taktischen Kniff. Stürmer Nils Petersen blieb für Makiadi draußen, dafür rückte Aaron Hunt als „zweite spielende Spitze neben Franco Di Santo“ (Dutt) nach vorne. Den freien Platz im Mittelfeld nahm Makiadi ein. „Die logische Konsequenz aus seinen guten Trainingsleistungen“, erklärte Dutt, der den Kongolesen auf die linke Seite der Raute beorderte. Im Zentrum spielte Ludovic Obraniak. Einige Verschiebungen also im Bremer Team, die nach dem ohnehin dürftigen 1:1 gegen Stuttgart keinen fußballerischen Fort-, sondern einen weiteren Rückschritt brachten. Ganz klar, Dutt hatte sich verzockt. Denn Hunt fehlte im Mittelfeld – und Obraniak war kein Spielmacher.

Die Einzelkritik:

Nach dem 1:3 - Werder in der Einzelkritik

Die Gäste hatten eine mehr als maue erste Halbzeit abgeliefert. Und lagen durch den Treffer von Schuster früh in Rückstand. Nachdem erst Sebastian Prödl mit letztem Einsatz Karim Guede gestoppt hatte, jagte Schuster den abgewehrten Ball aus 24 Metern ins Bremer Tor – nicht ganz unhaltbar (16.).

Es war eine verdiente Führung für die Platzherren, die deutlich mehr in die Partie investierten. Zum Abschluss kam die Mannschaft des ehemaligen Dutt-Assistenten Christian Streich jedoch auch nur äußerst selten.

Werder machte es aber nicht einen Deut besser, hatte bis zur Pause durch einen Kopfballversuch (9.) und einen Drehschuss (45.) ans Außennetz durch Di Santo die einzigen Aktionen, die mit Wohlwollen als gefährlich bezeichnet werden konnten.

Nach der Pause wurde es dann ganz bitter. Der Bremer Versuch, den Rückstand aufzuholen, entwickelte sich zu einem Desaster. Freiburg konterte die Gäste gnadenlos aus. Klaus erhöhte nach gelungenem Spielzug und perfekter Vorarbeit von Admir Mehmedi auf 2:0 (53.), ehe der überragende Schweizer Nationalspieler mit dem 3:0 (59.) schon früh alles klar machte. Die Defensive, zuletzt das Bremer Prachtstück, sah jeweils schlecht aus.

Aber auch der SC Freiburg kann patzen – genauer: Matthias Ginter. Der lässige Querpass des Fast-Nationalspielers landete bei Aaron Hunt, der Nils Petersen in der Mitte bediente (70.). Es war ein Tor wie ein Geschenk, und es hätte Werder nochmal ins Spiel zurückbringen können. Doch das Dutt-Team war auch in der Schlussphase nicht in der Lage, den Tabellen-16. unter Druck zu setzen. · csa

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