Erstmals seit dem 27. September 2008 steht Werder wieder auf Platz drei / „Jetzt dranbleiben“

Die Rückkehr lang vermisster Glücksgefühle

Da kommt bei Sebastian Boenisch (links) und Mesut Özil Freude auf, denn Werder gehört endlich wieder zur Spitzengruppe der Bundesliga.

Bremen - Von Arne FlüggeGefühlt ist es schon eine Ewigkeit her. „Ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt Dritter waren“, sagt Sebastian Boenisch, „aber es ist ein gutes Gefühl.“ Nach einer verkorksten Saison lechzt Werder danach, sich wieder in der Spitze der Bundesliga zu etablieren.

Zuletzt schafften die Bremer am 27. September 2008 – nach dem sechsten Spieltag mit dem 5:4-Heimsieg gegen Hoffenheim – den Sprung auf Rang drei. Danach ging es nur noch bergab.

„Jetzt sind wir da, wo wir hingehören“, gibt sich Boenisch selbstbewusst, „es muss unser Anspruch sein, dort oben mitzuspielen. Jetzt haben wir uns da ein bisschen festgesetzt, nun müssen wir dranbleiben.“

Der 3:2-Sieg in Berlin und damit verbunden der Sprung in lange nicht mehr betretene Gefilde hat den Bremern viel Selbstvertrauen gegeben. Von Euphorie will man an der Weser allerdings nichts wissen. Das letzte Jahr lässt grüßen . . . „Es ist schön und wichtig für uns, dass wir jetzt dort stehen. Doch das sagt noch nicht viel aus. Wir haben erst vier Spieltage absolviert“, tritt Bremens Sportchef Klaus Allofs auf die Bremse: „Wir müssen uns noch erheblich steigern und viele Dinge besser machen, wenn wir uns langfristig oben festsetzen wollen. Und dabei dürfen wir nicht auf die Tabelle schauen.“

Der Werder-Boss spricht dabei vor allem zwei Dinge an: Gegen die vermeintlich Kleinen muss konzentriert gespielt und auswärts mehr eingefahren werden. „Da waren wir im letzten Jahr viel zu fahrlässig. Diese Erkenntnis muss wachsen. Wir müssen die Spiele klarer und souveräner gestalten“, fordert Allofs. Der 52-Jährige spricht damit seinem Torwart aus der Seele. Tim Wiese hatte in der vergangenen Spielzeit oft genug Frust schieben müssen, weil er gehalten hatte, was zu halten war, seine Vorderleute aber immer wieder in der Defensive geschlampt hatten. „Wenn wir jedes Spiel und jeden Gegner ernst nehmen, dann geht diesmal was“, sagt der 27-Jährige. Denn Wiese gefällt der momentane Blick auf die Tabelle: „Das ist gut für unser Selbstvertrauen, wichtig für die Mannschaft.“

Nach der 2:3-Auftaktpleite gegen Eintracht Frankfurt haben sich die Bremer Platz drei hart erarbeiten müssen. Zuerst das 1:1 bei den Bayern, dann die beiden Siege gegen Gladbach und in Berlin . „Das erste Spiel war absolut schlecht. Jetzt klappt das Zusammenspiel immer besser. Wir sind gut drauf“, hat Marko Marin erkannt: „So muss es weitergehen.“ Für den Ex-Gladbacher ist die Tabellenkonstellation ein ganz neues Gefühl. „Platz drei? Da war ich noch nie . . .“, schmunzelt der 20-Jährige.

Während die Spieler aus dem dritten Platz Motivation und Selbstvertrauen saugen, setzt Trainer Thomas Schaaf ganz andere Prioritäten – und sieht seine Mannschaft dabei auf einem guten Weg. „Ich schaue nicht auf die Tabelle. Wichtig ist für mich, dass die Leistung stimmt und wir uns gesteigert haben.“ Wenngleich auch Schaaf weiß: Schaden kann der dritte Platz nicht . . .

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