Sebastian Prödl gibt im Test bei Eintracht Lüneburg sein Comeback: „Angst hatte ich nicht“

7:1 bei der Rückkehr des Dickschädels

Sechs Wochen nach seiner Verletzung stand Werder-Verteidiger Sebastian Prödl (li.) gestern wieder auf dem Platz. ·

Werder-Bremen - LÜNEBURG · Die positiven Nachrichten gestern Abend waren diese: Werder Bremen kann noch Tore schießen. Und: Sebastian Prödl wagt sich nach seiner schweren Gesichtsverletzung schon wieder in Kopfballduelle.

Somit hat das Testspiel beim Landesligisten SV Eintracht Lüneburg die gewünschten Ergebnisse gebracht. Mit 7:1 (5:0) gewann der Bundesligist die Partie, die nach einem partiellen Flutlichtausfall im Halbdunkeln begonnen hatte. Als die Beleuchtung nach einer Viertelstunde wieder voll funktionierte, zeigte Werder den 2 000 Zuschauern zwar viel Einsatz und Engagement, aber dennoch längst nicht alles.

Vor allem keine Top-Stars in Aktion. Trainer Thomas Schaaf ließ fast die gesamte Stammelf draußen. Lediglich Kapitän Clemens Fritz lief auf. Pizarro, Wiese, Sokratis, Marin – sie alle waren nur zum Autogramme schreiben mitgekommen. „Uns soll niemand vorwerfen, wir hätten uns hier nur mit einer B-, C- oder F-Mannschaft präsentiert“, sagte Schaaf.

Die Bilder vom Testspiel

Werder Bremen gewinnt Testpiel in Lüneburg

Auf dem Feld agierten aber überwiegend die Reservisten. Und eben Prödl, der nur sechs Wochen nach seinem doppelten Oberkieferbruch die Rückkehr wagte. Der Versuch war kein durchschlagender Erfolg, aber immerhin ein Erfolg. Beim ersten langen Ball, den er mit dem Kopf hätte klären müssen, blieb er zwar noch weg. „Kann sein, dass das Unterbewusstsein da noch gebremst hat. Aber Angst hatte ich eigentlich nicht“, erklärte der Österreicher und verwies auf drei Luftzweikämpfe, in die er anschließend gezwungen wurde – alle ohne Fracksausen absolviert.

Möglicherweise hat er damit schon die Bundesliga-Belastungsprobe bestanden. „Viel fehlt nicht mehr. Ich habe heute die Antwort bekommen, dass ich die Luftkämpfe führen kann. Aber erst, wenn auch der Trainer das Gefühl hat, dass ich nicht mehr zurückziehe, bin ich bereit“, sagte Prödl. Ihm sei mitgeteilt: Der Trainer hat bereits das geforderte Vertrauen: „Ich habe nicht wahrgenommen, dass Basti gewisse Situationen meidet. Es war ein guter Schritt nach vorn.“

Mit Einschränkungen gilt das auch für den 7:1-Sieg. Nach zuvor zwei Bundesliga-Spielen ohne eigenes Tor trafen gestern Florian Trinks (17.), Denni Avdic (18./47.), Mehmet Eikici (30.), Marko Arnautovic (36.), Lukas Schmitz (38.) und Niclas Füllkrug (70.). Manko: Ein halbes Dutzend weiterer Großchancen wurde leichtfertig vergeben. Für den Sechstligisten aus Lüneburg erzielte Wolfdieter Peters den Ehrentreffer (70.). Es war in Duellen mit Profi-Teams – von denen es in der Club-Historie schon einige gegeben hat – das erste Tor der Eintracht.

Werder: Mielitz - Boenisch, Prödl, Silvestre, Schmitz - Fritz (60. Kroos), Trinks (60. Thy), Füllkrug, Ekici - Arnautovic, Avdic. · csa

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