Rückfall verboten

VOLLER EINSATZ GESTERN IM TRAINING – vollen Einsatz versprechen Claudio Pizarro (re.) und Co. auch heute in Freiburg.

Bremen - Dreimal hat Werder Bremen in der Rückrunde – zumeist mit einem Last-Minute-Tor – vor eigenem Publikum noch Punkte gerettet. Doch bisher folgte auf den späten heimischen Jubel auswärts stets blankes Entsetzen.

Nach dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim gab’s eine 0:3-Klatsche in Köln. Das 1:1 gegen Hannover war eine Woche später durch das 0:4-Debakel beim HSV schon wieder Makulatur. Daher darf man gespannt sein, wie sich die Hanseaten nach dem 2:2 vergangene Woche gegen Leverkusen, das Abwehrspieler Sebastian Prödl mit seinem Kopfballtor in der Nachspielzeit gerettet hatte, heute (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim SC Freiburg verkaufen werden. Kommt wieder der herbe Rückschlag in der Achterbahnfahrt der Gefühle? Oder gelingt endlich ein bitter nötiger Befreiungsschlag aus der Krise?

Torsten Frings hat da eine klare Meinung. „Im Fußball gibt es zwar keine Garantien, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir noch einmal einen solchen Rückfall erleben.“ Seinen Optimismus zieht der Werder-Kapitän, der nach abgesessener Gelbsperre heute wieder ins Team rückt, aus den Eindrücken der abgelaufenen Woche. „Wir haben sehr gut trainiert, alle ziehen mit, die Stimmung ist gut. Von unserer Arbeit und dem Mannschaftsgefühl her, wird uns das nicht noch einmal passieren.“ Freilich, so Frings, dürfe man sich nicht allein auf seine Gefühle verlassen. „Wir müssen das wiedergewonnene Selbstvertrauen auf den Platz Auf Platz 17 gerutscht übertragen und jetzt endlich auch mal auswärts den Kampf und die Leidenschaft zeigen, wie zuletzt gegen Leverkusen. Wir müssen endlich einen Sieg einfahren.“

Klappt das nicht, und Werder geht auch in Freiburg wieder unter, droht der Absturz auf Abstiegsplatz 17. Den nehmen die Bremer (25 Punkte) aufgrund des wesentlich schlechteren Torverhältnisses bereits vor dem Anpfiff ein, nachdem Stuttgart (25) gestern 1:0 gegen Schalke gewann und Kaiserslautern (25) in Frankfurt beim 0:0 einen Punkt holte. Werder muss also heute punkten, der Druck ist noch einmal enorm gestiegen. Könnte diese Ausgangslage die Bremer Mannschaft jetzt trotz aller Zuversicht doch lähmen? „Angst“, sagt Sportchef Klaus Allofs, „ist grundsätzlich nicht gut.“ Daher müsse sich die Mannschaft ganz allein auf das Spiel konzentrieren. „Und ich bin sicher, dass wir in Freiburg die Punkte holen werden“, gibt sich Allofs optimistisch. Dabei habe er die missliche Lage durchaus im Blick. „Wir wissen, dass es in diesem Spiel um sehr, sehr viel geht, aber wir fühlen uns deswegen jetzt nicht mies oder leiden“, erklärte der Werder-Boss: „Wir nehmen die Situation an, sehen sie als Herausforderung. So wie sich die Mannschaft in dieser Woche gezeigt hat, bin ich sehr positiv gestimmt."

In den vergangenen Jahren haben die Bremer im Breisgau immer gut ausgesehen. Doch heute wird die Mannschaft von Trainer Robin Dutt sicherlich nicht noch einmal das Kanonenfutter sein wie beim 0:6 in der vergangenen Saison. Der SC Freiburg spielt eine starke Serie, ist Tabellensiebter und will heute die 40-Punkte-Marke knacken. „Sie haben schon über viele Jahre guten Fußball und eine gute Spielkultur gezeigt“, weiß Werder-Trainer Thomas Schaaf. In diesem Jahr kommen nun auch die passenden Ergebnisse hinzu. „Die Mannschaft hat als Team zusammengefunden, sie harmoniert und hat sehr viel Selbstbewusstsein“, lobt Schaaf.

Vor allem aber hat der SC Freiburg einen Papiss Demba Cisse (25). Der Stürmer kommt bereits auf 16 Saisontore und ist quasi die Lebensversicherung der Gastgeber.

„Er ist unheimlich gefährlich. Im Strafraum und außerhalb. Er trifft per Kopf und mit dem Fuß. Das hat er immer dokumentiert“, weiß Sebastian Prödl, der den Freiburger Angreifer schon mal genau unter die Lupe genommen hat. Schließlich wird es Bremens Abwehrspieler heute häufiger mit Cisse zu tun bekommen. „Wir müssen höllisch auf ihn aufpassen, immer sehen, was er macht, ihn vom Tor fernhalten“, fordert der Österreicher, dem vor Cisse aber nicht bange ist: „Wir haben eine große Qualität im Abwehrbereich. Die müssen wir ihm entgegensetzen. Zudem muss die ganze Mannschaft wieder Willen, großen Einsatz und den Kampf wie zuletzt zeigen.“ Sonst steht Werder heute Nachmittag weiter auf einem Abstiegsplatz . . .

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