Bremens Coach Schaaf ist der Gruppensieg in Bilbao nicht ganz so wichtig

Rotation für das Nordderby

Machte zwar gestern beim Abschlusstraining mit, hat aber noch leichte Knieprobleme: Werders Innenverteidiger Naldo.

Werder-Bremen - BILBAO · Das Stadion von Bilbao wird auch ehrfürchtig die Kathedrale des Fußballs genannt. Und die Athletic-Fans gelten nicht nur als besonders fußballkundig, sondern auch als sehr fair.

Spielt ein Gegner gut, dann gibt’s durchaus mal freundlichen Beifall für den Gast. Bleibt die Frage, welche Bremer sich diese seltene Geste verdienen können. Denn offener als je zuvor deutete Coach Thomas Schaaf gestern personelle Änderungen in der Startformation an. Das von ihm so ungeliebte Wort Rotation nahm der Werder-Coach zwar nicht in den Mund, aber frank und frei verkündete er: „Es ist gut möglich, dass der eine oder andere nicht von Anfang an dabei sein wird.“

Namen nannte Schaaf natürlich nicht. Es seien schließlich noch einige Stunden bis zum Spiel, „in denen wir uns Gedanken machen können“. Zum Beispiel, ob ein Einsatz von Naldo sinnvoll ist. Der Brasilianer klagte zuletzt über Knieprobleme, flog aber dennoch mit ins Baskenland. „Es ist besser geworden, aber ich habe noch leichte Schmerzen“, teilte der Innenverteidiger mit. Beim Abschlusstraining war er dabei. „Wir müssen schauen, ob es bei ihm Sinn macht“, meinte Schaaf. Für Naldo würde wohl Sebastian Prödl verteidigen. Für den verletzten Sebastian Boenisch rückt Petri Pasanen ins Team. Denkbar ist auch, dass Aaron Hunt und Marko Marin eine Pause erhalten.

Und was ist im Sturm? Claudio Pizarro meldete sich am Samstag gegen Schalke als Joker zurück. Doch einem Startelf-Comeback blickt Schaaf skeptisch entgegen: „Wir müssen schauen. Erst einmal war es gut, dass aus seinem Kurzeinsatz nichts Negatives entstanden ist.“ Der lädierte Fuß macht also mit.

Aber da ist ja auch noch das Bundesliga-Spiel am Sonntag in Hamburg. Dort steht Werder nach der Schalke-Pleite gehörig unter Druck, dort werden alle Leistungsträger benötigt. In Bilbao nicht unbedingt. Die nächste Runde in der Europa League ist längst erreicht, es geht nur noch um den Gruppensieg, den Werder schon bei einer Niederlage mit weniger als drei Toren Differenz (außer 0:2) sicher hätte. Während Boss Klaus Allofs fordert, „dass wir uns als Erster durchsetzen“, sagt Schaaf: „Über die Platzierung mache ich mir weniger Gedanken.“ Denn so oder so würde der Bundesligist in der nächsten Runde „keinen bequemen Gegner“ (Schaaf) bekommen. Auch den Vorteil, als Gruppensieger das Rückspiel im eigenen Stadion absolvieren zu dürfen, hält der Coach für fragwürdig: „Die Ergebnisse der Vergangenheit haben doch gezeigt, dass es für uns auswärts oft ganz gut gelaufen ist.“

Abschenken wird Schaaf die Bilbao-Partie deshalb aber ganz sicher nicht. Denn es gehe schließlich um „viel Ansehen“ – und respektvoller Beifall von den gegnerischen Fans ist für die zuletzt etwas angeknackste Seele der Bremer vor dem Nordderby sicher auch ganz gut.

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