Rost traut Werder mehr zu als dem HSV

Verstecken verboten

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Frank Rost hat nur drei seiner 18 Nordderbys verloren.

Bremen - Der Mann kann Nordderbys: 18 Mal stand Frank Rost bei Bundesliga-Duellen zwischen den beiden Clubs aus den großen Hansestädten im Tor, nur drei Mal verließ er den Platz als Verlierer (zwei Mal mit Werder, ein Mal mit dem Hamburger SV). Trotzdem fiebert er dem 102. Nordderby am Sonntag nicht wirklich entgegen – und das liegt nicht nur daran, weil der 41-Jährige inzwischen nur noch Zuschauer ist. „Da trifft eine GmbH & Co KG aA auf eine Aktiengesellschaft. Da ist es mir eigentlich wurscht, wer gewinnt“, behauptet Rost, gesteht dann aber noch: „Natürlich werde ich das Spiel gucken. Fußballerisch gesehen ist das hochinteressant.“

Rost ist vor allem gespannt, wie Werder nach der harschen Kritik von Coach Viktor Skripnik und Sportchef Thomas Eichin auftreten wird. „Normalerweise müssten die Spieler das positiv umsetzen und sofort zeigen, dass sie dem HSV den Todesstoß versetzen wollen. Aber vielleicht verstecken sie sich auch. Das wäre fatal.“ Und die große Chance der Gäste, die laut Rost „den Vorteil haben, alles selbst in der Hand zu haben. Aber wenn sie in Bremen verlieren, dann ist das nicht mehr so, dann heißt es zu 90 Prozent ,Auf Wiedersehen, Bundesliga’.“

Für die Stadt Hamburg wäre das „eine Katastrophe“, glaubt der Ex-Profi, der von 2007 bis 2011 für den HSV gespielt hat. „Eigentlich darf so ein Verein nicht absteigen, er würde der Bundesliga fehlen“, sagt Rost, merkt aber auch an: „Beim HSV hat man gedacht, durch die Umwandlung zur Aktiengesellschaft wird alles gut, aber so einfach ist das nicht. Und wenn man am Ende der Saison ganz unten steht, hat man den Abstieg auch verdient.“

Werder sei da den besseren Weg gegangen – vor allem mit der Inthronisierung von Skripnik, mit dem er selbst noch in seiner Bremer Zeit (1992 bis 2002) gespielt hat. „Unter Robin Dutt war es schlimm, jetzt wird endlich wieder Fußball gespielt“, findet Rost, der den Ärger nach der Niederlage in Stuttgart absolut verstehen kann: „Da musst du punkten, dafür wird sich Werder noch mal in den Hintern beißen. Es ist total richtig, dass Eichin mehr Galligkeit fordert. Mit der richtigen Mentalität kannst du im Fußball Berge versetzen. Vielleicht klappt es sogar mit der Europa League. Nach unten wird nichts mehr anbrennen.“

Klingt doch positiv. Möglicherweise hat ihn Werder wieder infiziert. Denn Rost hospitiert bei der U14. „Es ist sehr interessant, wie die Jugendarbeit bei Werder funktioniert“, sagt Rost: „Mal schauen, was für mich danach kommt.“

kni

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