„Robben ist nahezu unschlagbar“

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Arjen Robben ist derzeit in bestechender Form.

Berlin - Es muss einem Gegner schon mulmig werden, wenn er Bayern-Coach Louis van Gaal so reden hört: „Robben schießt unsere ganz wichtigen Tore und im Zusammenspiel mit Ribery ist er nahezu unschlagbar.“ Und Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge stellte jüngst sogar fest: „Die beiden sind die einzigen Weltklassespieler, die wir in der Bundesliga haben.“

Mit „Robbery“ haben die Münchner das wohl gefährlichste Offensiv-Duo in ihren Reihen, für Werder-Kapitän Torsten Frings ist das jedoch kein Grund, um neidisch zu werden: „Man muss ja auch sehen, was Bayern investiert hat. Für Robben und Ribery waren es alleine 50 Millionen, dann noch mal 30 Millionen für Gomez. Dann wäre es ja traurig, wenn ihr Offensivspiel keine Qualität hätte.“ Doch ganz im Stile des kleinen, gallischen Dorfes, ist man in Bremen stolz darauf, ihnen mit weit geringeren Mitteln Paroli bieten zu können. „Ich finde, umso höher ist es zu bewerten, was wir Woche für Woche auf die Beine stellen“, betonte Frings.

Mit Spielern wie Özil, Marin, Bargfrede – große Talente, die an „Robbery“ allerdings noch nicht heranreichen können. Daher schaute man an der Weser ebenso neidisch wie fasziniert zu, wenn Arjen Robben in den letzten Wochen zum Sololauf ansetzte und Tore auf Weltklasseniveau erzielte. Auch im Pokalfinale heute Abend steht das wieder zu befürchten. Bei Werder vertraut man auf das Kollektiv, darauf, dass jeder die Patzer des anderen ausbügelt und gemeinsam die individuelle Unterlegenheit gegenüber den Starspielern aus München ausgleicht. „Es kommt auf niemanden Einzelnen an“, glaubt selbst „Leitwolf“ Frings, „wir müssen als Mannschaft funktionieren, nur dann können wir Erfolg haben. Einzelne Spieler werden so ein Spiel nicht entscheiden.“

Auch wenn es bei den Bayern zuletzt Robben, Ivica Olic und Thomas Müller waren, die die Partien quasi im Alleingang entschieden, so ist auch Frings nicht entgangen, dass das Bild der Ausnahmekönner längst hinkt: „Die werden ja auch von anderen Spielern freigespielt, andere Spieler machen für sie die Arbeit – nur dann können solche Spieler auch ihre Tore erzielen.“ Nicht mehr alle für einen lautet das bajuwarische Motto, sondern einer für alle. Auch wenn manche immer noch mehr laufen müssen, als andere, haben sich die Bayern inzwischen von ihren Stars emanzipiert. Dank der Van-Gaal-Philosphie ist aus den Münchnern inzwischen ein perfektes Kollektiv geworden, in dem jeder Spieler eine genau definierte Aufgabe auf dem Feld erfüllt. „Ordnung ist erlernbar, Kreativität nicht“, betont der Niederländer, für den aus Ordnung und Ballbesitz Kreativität hervorgeht.

Die Bayern zelebrieren diesen Weg inzwischen perfekt, Quoten von 70 Prozent Ballbesitz sind die Regel. Trainiert wird an der Säbener Straße in jeder Einheit nur noch mit Ball, die Aufgaben jedes Einzelnen werden stoisch eingeübt. Und fällt ein Ribery mal aus, wird er durch Hamit Altintop ersetzt. Bastian Schweinsteiger füllt die Sechserposition wohl ligaweit am besten aus, bringt es im Schnitt auf bemerkenswerte 150 Ballkontakte pro Partie. Der Kapitän ist der beste van Bommel aller Zeiten. Und wenn selbst Paul Breitner das sagt, will das schon was heißen. Die Mischung von Stars und jungen Talenten wie Holger Badstuber oder Thomas Müller runden das Konzept ab und öffnen den Bayern eine Zukunftsperspektive.

Was bleibt den Bremern bei dieser Aussicht? Wohl nur trotzige, gemeinsame Gegenwehr. „In den letzten Jahren sind wir mit Bayern fast auf Augenhöhe“, meint Frings, „klar, ist Bayern Favorit, aber es wäre für viele wohl keine Überraschung, wenn wir den Pokal holen würden.“

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