Werder-Coach Schaaf will De Bruyne etwas vorsichtiger machen, ohne ihn dabei zu bremsen

Der Risikofaktor ist noch zu hoch

Erfolg fest im Blick: Werder-Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne

Bremen - In Belgien haben sie ihn mit einem U-Boot verglichen. „Er registriert blitzschnell alle Positionen, und dann schickt er seine Torpedos auf die Reise – haarscharfe Pässe, die perfekt die Mitspieler erreichen“, schrieb die Zeitung „De Morgen“ über den Mittelfeldspieler vom KRC Genk.

Auch bei Werder ist De Bruyne eine gefährliche Waffe – nur die Streuung ist noch zu groß. Gegen Düsseldorf war der 21-Jährige erst Risikofaktor, dann mit dem 2:1-Siegtreffer der Matchwinner. Ihm fehlt noch die Balance, doch die will ihm Thomas Schaaf schnell einimpfen.

„Kevin hat schon viel von seinem Können gezeigt. Aber man sieht auch, dass er ein Spieler ist, der noch auf dem Weg ist“, sagt der Coach und erklärt: „Kevin spielt mit viel Risiko. Er muss erkennen, in welchen Bereichen er dieses Risiko gehen darf, ohne andere in Not zu bringen. Das ist ein Lernprozess.“ Gerade gegen Düsseldorf hatte De Bruyne neben tollen Pässen auch viele Ballverluste. Da wurde es mehrfach richtig gefährlich für die Bremer Hintermannschaft. „So ehrlich muss man sein. Das war heute mit Abstand mein schlechtestes Spiel für Werder“, urteilte der belgische Nationalspieler anschließend knallhart. Er schob es auch auf die Länderspielreise in den Tagen zuvor: „Ich hatte eine anstrengende Woche, war viel unterwegs, das ging an die Substanz – ich fühlte mich nicht richtig frisch.“

Gelaufen ist er trotzdem wieder enorm viel. 11,59 Kilometer, nur Aaron Hunt (11,85) und Zlatko Junuzovic (11,79) waren bei Werder etwas mehr unterwegs. Mit 141,5 Kilometern in dieser Spielzeit liegt De Bruyne ligaweit auf Platz zwei hinter Stuttgarts Christian Gentner, der alle zwölf Partien (1 080 Minuten) durchgespielt hat. De Bruyne fehlen lediglich vier Minuten

Der Belgier erklärt seinen Karriere-Plan

zur Vollauslastung. Nicht nur dieser Dauereinsatz unterstreicht seine Bedeutung für Werder. Vier Tore und zwei Assists sind für einen Mittelfeldspieler ebenfalls sehr gute Werte.

Der Belgier hat gezeigt, warum ihn der FC Chelsea im Januar für acht Millionen Euro verpflichtet hat. Bei den Engländern besitzt er einen Vertrag bis 2017 – und seine Karriere ist fast minutiös geplant. Erst blieb er noch ein halbes Jahr in Genk, dann folgte im Sommer die einjährige Ausleihe an Werder – und wie es weitergehen soll, berichtete De Bruyne nun im Werder-Magazin: „Fest steht, dass ich die Vorbereitung auf die nächste Saison wie in diesem Jahr mit Chelsea absolvieren werde. Sollte man danach sehen, dass ich bei Chelsea nicht so viel zum Einsatz kommen werde, dann wäre es sicher besser, nach einer anderen Lösung zu suchen.“ Ob die Werder heißen kann, ist eher fraglich. Der 21-Jährige hatte stets betont, dass er sich unbedingt in der Premier League weiterentwickeln will. Aber das Fußball-Geschäft ist schnelllebig. So wurde gestern Chelsea-Coach Roberto di Matteo entlassen. Welche Auswirkungen das auf die Zukunft von De Bruyne haben wird, bleibt abzuwarten.

Dessen Fokus liegt jetzt erst einmal auf seiner „Lehrzeit“ in Bremen. Und da hat er sich einiges vorgenommen: „Mein Ziel ist es, beidfüßig zu spielen. Wenn mal ein Pass mit links misslingt, versuche ich es kurze Zeit später wieder. Meistens klappt es dann. Es ist nicht dumm, im Fußball Fehler zu machen. Schlimmer ist es, etwas gar nicht erst zu versuchen.“ Genau das schätzt Schaaf so sehr an dem Belgier. „Er geht den Dingen weiter nach. Es spornt ihn an, wenn mal etwas nicht funktioniert hat. Da werde ich ihn nicht bremsen“, sagt der Coach und versichert: „Kevin wird sich noch weiter verbessern.“ · kni/mr

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