Franco Di Santo im vorläufigen WM-Kader: „Eine ganz besondere Ehre“

Die „riesige“ Überraschung im argentinischen Star-Sturm

Franco Di Santo hat allen Grund zur Freude. Der Werder-Profi kann sich ab Montag für den endgültigen argentinischen WM-Kader empfehlen.
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Franco Di Santo hat allen Grund zur Freude. Der Werder-Profi kann sich ab Montag für den endgültigen argentinischen WM-Kader empfehlen.

Bremen - Es ist wirklich erstaunlich. Da spielt Franco Di Santo eine Premierensaison bei Werder Bremen, die nach nur vier Toren und vier Vorlagen mit „so lala“ recht treffend beschrieben wäre. Und doch steht der 25-Jährige am Ende dieser Saison kurz vor einer Teilnahme an der WM in Brasilien.

Der Stürmer bildet zusammen mit internationalen Klasse-Angreifern wie Lionel Messi (FC Barcelona), Sergio Agüero (Manchester City) Gonzalo Higuain (SSC Neapel), Ezequil Lavezzi (Paris St. Germain) und Rodrigo Palacio (Inter Mailand) die Offensivabteilung im noch 30 Mann starken vorläufigen WM-Kader Argentiniens.

„Es ist eine ganz besondere Ehre für mich, in diesem Kreis dabei sein zu dürfen. Es fühlt sich sehr gut an“, wird Di Santo in einer Mitteilung seines Vereins zitiert. Über die Berufung durch Nationalcoach Alejandro Sabella habe er sich „sehr gefreut“. Möglicherweise bekommt Werder, das bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 noch jeweils ein halbes Dutzend Spieler entsandt hatte, so doch noch einen WM-Fahrer. Sollte Di Santo jedoch noch aussortiert werden, würden die Bremer erstmals seit 1962 keinen WM-Spieler stellen.

Zwar behauptet Sportchef Thomas Eichin, dass ihm das egal sei. Dennoch drückt er Di Santo kräftig die Daumen. Denn natürlich wäre ein WM-Teilnehmer gut für das Werder-Renommee – und wenn es Di Santo ist, wäre das auch gut für Eichins Ansehen. Der Manager hatte Di Santo im vergangenen Sommer als vertragslosen Spieler an die Weser geholt. Die Skepsis war groß, ob Di Santo Werder weiterhelfen wird. Jetzt gehört er zwar nicht zu den besten Torjägern der Bundesliga, aber zu den 30 besten Fußballern Argentiniens. Das allein sei „schon unglaublich“, meint der Mann aus Mendoza. Und Eichin sagt: „Ich bin sehr froh, dass ich ihn gefunden habe. Er ist ein Riesentalent und wird sich noch gewaltig steigern. Er nimmt eine sehr gute Entwicklung, seine Formkurve zeigt abolut nach oben.“

Aber klar: Franco Di Santo bleibt im Rennen um einen Platz im nur noch 23 Spieler umfassenden WM-Kader ein Außenseiter. Gestern schaute er noch beim Testspiel in Heeslingen zu, heute fliegt er nach Buenos Aires, wo sich am Montag das nominierte Team trifft. Bis spätestens 2. Juni muss dann die endgültige Spielerliste gemeldet werden. Und so lange darf Franco Di Santo um die „Erfüllung meines Traums“ kämpfen. „Ich freue mich auf die Einheiten mit der Nationalmannschaft“, sagt der einzige Bundesliga-Legionär im argentinischen Aufgebot.

Sein bis dato letztes von drei Länderspielen hatte Di Santo im März 2013 bestritten. Danach wurde er nicht mehr berücksichtigt – nun ist er wieder dabei. Warum, das erklärt sein Landsmann und Werder-Teamkollege Santiago Garcia: „Die anderen Stürmer haben zwar den größeren Namen, aber Franco hat die längeren Beine.“ Soll heißen: Mit seinen 1,93 Metern ist Franco Di Santo eine Ausnahmeerscheinung im Sturm der Argentinier. Lediglich Higuain (1,84 Meter) reicht noch an den Bremer „Riesen“ heran. Messi (1,69), Agüero (1,73), Lavezzi (1,73) und Palacio (1,75) sind allesamt keine Brecher. Weshalb Garcia seinem Freund eine echte WM-Chance einräumt: „Ich hoffe und glaube, dass Franco es zur WM schafft.“

Wenn nicht, wäre zwar Franco Di Santos großer WM-Traum geplatzt, nicht aber das Ende seiner stockend angelaufenen Nationalmannschaftskariere gekommen. „Über kurz oder lang“, bekräftigt jedenfalls Thomas Eichin, „wird er dabei sein, da bin ich mir sicher.“ · csa

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