Dank Rosenberg: Werder startet mit 2:0-Sieg

Riesenerleichterung

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„O wie ist das schön“ oder „Deutscher Meister wird nur der SVW“ – die Fans des SV Werder Bremen waren gestern im Weserstadion nicht mehr zu stoppen

BREMEN. Ob „O wie ist das schön“ oder „Deutscher Meister wird nur der SVW“ – die Fans des SV Werder Bremen waren gestern im Weserstadion nicht mehr zu stoppen und schmetterten so ziemlich jeden Song aus der Gewinnerbox. Als hätte ihr Team gerade einen Titel geholt oder zumindest die Champions League erreicht.

Dabei war Werder nur erfolgreich in die Bundesliga-Saison gestartet. Doch das 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern sorgte für eine Riesenerleichterung an der Weser. Denn die Angst vor dem nächsten Horror-Jahr war groß gewesen.

„Wir sind ganz schön unter Druck geraten – erst durch die schlechte Vorsaison, dann durch das Pokal-Aus in Heidenheim. Da ist der Sieg für das allgemeine Betriebsklima sehr wichtig“, sagte Werder-Boss Klaus Allofs und atmete tief durch. Clemens Fritz war mindestens genauso erleichtert: „Wir haben wirklich alles gegeben und wollten unbedingt gewinnen. Das waren wir unseren Fans auch schuldig, die hatten ja lange nichts mehr richtig zu feiern.“

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Mann des Tages war zweifellos Markus Rosenberg. Der Schwede traf bei seinem Bundesliga-Comeback gleich doppelt. Nach einer Stunde staubte er eiskalt ab, nachdem Kaiserslauterns Keeper Kevin Trapp einen harten und leicht abgefälschten Schmitz-Schuss nur abgeklatscht hatte. Neun Minuten vor dem Ende besorgte Rosenberg dann auch die Entscheidung, als er eine feine Wesley-Flanke einnickte. „Ich habe nicht nur so daher gesagt, dass ich mich in Spanien verbessert habe“, meinte der sichtlich zufriedene Stürmer, der in der vergangenen Saison an Racing Santander ausgeliehen war.

Neben Rosenberg ragten zwei weitere Werder-Profis heraus: Clemens Fritz und Per Mertesacker. Fritz begann überraschend im rechten Mittelfeld, für ihn verteidigte Innenverteidiger Sokratis auf der rechten Seite. Und die Millionen-Einkäufe Wesley und Mehmet Ekici saßen erstmal nur auf der Bank. „Wir

Mertesacker ist stolz

wollten erstmal Sicherheit im Mittelfeld haben“, klärte Trainer Thomas Schaaf später auf. Sein Plan ging voll auf. Fritz zeigte eine kämpferische Meisterleistung, glänzte später auch als Sechser für den verletzt ausgeschiedenen Philipp Bargfrede (Pferdekuss). Hinten räumte Per Mertesacker ab. Der neue Kapitän („Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich Werder anführen darf“) machte da weiter, wo er bei seinem grandiosen Comeback am Dienstag gegen Everton aufgehört hatte. Deshalb standen die Gastgeber vor 41 100 Zuschauern in der nur ganz knapp nicht ausverkauften Arena hinten auch ziemlich sicher.

Ohnehin ging‘s zu Beginn immer nur in eine Richtung: Werder belagerte das Gäste-Tor, zeigte durchaus ansehnlichen Fußball in fast schon ungewohnt hohem Tempo. Nur ein Tor fehlte, weil Lennart Thy (5.) und Rosenberg (9.) an Trapp scheiterten. Weitere Großchancen gab’s auch deshalb nicht, weil Spielmacher Marko Marin einen schwarzen Tag erwischt hatte. So ein bisschen übertrug sich das auch auf die Kollegen, die Bremer verloren nach dem Wechsel den Glauben an ihr Potenzial, wichen zurück und wären dafür beinahe böse bestraft worden: Zum Glück traf Ivo Ilicevic nach einer Hereingabe von Florian Dick nur das Aluminium (56.).

„Dieser Lattenkracher war ein Hallo-Wach für uns“, meinte Fritz später und erklärte: „Wir sind vorher sehr hohes Tempo gegangen, da kann es auch mal zu so einer Phase kommen. Aber dann waren wir wieder da.“ Wenn auch mit ein bisschen Glück, denn ohne Trapps Fehler wäre Werder nicht in Führung gegangen. Danach lief’s fast wie von selbst. Die Abwehr stand bombensicher, und dann marschierte Wesley über den halben Platz, flankte Richtung langer Pfosten und machte Rosenberg damit zum Doppeltorschützen. Die Arena bebte und wäre fast explodiert, als der Schwede kurz vor Schluss nach schöner Vorarbeit von Wesley und Aaron Hunt den Pfosten traf.

Dadurch verpasste Werder die Tabellenführung. Doch Allofs reichte es schon, dass sein Club erstmals seit fünf Jahren wieder ein Auftaktspiel gewonnen hatte: „Wir müssen jetzt nicht durchdrehen, sondern aus dieser Ausgangsposition mehr machen.“ Nächsten Sonntag gibt’s in Leverkusen die Gelegenheit dazu.

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