Kommentar zu Klasnics Sieg vor Gericht

Richtiges Urteil, aber keine Gerechtigkeit

Ivan Klasnic steht nach dem Urteilsspruch als Gewinner da, bleibt aber immer der Verlierer.
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Ivan Klasnic steht nach dem Urteilsspruch als Gewinner da, bleibt aber immer der Verlierer.

Bremen - Ivan Klasnic steht nach dem Urteilsspruch vom Landgericht Bremen als Sieger da. Trotzdem bleibt er der Verlierer. Ein Kommentar von Carsten Sander.

Soll er sich jetzt freuen, der Ivan Klasnic? Ja, er hat vor dem Landgericht Bremen einen Sieg auf ganzer Linie davongetragen und in allen wesentlichen Punkten des Zivilprozesses Recht bekommen. Aber Freude? Sie klingt bei ihm nicht durch. Irgendwie wäre sie auch nicht angebracht. Denn weder die ihm zugesprochenen 100.000 Euro Schmerzensgeld noch die noch zu verhandelnden Entschädigungszahlungen können aufwiegen, was Ivan Klasnic widerfahren ist. Die Gesundheit ruiniert, weil zwei Ärzte ihren Job nicht richtig gemacht haben – was hilft da Geld?

Klar, Klasnic weiß jetzt, dass alle Schäden, die ihm im Zusammenhang mit seiner Niereninsuffizienz entstanden sind, bezahlt werden müssen – von den beklagten Ärzten Dr. Götz Dimanski und Dr. Manju Guha sowie den hinter ihnen stehenden Institutionen Werder Bremen und Rehazentrum Bremen. Als Dialysepatient ist Klasnics Lebensqualität dennoch nicht mehr die, die sie mal war. Und vermutlich wird sie es auch nie wieder sein. Der, der nach dem Urteilsspruch als Gewinner dasteht, bleibt deshalb immer der Verlierer.

Ivan Klasnic hat durch den Prozess – eine Bestätigung des Urteils in höheren Instanzen vorausgesetzt – eine finanzielle Sicherheit für sich erwirkt. Vielleicht empfindet er darüber Genugtuung. Gerechtigkeit war in diesem Fall jedoch nicht mehr herzustellen. Auch nicht durch ein Gericht.

Es ist im Rückblick nicht zu verstehen, dass zwei Ärzte über Jahre konsequent die sich verschlechternden Nierenwerte nicht zur Kenntnis genommen hatten. Das Gericht nennt das im Juristensprech „grob fehlerhaft“, man fühlt sich in der Beurteilung aber näher an Ivan Klasnic, der das Vorgehen der Ärzte als das bezeichnet, was es fraglos war: „Schlampig“. Indem sich einer auf den anderen verlassen hat, ist ein Patient zum Opfer geworden. Dass die Mediziner dafür zur Verantwortung gezogen werden, ist das einzig erwartbare und richtige Urteil gewesen.

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