Rückfallgefahr ist hoch

Rettung in Mainz? Hunt misstraut dem Werder-Trend

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Zuletzt hatte Eljero Elia (re.) Grund zum Lachen. Als zweite Spitze lieferte er zwei Torvorlagen. Und Mitspieler Aaron Hunt sieht Elia in vorderster Linie am besten aufgehoben. ·

Bremen - Beim Großkampftag im Tabellenkeller kann sich Werder Bremen fein raushalten. Wenn sich Hannover und Hamburg sowie Braunschweig und Freiburg heute im Abstiegskampf gegenseitig Richtung zweite Liga schubsen, geht Werder mit dem Sicherheitsabstand von noch sechs Punkten einigermaßen entspannt die eigene Aufgabe an.

Mit einem Sieg beim Tabellensiebten Mainz 05 (15.30 Uhr) wäre die Rettung wohl perfekt. Und die aktuelle Form spricht nach zuletzt vier Punkten aus zwei Partien sogar für Werder. Doch ausgerechnet Aaron Hunt traut dem Braten nicht.

Dass das Bremer Team in den zurückliegenden zwei Partien spielerisch einen Aufschwung nahm, hat er mit einiger Freude zur Kenntnis genommen. Fußball spielen, statt Fußball kämpfen – so wurden gegen Hannover 96 (2:1) und Schalke 04 (1:1) lange vermisste Qualitäten wiederbelebt. Aber überbewerten will Hunt den Trend vor dem Trip nach Mainz nicht. „Es waren nur zwei Spiele, das sollten wir nicht zu hoch hängen. Wir wissen, dass wir in ein, zwei Spielen wieder unten reinrutschen können“, sagt der Mittelfeldchef.

Sein grundsätzlicher Pessimismus ist natürlich der in den letzten Jahren gemachten Erfahrung geschuldet. Auf zarte Fortschritte folgten teils heftige Rückschläge – und auch jetzt bereitet Hunt das Fan-Volk schon wieder auf weniger gute Leistungen vor: „Wir haben in der Saison oft genug gesehen, dass wir mit uns zu kämpfen hatten. Wir können deshalb nicht davon ausgehen, dass wir in Mainz so ein tolles Spiel machen wie in der ersten halben Stunde gegen Schalke.“

Aber schön wär’s schon, wenn Werder am Ende einer Saison, die ausschließlich aus Maloche bestand, nicht nur kurz zur feinen Fußball-Kultur zurückgefunden hätte. Der Anfang ist gemacht – sagt auch Hunt: „Wir wussten schon, dass eine Menge in der Mannschaft steckt. Wir haben jetzt eine Formation gefunden, in der sich alle sicher fühlen – und einzelne sind auf einem sehr guten Niveau.“

Damit ist sicherlich Franco Di Santo gemeint, der heute jedoch wegen einer Gelbsperre fehlt. Oder auch Eljero Elia, der neuerdings nicht mehr als Joker auf der Bank sitzt, sondern zweite Spitze spielt und in dieser Eigenschaft zwei Torvorlagen für Nebenmann Di Santo geliefert hat. Heute ist Nils Petersen der zweite Mann im Angriff – ob Elia auch für ihn den Tor-Butler spielt?

Hunt ist bei dieser Frage gar nicht skeptisch, sondern zu hundert Prozent Optimist. Denn Elia in die Spitze zu stellen, mache absolut Sinn, sagt der 27-Jährige: „Es kommt Elli zugute, dass wir mit zwei Stürmern spielen. Er ist viel unterwegs, bietet gute Laufwege an, schafft freie Räume.“

So viel Lob für Elia – wann hat es das schon mal gegeben? Nur in der Hinserie nach dem Tor-Doppelpack des Niederländers beim 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Oder als er gegen Mainz und Hoffenheim in zwei aufeinanderfolgenden Spielen erfolgreich war. Es waren aber – ähnlich wie bei Werder insgesamt – jeweils nur kurze Momente des Glücks. Doch vielleicht stabilisiert sich jetzt das ganze Team. Und mit ihm auch Eljero Elia.

Es würde Werder absolut in die Karten spielen, wenn der Niederländer am Ende der Saison seinen Kokon der Hilflosigkeit endlich auf Dauer abstreifen würde. Das würde sportlich weiterhelfen – und nach der Saison eventuell auch finanziell. Denn natürlich spekuliert Sportchef Thomas Eichin auf einen Verkauf des 27-Jährigen im Sommer – allerdings nicht mehr zum Schnäppchenpreis. Eichin macht Elia nach nur zwei guten Vorstellungen kurzerhand zu einem „wichtigen Faktor in unserem Spiel“ und eröffnet (obwohl noch kein Interessent auf den Plan getreten ist) schon mal den Ablösepoker. Im typischen Managerjargon sagt er: „Ich sehe Eljero Elia lieber bei uns spielen als anderswo. Wenn wir ihn gehen lassen, dann nur bei einem richtig guten Angebot.“

Richtig gut wären sicher drei Millionen Euro für Elia. Richtig gut wären auch drei Punkte in Mainz. Mit denen wäre Werder wohl definitiv gerettet. Chefskeptiker Hunt hält es für möglich und grinst: „Ob mit einer guten oder schlechten Leistung – wie wir gewinnen, ist eigentlich egal.“ · csa

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