Pizarro sichert schmeichelhaftes 1:1 in Mainz

Rettung in letzter Sekunde

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Mit seinem tollen Treffer sicherte der Peruaner Werder Bremen gestern in letzter Sekunde ein äußerst schmeichelhaftes 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05.

Mainz - von Malte Rehnert. Es war schon die pure Verzweiflung: Keeper Sebastian Mielitz drosch den Ball nach vorne, möglichst weit. Dann verlängerte erst Sebastian Prödl per Kopf, anschließend auch noch Per Mertesacker – und schließlich kam Claudio Pizarro.

Annahme in der Luft, trockener Volleyschuss, Tor! Mit seinem tollen Treffer sicherte der Peruaner Werder Bremen gestern in letzter Sekunde ein äußerst schmeichelhaftes 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05. Als die Bremer noch jubelten, ertönte bereits der Schlusspfiff.

Und hinterher waren sie alle ziemlich erleichtert. Erstens wegen des kaum noch für möglich gehaltenen Unentschiedens (das erste überhaupt in dieser Saison für Mainz) – und zweitens wegen des gerade noch verhinderten Absturzes auf den Relegationsplatz. Bei einer Bremer Niederlage hätte Köln (3:2 gegen Bayern) Werder überholt. Stattdessen zog Werder sogar an Kaiserlautern und St. Pauli vorbei und steht – zumindest bis heute – auf Rang 13. Und: Pizarros Last-Second-Tor war Bremens erster Auswärtstreffer in der Fußball-Bundesliga seit 555 Minuten.

„Wir haben heute einen Punkt gewonnen, das kann man durchaus so sagen“, meinte Abwehrchef Per Mertesacker. „Das ist ein sehr wichtiger Punkt für uns“, urteilte Kapitän Torsten Frings und lobte das Engagement seiner Teamkollegen: „Wenn man alles gibt, kann man sich belohnen. Das haben wir heute gesehen.“ Auch andere, wie Mielitz, hoben die „tolle Moral“ hervor. Beinahe hätte die aber nichts gebracht: Werder war zwar engagiert, aber fast die gesamte Spielzeit über total harmlos gewesen – trotz zwei Stürmern.

Coach Thomas Schaaf hatte fast die gleiche Elf wie zuletzt gegen den FC Bayern (1:3) ins Rennen geschickt. Einzige Ausnahme: Für den gesperrten Stammkeeper Tim Wiese stand im mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Bruchwegstadion Mielitz zwischen den Bremer Pfosten. Allerdings hatte Schaaf die Taktik verändert. Vor der Mittelfeldraute mit Torsten Frings, Clemens Fritz (rechts), Philipp Bargfrede (links) und Aaron Hunt stürmten diesmal Pizarro und Marko Marin. Der nach seiner Schienbeinprellung wieder genesene Marko Arnautovic saß zunächst auf der Bank.

Kein Elfmeter für Marin

Marin war dann auch der Auffälligste in der Anfangsviertelstunde. In der elften Minute drang er in den Mainzer Strafraum ein. Christian Fuchs berührte ihn, der Bremer fiel allerdings zu theatralisch – und Schiedsrichter Markus Schmidt gab keinen Elfmeter. „Das war schon wieder ein klarer, langsam nervt’s“, schimpfte Frings. Pech für Werder, Glück für die Mainzer, die kurz darauf ihre erste dicke Chance hatten – und gleich nutzten. Lewis Holtby verlängerte den Ball nach einem Einwurf per Kopf auf Sami Allagui, der noch Sebastian Prödl aussteigen ließ und herrlich auf Andre Schürrle passte – und der ließ Mielitz mit einem Flachschuss keine Chance (19.). Bei der Entstehung des Gegentors hatte auch Mertesacker alt ausgesehen, weil er gegen Holtby zu spät eingriff und dann im Abwehrzentrum fehlte.

Fast wäre es noch schlimmer für die Gäste gekommen, aber Andreas Ivanschitz setzte seinen Außenrist-Schlenzer etwas zu hoch an (30.). Von Werder war in der Offensive gar nichts zu sehen. Viel zu statisch war das Bremer Spiel, ohne Überraschungsmomente. Hinzu kamen erschreckend schwache Standards, nach einigen Freistöße landeten die Bälle „unberührt“ im Toraus. Mainz strahlte deutlich mehr Gefahr aus, versuchte stets, schnell nach vorne zu kommen – und brachte Werder mehrfach in Verlegenheit. Richtig dicke Chancen sprangen bis zur Pause jedoch nicht mehr heraus.

Mit Beginn der zweiten Hälfte erhöhte Schaaf das Risiko, brachte Arnautovic für Rechtsverteidiger Petri Pasanen, dessen Position nun Fritz einnahm. Und Marin rückte zurück ins Mittelfeld. Besser wurde es dadurch aber nicht, die entschlossenere Mannschaft blieb Mainz. Mielitz parierte gegen Caligiuri (57.) und Schürrle (60.). Die größte Möglichkeit besaß Niko Bungert, der aus fünf Metern freistehend drüberschoss (71.). Und Werder? Hatte den ersten Schuss aufs Mainzer Tor in der 74. Minute! Keeper Heinz Müller hielt gegen Marin. In der Schlussphase war Werder das Bemühen anzusehen, allerdings auch die Kopflosigkeit – bis die finale „Doppelkopf“-Vorlage Pizarro in Position brachte. „Um so ein Tor zu machen, muss man bis zum Ende kämpfen“, betonte der Peruaner: „Und das haben wir getan. Die Mannschaft ist wieder da.“

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