Resistent gegen Resignation

+
Der Übungsleiter am Rande des Trainingsplatzes: Robin Dutt sagt von sich, er sei ein „starker Trainer“. ·

Bremen - Dass Robin Dutt Kritik aushalten kann, hat er schon bewiesen. Mehr als einmal hat sich der Trainer des SV Werder Bremen als Magnet inszeniert, der Schimpf und Schande anzieht, bevor sie die Mannschaft treffen. Er ist eben gut im Verantwortung übernehmen, sagt er: „Werder hat mich geholt, weil der Club einen starken Trainer braucht. Einen, der weiß, was er tut – und das mache ich.“

In dieser Frage kann man freilich geteilter Meinung sein. Denn Dutts Handeln hat Werder Bremen bislang nicht vorangebracht. Nach sieben Monaten unter seiner Leitung schwebt der Club wie in der Vorsaison in akuter Abstiegsgefahr. Weder hat Dutt die Abwehr stabilisiert noch den Angriff belebt – Fakten, die nicht zu leugnen sind, denen sich Dutt deshalb auch offensiv stellt. „Ich habe kein Gegenargument“, sagt er, „aber ich habe einen Plan und ein Konzept. Ich bin nicht unvorbereitet.“

Allerdings sind Plan und Konzept offenbar nur in Teilen für die Öffentlichkeit bestimmt. Oberste Maxime sei nach wie vor der Teamgeist, „dieses Wir-sind-Werder-Bremen-Gefühl“, erklärt Dutt. Das hört sich erstmal so an, als ob ihm nichts Besseres einfiele. Deshalb die Nachfrage, wie seine nächsten Maßnahmen aussehen werden, nachdem der bisherige Plan und das bisherige Konzept nur die düsteren Prognosen aus dem Sommer bestätigt haben. Eine Antwort bleibt der 49-Jährige in diesem Punkt schuldig. „Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, mit Ideen und Methoden zu prahlen. Wir machen vieles, aber die meisten Dinge gehen nur die Mannschaft etwas an“, sagt Robin Dutt.

Vielleicht ist seine Aussage eine Ausflucht, vielleicht die Wahrheit. Was stimmt, ist eigentlich auch egal. Denn gemessen wird der Coach ohnehin nur am Erfolg. Und selbiger ist noch nicht aus seinem Versteck gekrochen. Zwar tüftelt der Schwabe an Lösungen, sieht jedoch immer wieder verheerende Niederlagen über sich hinwegrollen. 0:7 gegen Bayern München, zuletzt 1:3 in Augsburg und 1:5 gegen Borussia Dortmund. Es sind dies die Ergebnisse, die einen Trainer in die Verzweiflung stürzen können. Robin Dutt sagt aber, dass er resistent ist gegen Resignation. Seine Stimme wird lauter, energischer, bewusst kraftvoll, wenn er behauptet: „Bis ich frustriert bin, muss noch ganz viel Wasser die Weser runterlaufen. Es ist meine Aufgabe, mein ureigener Job, voranzugehen. Ein Fan kann frustriert sein. Der Trainer? Nein, dann gib besser deine Papiere ab.“

Und das hat er gewiss nicht vor. Weglaufen ist definitiv keine Alternative für den ehemaligen DFB-Sportdirektor, der die Bremer Vereinsgremien hinter sich weiß. Geschäftsführer Thomas Eichin hat ihm das Vertrauen ausgesprochen, Aufsichtsrat Marco Bode auch – allerdings mit der Kritik garniert, dass auch er in der Mannschaft „noch keine nachhaltige Entwicklung“ sehe.

Obraniak fehlt im Training am Dienstag

Obraniak fehlt im Training am Dienstag

Eigentlich ist diese Aussage wie eine Falltür, die sich unter einem Trainer auftut. Doch Robin Dutt wurde bislang nicht vom Boden verschluckt. Er steht. Er absorbiert die Kritik, die er „angemessen und respektvoll“, findet. Er macht weiter. Und er sagt, dass der Job bei Werder für ihn nach wie vor „ein Traum“ sei: „Wenn morgen nochmal jemand auf mich zukommt und sagt: ,Hör zu! Du kannst Trainer von Werder Bremen werden. Aber auf dich wartet eine schwierige Situation.‘ Dann sage ich: Wo soll ich unterschreiben?“ · csa

„Himmelfahrts-Frühschoppen“ in Bierden

„Himmelfahrts-Frühschoppen“ in Bierden

Ex-Präsident Obama beim Kirchentag umjubelt

Ex-Präsident Obama beim Kirchentag umjubelt

Leaks nach Attentat: May will Trump zur Rede stellen

Leaks nach Attentat: May will Trump zur Rede stellen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Kommentare