„Ich hoffe, es klappt schon gegen Leverkusen“

Reine Nervensache: Pizarro braucht viel Geduld

+
Claudio Pizarro

Bremen - Claudio Pizarro besitzt nicht nur die Gabe, viele Tore zu schießen. Der Werder-Profi kann auch unangenehme Phasen so positiv darstellen wie kaum ein anderer. Der 38-Jähriger ist ein Mutmacher – für sich, den Verein und die Fans.

So antwortet er auf die Frage nach einem möglichen Comeback in zweieinhalb Wochen gegen Leipzig: „Ich hoffe, es klappt schon gegen Leverkusen.“ Das wäre sieben Tage früher. Eigentlich undenkbar nach zweimonatiger Verletzungspause und Pizarros Geständnis, dass der Heilungsverlauf immer noch ein ständiges Auf und Ab sei.

So hatte der Peruaner eigentlich für diese Woche seine Rückkehr ins Mannschaftstraining geplant. „Doch am Samstag war es auf einmal nicht so gut“, erinnert sich Pizarro. Statt auf dem Rasen individuell mit einem Physiotherapeuten und vor allem mit dem Ball zu trainieren, blieb er in den Katakomben. Die Rückkehr zu den Kollegen musste verschoben werden. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Immerhin ist es inzwischen besser geworden, also ging es wieder raus auf einen Nebenplatz. Der nächste Anlauf. „Ich kann wirklich nicht sagen, was in drei, vier Tagen ist. Ich muss von Tag zu Tag schauen“, erklärt Pizarro – und ausnahmsweise lächelt er mal nicht nach einem Satz. Er wirkt durchaus ein bisschen ratlos und gesteht: „Es ist wirklich nicht so einfach, es ist frustrierend.“ Worte, die ein stets fröhlicher Mensch wie Pizarro sehr selten benutzt.

Die Probleme seien nicht leicht zu erklären, sagt er. Angefangen habe alles mit einer Zerrung in der Wade. Das war in der Vorbereitung nach seinem bislang letzten Auftritt im Testspiel gegen den FC Chelsea Anfang August. Die Zerrung verschwand. „Es war wieder besser. Doch dann hatte ich Probleme mit den Nerven in der Wade. Das ging dann weiter nach oben“, berichtet der 38-Jährige. Ganz neu war das für ihn nicht. „Früher waren Rückenprobleme der Grund dafür. Es kann sein, dass es wieder so ist“, vermutet Pizarro. Er ließ sich mehrfach von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem berühmten Arzt der Nationalmannschaft, behandeln. In den vergangenen vier Wochen allerdings nicht mehr, da vertraute er den Behandlungsmethoden in Bremen. „Es ist auch besser geworden“, urteilt der Torjäger. Wenn da nicht immer diese Rückschläge wären. „Ich muss Geduld haben“, sagt er und wippt auf seinem Stuhl hin und her.

Pizarros bisher letzten Auftritte

Irgendwie läuft ihm auch die Zeit davon. Er ist gerade 38 Jahre alt geworden. Da liegen viele Fußball-Profis längst am Strand oder befinden sich mitten in ihrer Karriere nach der Karriere. Außerdem wollte Pizarro im Spätherbst seiner Laufbahn unbedingt noch Torschützenkönig der Bundesliga werden. „Es kann noch alles passieren“, erwidert Pizarro und muss selbst lachen: „Okay, ich bin etwas hinten dran. Als wir in München gespielt haben, bin ich in die Bayern-Kabine. Und da sagt Philipp Lahm zu mir: Hey Claudio, ich habe schon ein Tor mehr als du.“ So weit ist es schon gekommen . . . Aber Pizarro lächelt das, so gut es geht, weg. Genauso wie die Frage nach seinem Alter. Das habe nichts mit der Verletzung zu tun. Seine Fitness sei auch ganz gut – trotz der langen Verletzung. Er könne doch einiges machen und gerade sogar besser schnell laufen als langsam. „Ein bisschen komisch ist das alles schon“, fügt er noch schmunzelnd an.

Die Lust am Fußball ist ihm jedenfalls nicht vergangen. Ans Aufhören will er jetzt noch keinen Gedanken verschwenden: „Das entscheide ich nach der Saison.“ Denn Pizarro besitzt noch eine Gabe: Er kann Vereine und Fans lange auf die Folter spannen, bis er seine Zukunft regelt. Das hat Werder bei ihm schon häufiger erlebt. - kni

Mehr zum Thema:

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Laura Siegemund verletzt sich in Nürnberg schwer

Laura Siegemund verletzt sich in Nürnberg schwer

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Meistgelesene Artikel

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Baumann: Fristen, Ziele und Aufgaben

Baumann: Fristen, Ziele und Aufgaben

Luca Caldirola plus Mr. X

Luca Caldirola plus Mr. X

Wollten Osnabrücker U23-Spieler von Werder beeinflussen?

Wollten Osnabrücker U23-Spieler von Werder beeinflussen?

Kommentare