Werder gibt sich trotz großer Personalnot kämpferisch / Von Bammel keine Spur

Raus aus der Schockstarre, rein ins Vergnügen

In Mailand punkten – für Per Mertesacker wär’s ein schönes Geburtstagsgeschenk.

MAILAND · Happy Birthday, Per Mertesacker! Der Abwehrspieler von Werder Bremen hat heute Geburtstag. Doch angesichts der immensen Personalsorgen ist der jetzt 26-Jährige noch nicht so recht in Feierlaune.

„Es ist keine leichte Situation, denn es sind nicht irgendwelche Spieler, die fehlen, es sind Spieler, die führen sollen“, seufzte der Innenverteidiger vor dem Champions-League-Gruppen-Spiel heute (20.45 Uhr/live bei Sky und Sat.1) bei Titelverteidiger Inter Mailand.

Die Liste der Ausfälle ist lang: Torsten Frings, Claudio Pizarro, Clemens Fritz, Naldo, Sebastian Boenisch und seit langem schon Ersatzkeeper Christian Vander – Werder spielt mit dem letzten Aufgebot. „Inter Mailand ist der Titelverteidiger, mehr muss man wohl nicht sagen. Wir müssen schon über uns hinauswachsen“, sinnierte Sportchef Klaus Allofs. Und Mertesacker weiß: „Inter ist überall besser besetzt.“

Doch das soll die Bremer nicht davon abhalten, heute im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen den FC Internazionale vielleicht doch für eine Überraschung zu sorgen. Denn die Schockstarre nach den Hiobsbotschaften von Montag ist vorbei. Gestern verbreiteten die Bremer vor dem Abflug schon wieder eine gewisse Jetzt-Erst-Recht-Stimmung. Bammel vor Inter? „Ach was“, winkte Daniel Jensen am Flughafen fast schon pikiert ab. Der Däne könnte heute in die Startelf rutschen und gab sich kämpferisch: „Ich stehe doch hier. Wenn ich Angst hätte, wäre ich zu Hause geblieben. Inter ist im Moment nicht so in Form. Das sind auch nur Menschen, die mal eine schlechte Phase haben.“

Am Wochenende haben die Mailänder in der Serie A 0:1 gegen AS Rom verloren. Zum Champions-League-Auftakt war das Starensemble gegen Twente Enschede nicht über ein 2:2 hinaus gekommen. „Und warum sollten wir nicht schaffen, was Twente geschafft hat?“, fragte Allofs in die Runde.

Dass die Bremer gestern Morgen mit der Fluglinie „Hamburg International“ unterwegs waren, könnte ein gutes Omen sein. Hamburg wurde bereits geschlagen, folgt heute Internazionale? „Die Stewardessen haben jedenfalls schon mal mit Werder sympathisiert“, schmunzelte Allofs – und kündigte eine mutige Bremer Mannschaft an: „Wir werden uns nicht hinten reinstellen. Das haben wir noch nie gemacht, das ist nicht unsere Stärke.“

Angriff ist also immer noch die beste Verteidigung. Wie schon 2007 beim 3:2-Sieg über Real Madrid, als Werder ebenfalls von riesigen Personalproblemen gebeutelt war. Damals wie heute gilt für Per Mertesacker: „Wir müssen Höchstform aufbieten und als Mannschaft auftreten. Jeder muss dem anderen helfen.“ Gelingt das, so habe man eine Chance, glaubt „Merte“. Und dann dürfte beim Geburtstagskind auch richtige Feierlaune aufkommen . . .

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